300078 Genealogien der Steuerung (S) (SS 2005)

Kurzkommentar
Einrichtung
Fakultät für Soziologie
Art(en) / SWS
S / 2
Zeitraum
14.04.2005-21.07.2005
Voraussichtl. Wiederholung

Lehrende

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Klausuren

Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Politikwissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SS 2009) 2.1    
Soziologie / Diplom (Einschreibung bis SS 2005) 2.2.3 (DPO97/98) Wahlpflicht HS
Soziologie / Diplom (Einschreibung bis SS 2005) 2.2.3 (DPO02) Wahlpflicht HS

Allgemeine Anforderungen bei Lehrveranstaltungen:

Die Anforderungen an die regelmäßige und aktive Teilnahme (nur gültig für Studienmodell 2002) sind hier erläutert. In den FsB und Modulhandbüchern finden sich Informationen, ob Studienleistungen (nur gültig für Studienmodell 2011)/Einzelleistungen/Modul(teil)prüfungen vorgesehen sind, und welche Anforderungen hierfür bestehen.

Inhalt, Kommentar

Trotz einer nicht nur in den Sozialwissenschaften allgegenwärtigen Skepsis gegenüber Erfolgsaussichten, Intentionen und Ideologien politischer Steuerung bleiben politische Programme allenthalben vom Willen geprägt, gesellschaftliche Ordnung zu regulieren und durch gezielte Interventionen nach variierenden Steuerungsprämissen zu verbessern. Woraus gewinnt dieser Steuerungswille seine kontrafaktische Überzeugungskraft und wo liegen seine historischen Wurzeln? Wie konnte das historisch so lange vorherrschende machiavellistische Verständnis der Regierungskunst, das sich auf die Mehrung von Macht, Besitz und Ansehen des Herrschers konzentrierte, dauerhaft durch eine Semantik der Steuerung abgelöst werden, die ihre wesentlichen Bezugspunkte nicht mehr bei den Inhabern, sondern bei den Adressaten von Macht findet: bei Volkswirtschaften und Bevölkerungen, ihren Geburten-, Sterbe-, Selbstmord-, Ausbildungs- und Ausbildungsabschlußraten, bei Arbeitslosenzahlen, Gesundheitskosten oder Außenhandelsdefiziten?

Das Seminar folgt dem Verdacht, daß dieser Wandel einer historischen Entwicklungsdynamik folgt, von der die gesellschaftlichen Vorstellungen dessen, was es bedeutet, soziale Ordnung zu regulieren, ganz grundlegend in Mitleidenschaft gezogen werden. Diese Entwicklungsdynamik bleibt keineswegs auf Politik begrenzt, sondern entfaltet sich in Organisationen über Wirtschaft, Erziehung, Religion und Politik hinweg. Genealogien der Steuerung führen deshalb zurück auf Steuerungsambitionen, Steuerungskonzepte und Steuerungstechniken in Verwaltungen, Unternehmen, Parteien, Schulen, Professionen und Universitäten, die beharrlich einen Steuerungswillen artikulieren, der angesichts seines eigenen Scheiterns immer wieder neue Änderungsansprüche und Reformprogramme hervorbringt. Aus Steuerungsversagen folgen vor allem: neue Steuerungsversuche.

Literaturangaben

Foucault, Michel, 2000: Die Gouvernementalität. S. 41-67 in Bröckling, Ulrich/Krasmann, Susanne/Lemke, Thomas (Hg.), Gouvernementalität der Gegenwart: Studien zur Ökonomisierung des Sozialen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp

TeilnehmerInnen
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Freitag, 22. April 2005 18:06:20
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