Hinweis für Studierende des MA HPSS:
Eine Leistungsbescheinigung kann entweder für eine Hausarbeit, ein Referat (bzw. vergleichbare Leistung) oder eine aktive Teilnahme ausgestellt werden. Die Leistungspunkte (12 LP) werden erst nach Absolvierung aller Einzelleistungen der drei Lehrveranstaltungen des Moduls vergeben.
Die europäische Wissenschaftslandschaft, und besonders auch die deutsche, befinden sich in einer grundlegenen Umorientierung und Neustrukturierung, die durch eine Umstellung von Vertrauen in die Selbstregulierungsmechanismen zu externer Kontrolle und Rechenschaftslegung charakterisiert ist. Diese Umstellung erstreckt sich nicht nur auf die Wissenschaft, sondern auf alle gesellschaftlichen Institutionen und ist als "Audit Society" (Power) gekennzeichnet worden. Durch die Übertragung betriebswirtschaftlicher 'Controlling' - Methoden auf die Steuerung von Universitäten und ganzer nationaler Hochschulsysteme erhoffen sich die Regierungen Effizienzgewinne, bessere Technologietransferprozesse und eine Beschleunigung des Innovationstempos, Differenzierungen des Hochschulsystems und eine Verschärfung der Konkurrenz sowie insgesamt eine größere Transparenz der innerwissenschaftlichen Prozesse der Reputationszuschreibung. In mehreren europäischen Ländern sind nationale Evaluationssysteme eingeführt worden, so paradigmatisch das britische 'Research Assessment Exercise" (RAE), durch das Finanzmittel differentiell an die Universitäten des Landes verteilt werden. In Deutschland konkurrieren verschiedene Organisationen wie z.B. das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und die Medien mit unterschiedlichen Rankings der Universitäten oder disziplinärer Fachbereiche um Definitionshoheit. Die führenden Organisationen der Wissenschaftsförderung und -politik, DFG und Wissenschaftsrat, bemühen sich um eine Vereinheitlichung der Evaluierungen, und es ist damit zu rechnen, dass diese Bemühungen früher oder später auch hier in ein nationales Evaluations- und Rankingsystem münden werden.
Alle Evaluationen und Rankings beruhen auf Maßzahlen (Indikatoren). Indikatoren messen Aspekte der Performanz der evaluierten Systeme und beruhen auf mehr oder weniger gut begründeten Annahmen über die zugrundeliegenden Prozesse, hier die Forschung. Wenn Finanzierungs- bzw. Steuerungsentscheidungen direkt an solche Indikatoren gebunden werden, erhalten diese eine hochgradig politische Bedeutung. Die Definition und die Validität der Indikatoren wird zu einem Politikum. Entscheidend sind dann zum einen die Qualität, d.h. die theoretische Fundierung der Indikatoren, die Verfügbbarkeit und Verlässlichkeit der Daten, auf denen sie beruhen sowie die Unabhängigkeit von möglicher interessierter Manipulation. Zum anderen ist eine Bedingung der Anwendung von Indikatoren, dass ihre Steuerungswirkung auf das individuelle und/oder organisatorische Verhalten der evaluierten Wissenschaftler und ihren Forschungs- und Lehreinrichtungen bekannt ist. Die Erfahrungen der jüngsten Zeit zeigen, dass beide Bedingungen nicht gewährleistet sind.
Die Veranstaltung verfolgt das Ziel, an wissenschaftspolitischen und -administrativen Fragen interessierte Studenten mit den Methoden und Instrumenten der Evaluierung und der Rankings bekannt zu machen und sie in den Stand zu versetzen, diese kritisch zu analysieren und ggf. Verbesserungsvorschläge zu entwickeln.
Im ersten Teil werden die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe für die Umstellung auf externe Evaluierungen des Wissenschaftssystems dargestellt. Im zweiten Teil werden die üblichen Methoden der Evaluierung und die Grundlagen der Indikatorenbildung behandelt. Im dritten Teil werden die Reaktionen des Systems und die unbeabsichtigten Steuerungswirkungen, soweit sie bekannt sind, untersucht. Im vierten Teil werden an ausgesuchten Fällen die politischen Motive der Anwendung von Indikatoren und kritische Stimmen zu deren Wirkungsweise analysiert.
Hornbostel, S. (1997): Wissenschaftsindikatoren: Bewertungen in der Wissenschaft. Opladen. ISBN 3-531-12908-2.
Moed, H.F. (2005): Citation Analysis in Research Evaluation. Dodrecht. ISBN: 1-4020-3713-9.
van Raan, A.F.J. (2005): Challenges in Ranking of Universities. Invited paper for the First National Conference on World Class Universities, Tong University, Shanghai, June 16 - 18, 2005. <http://www.cwts.nl/cwts/AvR-ShanghaiConf.pdf>
van Raan, A.F.J. (2005): Fatal attraction: Conceptual and methodological problems in the ranking of universities by bibliometric methods. /Scientometrics/, 62, 133-143.
Weingart, P. (2005): Impact of bibliometrics upon the science system: Inadvertent consequences? /Scientometrics/, 62, 117-131.
Wissenschaftsrat (2004): Empfehlungen zu Rankings im Wissenschaftssystem. Teil 1: Forschung. Köln: <http://www.wissenschaftsrat.de/texte/6285-04.pdf>
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
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| History, Philosophy and Sociology of Science / Master | (Einschreibung bis SoSe 2014) | Hauptmodul 4 | Wahlpflicht | 1. 2. | scheinfähig HS | ||
| Sozialwissenschaften / Lehramt Sekundarstufe I | A2 | Wahlpflicht | HS | ||||
| Sozialwissenschaften / Lehramt Sekundarstufe II | A2 | Wahlpflicht | HS | ||||
| Soziologie | Nebenfach | Wahlpflicht | HS | ||||
| Soziologie / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2005) | 2.2.4 (DPO02) | Wahlpflicht | HS | |||
| Soziologie / Promotion | Graduierte | ||||||
| Soziologie (Nebenfach) / Magister | Wahlpflicht | HS | |||||
| Soziologie (2. Hauptfach) / Magister | Wahlpflicht | HS |