381041 Hochschulorchester (Ü) (WiSe 2003/2004)

Kurzkommentar

Probenbeginn: 15.10.2003, 19.30, T0-260
Konzert: 02.02.2004

Inhalt, Kommentar

Der Entstehungszeit nach liegen zwischen Dvoraks 8. Sinfonie und Elgars Cellokonzert kaum dreißig Jahre, nach ihrer stilistischen Haltung aber sind es Welten - und dies, obwohl beide Werke auf denselben Fundus kompositionstechnischer Möglichkeiten zurückgreifen und, was die in ihnen zur Anwendung kommenden musikalischen Mittel anbelangt, beide der späteren Romantik zuzuordnen sind. Bemißt sich der geschichtliche Standort eines Kunstwerks an der Rezeptivität, die es gegenüber zeitgenössischen Erscheinungen an den Tag legt, so muß dem Werk Elgars unvermeidlich eine Art von Geschichtsblindheit bescheinigt werden, da es scheinbar die stilistische Umwälzung, die sich zwischen 1880 und 1920 vollzog und mit den Stichwörtern Impressionismus, Expressionismus und Atonalität zu umreißen ist, vollständig ignoriert. In der gesamten Partitur des Cellokonzerts gibt es keinen Akkord, keine Tonfolge, die nicht schon ein halbes Jahrhundert früher hätte geschrieben werden können, und ihr formaler Aufbau läßt am ehesten noch an Saint-Saens, keineswegs aber an Debussy oder Strawinsky denken. Gleichwohl wäre es unzutreffend zu behaupten, dass Elgars späteres Werk die musikalische Romantik in ein Zeitalter nach deren geschichtlichem Abscheiden verlängere, wie dies etwa bei Richard Strauss der Fall ist; vielmehr reflektiert es Geschichte gewissermaßen negativ durch ihre Ausklammerung im Mittel der Melancholie. Die Gegenüberstellung mit Dvoraks ungebrochenem, ja zuweilen unbekümmertem Verfügen über die in gut anderthalb Jahrhunderten erwachsenen Möglichkeiten musikalischen Mitteilens und Gestaltens läßt den veränderten Gebrauch, den Elgar von denselben macht, mit Evidenz hervortreten. Die Musik, mit der Dvorak umgeht, scheint von unerschöpflicher Vitalität erfüllt; auf überkommenem Prinzip beruhend, weiß ihre konkrete Verwirklichung sich doch immer neu, und ein Scheitern gibt es bei ihr allenfalls als handwerkliche, nicht als ästhetische Kategorie. Elgar hingeben hält an etwa fest, von dem er weiß, dass es nicht mehr besteht; er spielt die alten Züge und ist sich doch nur zu gut dessen bewußt, dass es ein einsames Spiel ist, weil die Regeln, denen er folgt, keine Gültigkeit mehr haben. So liegt über seiner Musik, bei aller selbstgenügsamen Heiterkeit der Hauch von Resignation und versäumtem Abschied.

Die Solistin des Cellokonzerts gehört der Klasse des namhaften Detmolder Professors Marcio Carneiro an und wird dem Orchester zu mehreren Proben zur Verfügung stehen.

Die Teilnahme an der Veranstaltung setzt eine ausreichende Beherrschung des Instruments und die Bereitschaft zu gründlicher individueller Vorbereitung voraus; hingegen gehören die Mechanismen des Ensemblespiels unter die Lerninhalte, die durch die praktische Orchesterarbeit erworben werden sollen. Regelmäßige Probenteilnahme wird erwartet.

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Übung (Ü) / 3
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Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft / Studienfächer / Kunst- und Musikpädagogik
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