Modul 25-BEW4-CGE1 Fachliche Fokussierung I Civic and Global Education: Prämissen, Konzepte und Kontexte

Fakultät

Modulverantwortliche*r

Turnus (Beginn)

Jedes Wintersemester

Leistungspunkte und Dauer

10 Leistungspunkte

Die Angaben zur Moduldauer finden Sie bei den Studiengängen, in denen das Modul verwendet wird.

Kompetenzen

Die Studierenden sollen grundsätzlich in die Lage versetzt werden, gesellschaftliche Herausforderungen und Konflikte im globalen Kontext zu identifizieren und zu verstehen. Dies umfasst die Fähigkeit, soziale, kulturelle und politische Probleme zu analysieren und ihre Auswirkungen auf Prozesse von Bildung, Erziehung und Sozialisation zu erkennen. Dazu lernen die Studierenden eine wissenschaftlich fundierte Perspektive einzunehmen und verschiedene pädagogische Programme, Programmatiken und Zielsetzungen einzuordnen.
Neben der Verwendung theoretischer Ansätze, empirischer Forschung und evidenzbasierter Methoden schließt dieses Modul den Erwerb einer reflexiven Haltung ein, die danach fragen lässt, wie emanzipatorische Ansprüche von Aufklärung und Bildung in Widersprüche von Macht, Herrschaft und Ungleichheit verstrickt sein können. Beispielsweise lernen die Studierenden den Begriff der Mündigkeit und seine Implikationen für den Kontext der gegenwärtigen Gesellschaft und ihrer Entwicklungen zu verstehen und zu reflektieren. Insbesondere können dabei demokratietheoretische Ansätze und Befunde der politischen Sozialisationsforschung von Bedeutung sein.
Die gesellschaftlichen und politischen Prämissen von Erziehung, Bildung und Sozialisation zu analysieren und zu reflektieren, wird als zentrale Kompetenz vermittelt, die grundlegend dazu dienen soll, ein historisch und politisch informiertes Verständnis von Civic and Global Education sowie deren Bedeutung für die Demokratie zu entwickeln. Dazu können beispielsweise Fragen zu internationalen Krisen und Kriegen gehören, ebenso wie zu Extremismus und Terrorismus, wachsender Ungleichheit, Migration, Menschenrechten oder zu sozialen Folgen des Klimawandelns.

Lehrinhalte

In den Lehrveranstaltungen des Elements 1 werden unterschiedliche sozial- und erziehungswissenschaftliche Zugänge zur Erziehung, Bildung und Sozialisation in der globalisierten Gesellschaft sowohl in theoretisch-analytischer wie auch historisch-systematischer Perspektive grundlegend erarbeitet. Dies kann gegenwärtige Gesellschaftsanalysen und -prognosen ebenso einschließen wie pädagogische Prozesse, Praxen und Programmatiken, die auf damit verbundene Anforderungen und Herausforderungen, Ideen und Ideale von Civic and Global Education abheben.

In Element 2 werden in der Auseinandersetzung mit empirischen Befunden zu sozialen, ökologischen und ökonomischen Problemlagen diese in ihren lokalen, nationalen und globalen Zusammenhängen beleuchtet. Dabei wird sich auf Kontexte und Praktiken konzentriert, die dazu beitragen sollen, ein reflexives Verständnis für jene Problemlagen zu fördern und pädagogische Lösungsansätze zu entwickeln. Im Hinblick auf den aufklärerischen und kritisch-emanzipatorischen Anspruch unterschiedlicher, politisch bildnerischer Ansätze, kann Pädagogik unter anderem als Ermöglichungs- wie auch Begrenzungsfaktor von bürgerlichen Idealen und zivilgesellschaftlichen Tugenden diskutiert werden. Begriffe wie Mündigkeit und Toleranz, Partizipation und Teilhabe, Diversität und Diskriminierung, Integration und Inklusion, Gemeinschaft und Zusammenhalt, Engagement und Solidarität können dabei einbezogen und kritisch diskutiert werden.

In den Lehrveranstaltungen des Elements 3 kann an den politischen und wissenschaftlichen Diskurs zu Differenz- und Ungleichheitsdimensionen angeknüpft, diesem zu Grunde liegende Prämissen betrachtet und gesellschaftliche Folgen reflektiert werden. Insbesondere über die Bedeutung der Triade von Race, Class und Gender sowie damit verbundener Auseinandersetzungen um ethnisch-national gefärbte Beziehungen, das Spannungsverhältnis zwischen Kapital und menschlicher Arbeitskraft, Geschlechtergerechtigkeit oder auch den ökologischen Gesellschaftskonflikt können inhaltlich Akzente gesetzt werden. Unterschiedliche Felder und Kontexte, wie Migration und Flucht, Vorurteile und Diskriminierung, Konflikte und Extremismus, Krieg und Frieden, können vertiefend in den Fokus genommen werden. Ebenso kann sich mit pädagogischen Ansätzen, wie interkultureller Pädagogik, Bildungsarbeit gegen Rassismus und Antisemitismus, geschlechtersensibler und queer-feministischer Pädagogik, Diversity-Pädagogik, Menschenrechts- und Friedenspädagogik auseinandergesetzt werden.

Empfohlene Vorkenntnisse

Notwendige Voraussetzungen

Erläuterung zu den Modulelementen

Es sind alle drei Modulelemente E1, E2 und E3 zu studieren. In der Veranstaltung mit einführendem Charakter (E1) wird verpflichtend eine Prüfungsleistung erbracht. In den anderen Veranstaltungen wird jeweils eine Studienleistung erbracht.

Modulstruktur: 2 SL, 1 bPr 1

Veranstaltungen

E1: Sozial- und erziehungswissenschaftliche Zugänge zur Erziehung, Bildung und Sozialisation in der globalisierten Gesellschaft
Art Seminar o. Vorlesung
Turnus WiSe
Workload5 90 h (30 + 60)
LP 3 [Pr]
E2: Lokale, nationale und globale Dimensionen pädagogischen Handelns
Art Seminar
Turnus WiSe
Workload5 90 h (30 + 60)
LP 3 [SL]
E3: Pädagogik bei sozialer Ungleichheit und in gesellschaftlichen Konfliktfeldern
Art Seminar
Turnus WiSe
Workload5 90 h (30 + 60)
LP 3 [SL]

Studienleistungen

Zuordnung Prüfende Workload LP2
Lehrende der Veranstaltung E2: Lokale, nationale und globale Dimensionen pädagogischen Handelns (Seminar)

Die Studienleistung dient der Einübung einer reflexiven und inhaltlich begründeten Haltung zu den in der Veranstaltung behandelten Themen. Sie hat im Hinblick auf die im Modul verankerten Kompetenzen einen einübenden und vertiefenden Charakter. Eine Studienleistung ist das Anfertigen einer oder mehrerer veranstaltungsbegleitender (Teil)Aufgabe(n) zu Übungszwecken.
Übungsaufgaben können beispielsweise sein: Die Vorbereitung und Durchführung einer Gruppenarbeit, die Vorbereitung und Durchführung einer mündlichen Präsentation, eine Argumentationsrekonstruktion, die Zusammenfassung eines Textes, die Erstellung medialer Produkte etc.
Für alle Studienleistungen gilt, dass schriftliche Beiträge im Gesamtumfang von höchstens 1200 Wörtern und mündliche Beiträge im Gesamtumfang von höchstens 20 Minuten verlangt werden. Für alternative Erbringungsformen gilt, dass diese den gängigen mündlichen oder schriftlichen Formen der Leistungserbringung in ihrem Umfang entsprechen müssen.

siehe oben siehe oben
Lehrende der Veranstaltung E3: Pädagogik bei sozialer Ungleichheit und in gesellschaftlichen Konfliktfeldern (Seminar)

siehe Beschreibung bei E2

siehe oben siehe oben

Prüfungen

Hausarbeit o. Klausur o. mündliche Prüfung

Die Modulprüfung wird im Rahmen des Elements 1 erbracht. In der Prüfung werden über die Veranstaltung hinausweisende Aspekte und die modulspezifischen Kompetenzen aufgegriffen. Sie kann auf einer zuvor im Rahmen einer Modulveranstaltung erbrachten Studienleistung aufbauen, wobei auch hier Bezüge zu veranstaltungsübergreifenden Aspekten hergestellt werden müssen.
Die prüfende Person informiert über die möglichen Prüfungsmodalitäten.

Mögliche Erbringungsformen sind:

  • Klausur im Umfang von 90 Minuten,
  • Hausarbeit im Umfang von höchstens 4.500 Wörtern,
  • mündliche Prüfung im Umfang von höchstens 30 Minuten.

In diesen Studiengängen wird das Modul verwendet:

Studiengang Variante Profil Empf. Beginn 3 Dauer Bindung 4
Erziehungswissenschaft / Bachelor of Arts [FsB vom 18.03.2026, gültig ab Wintersemester 2026/27] 1-Fach (fw) Bildung und Erziehung in der Kindheit 3. 1 Semes­ter Wahl­pflicht
Erziehungswissenschaft / Bachelor of Arts [FsB vom 18.03.2026, gültig ab Wintersemester 2026/27] 1-Fach (fw) Erwachsenenbildung/Weiterbildung 3. 1 Semes­ter Wahl­pflicht
Erziehungswissenschaft / Bachelor of Arts [FsB vom 18.03.2026, gültig ab Wintersemester 2026/27] 1-Fach (fw) Sozialpädagogisches Arbeiten und Citizenship 3. 1 Semes­ter Wahl­pflicht
Erziehungswissenschaft / Bachelor [FsB vom 18.03.2026, gültig ab Wintersemester 2026/27] Nebenfach (fw) 5. o. 6. 1 Semes­ter Wahl­pflicht

Automatische Vollständigkeitsprüfung

In diesem Modul kann eine automatische Vollständigkeitsprüfung vom System durchgeführt werden.


Legende

1
Die Modulstruktur beschreibt die zur Erbringung des Moduls notwendigen Prüfungen und Studienleistungen.
2
LP ist die Abkürzung für Leistungspunkte.
3
Die Zahlen in dieser Spalte sind die Fachsemester, in denen der Beginn des Moduls empfohlen wird. Je nach individueller Studienplanung sind gänzlich andere Studienverläufe möglich und sinnvoll.
4
Erläuterungen zur Bindung: "Pflicht" bedeutet: Dieses Modul muss im Laufe des Studiums verpflichtend absolviert werden; "Wahlpflicht" bedeutet: Dieses Modul gehört einer Anzahl von Modulen an, aus denen unter bestimmten Bedingungen ausgewählt werden kann. Genaueres regeln die "Fächerspezifischen Bestimmungen" (siehe Navigation).
5
Workload (Kontaktzeit + Selbststudium)
SoSe
Sommersemester
WiSe
Wintersemester
SL
Studienleistung
Pr
Prüfung
bPr
Anzahl benotete Modul(teil)prüfungen
uPr
Anzahl unbenotete Modul(teil)prüfungen
Diese Leistung kann gemeldet und verbucht werden.