Wissenschaftliches Wissen gilt seit Macchiavelli als eine Legitimationsgrundlage politischer Macht, neben die in Demokratien die primäre Legitimierung durch Machtdelegation per Wahl tritt. Politische Entscheidungen können nicht in Widerspruch zu rationalem Wissen gefasst werden (Ezrahi 1990). Dieser These stehen unzählige Fälle der Instrumentalisierung wissenschaftlichen Wissens in politischen Kontexten entgegen. Dieser Widerspruch markiert die Differenz zwischen den beiden Codes, Wahrheit und Macht, nach denen Wissenschaft und Politik operieren.
Gegenstand des Seminars ist die wissenschaftliche Politikberatung. Es werden Fälle betrachtet, in denen politische Instrumentalisierung wissenschaftlicher Expertise in verschiedenen Wissens- und Politikbereichen stattgefunden und ggf. zu Legitimationsproblemen geführt hat.
Ziel ist es, zu einer präziseren Kenntnis der Eigenschaften des Wissens zu gelangen, das in Beratungskontexten in politische Entscheidungen eingeht oder nicht. Damit wird die Diskussion über die Rolle von Experten in der Politik, über die Inklusion von Laien, über Expertendissens und verwandte Probleme vorangetrieben
Weingart, P. (2001): Die Stunde der Wahrheit? Zum Verhältnis der Wissenschaft zu Politik, Wirtschaft und den Medien in der Wissensgesellschaft, Weilerswist: Velbrück Wissenschaft, Kap. 5
Bogner, A., Menz, W., (2002): Wissenschaftliche Politikberatung? Der Dissens der Experten und die Autorität der Politik, in: Leviathan, Jg. 30, H. 3, 384-399
Murswieck, A. (Hrsg.) (1994): Regieren und Politikberatung. Opladen: Leske + Budrich
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
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| Soziologie / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2005) | 2.2.4 (DPO02) | Wahlpflicht | HS | |||
| Soziologie / Promotion |