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Frau Lisa Bassenhoff

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Curriculum Vitae

.Lehrerfahrung
WS 2019/20 Lehre im Vertieften Theoriemodul Bachelor Soziologie an der Universität Bielefeld zum Thema Kunstsoziologie
SS 2019 Teamlehre im Vertieften Theoriemodul Bachelor Soziologie an der Universität Bielefeld zum Thema Akteur-Netzwerk Theorie
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.Beruflicher Werdegang
2020 – 2021 Elternzeit
ab 2018Promotionsstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung
2017- 2018 Wiss. Hilfskraft / Universität Bielefeld, Professur Theorie und Allgemeine Soziologie, Prof. Dr. Tobias Werron / SFB 1288 „Praktiken des Vergleichens“
2015 – 2017 Wiss. Hilfskraft / Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Soziologie, Jun.-Professur Dr. Ulf Tranow
2013 – 2015 Wiss. Hilfskraft / VDI Technologiezentrum GmbH, Abteilung Innovationsbegleitung und Innovationsberatung
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.Akademischer Werdegang
ab 2018 Universität Bielefeld: Promotionsstudiengang Soziologie (Bielefeld Graduate School in History and Sociology)
2012 – 2017Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Masterstudiengang Sozialwissenschaften (Gesellschaftliche Strukturen und demokratisches Regieren)
2009 – 2012 Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn: Bachelorstudiengang Politikwissenschaft und Soziologie (Politik und Gesellschaft)

Aktuelle Forschungsthemen

(See English version below)

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Forschungsinteressen

Soziologie der Künste; Kunstsoziologie; Soziologie der Bildenden Kunst; Akteur-Netzwerk-Theorie; ANT; Soziologie der Übersetzung; Soziologie der Mediation; Neuer Materialismus; Postanthropozentrismus; Posthumanismus; Ethnografie; Feminismus

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Promotionsvorhaben

Werknetze. Soziomaterielle Überlegungen zu einer mehr-als-menschlichen Kunstsoziologie

In meinem Forschungsvorhaben befasse ich mich mit der Frage, wie Materialitäten systematisch in die Beobachtung von Schaffensprozessen in der Bildenden Kunst einbezogen werden können.

Bereits seit einiger Zeit beschäftigen sich Forscher:innen damit, das Verhältnis des Menschen zur Welt anders zu denken. Kritisiert wird dabei die Betrachtung der Welt aus einseitig menschlicher Sicht, die zumeist mit der Annahme einer herausragenden, außergewöhnlichen Stellung der Menschheit einhergeht. An die Stelle des Anthropozentrismus (von altgriechisch: ánthrōpos/Mensch"; kéntron/Zentrum) soll eine postanthropozentrische oder auch posthumanistische Haltung treten. Sie ist geleitet von der Annahme, dass der Mensch nur eingebettet und verstrickt in Gefüge menschlicher und nicht-menschlicher Wirkkräfte gedacht werden kann.
Diese sogenannte ontologische Wende in den Geistes- und Sozialwissenschaften wurde verstärkt durch das Aufkommen des Begriffs des Anthropozäns (von altgriechisch: ánthrōpos/Mensch ; kainós/neu) im Fachbereich der Geologie, der die Menschheit als geologische Kraft, als bestimmender Faktor eines neuen Erdzeitalters fasst . Die Verschränkung von menschlichen und nicht-menschlichen Wesen zeigt sich hier in besonders eindrücklicher, weil krisenhafter Form.

Die Künste haben den Begriff des Anthropozäns rasch aufgenommen, im Zusammenspiel mit Diskursen über den Klimawandel und ökologischer Nachhaltigkeit. Was aber sind die Auswirkungen auf die Künste selbst, auf ihre materiellen Grundlagen und ihren Umgang mit diesen? Wie könnte eine postanthropozentrische Soziologie der Künste aussehen?

Mit meiner Dissertation will ich dieses Themenfeld entwickeln. Dazu schlage ich eine Soziologie der (Bildenden) Künste für eine mehr-als-menschliche Welt vor. Diese bewegt sich in der Spur von Denkerinnen des Neuen Materialismus und kultur-/kunstsoziologischen Strängen der Akteur-Netzwerk Theorie, insbesondere von Antoine Hennion und Bruno Latour. Der Schaffensprozess stellt sich darin als komplexes und oft eingespieltes Zusammenwirken von menschlichen und nicht-menschlichen Wesen in einem Werknetz dar, das multitemporal und multispatial gedacht werden muss.
Neben der theoretischen Entwicklung bildet die ethnografische Untersuchung von Produktionsprozessen im Studium der Freien Kunst den empirischen Kern meines Vorhabens. Hier beobachte ich das Zusammenwirken von Mensch und Material(itäten) unter der Prämisse gegenseitiger (De)Stabilisierung, der Herausbildung von Sprecher:innenpositionen und der Verschiebung ontologischer Zustände.

Der Begriff des Anthropozäns hilft dabei, die weit entfernt liegenden Zeiten und Orte im Blick zu behalten, die in der Produktion von Kunst zusammenkommen. Zudem können Fragen nach dem Zusammenhang von billiger Natur, Verschwendung und dem Ideal von Freiheit und Selbstsetzung in der (westlichen) Kunst gestellt werden.
Insgesamt will ich so die Kunst im Zeitalter des Anthropozäns durch einen soziomateriellen Ansatz befragbar machen und einen Ausgangspunkt schaffen für ökologische, postkoloniale und ökonomische Fragestellungen im Hinblick auf künstlerische Arbeitsprozesse.

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Research interests

Sociology of the arts; sociology of art; sociology of the visual arts; actor-network theory; ANT; sociology of translation; sociology of mediation; new materialism; post-anthropocentrism; posthumanism; ethnography; feminism

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PhD research project

Werknetze. Sociomaterial Reflections on a More-than-Human Sociology of the Arts.

In my research project I am concerned with the question of how materialities can be systematically included in observations of production processes in the visual arts.

For some time now, researchers have been trying to think differently about human's relationship to the world. They criticize the view of the world from a one-sided human perspective, which is usually accompanied by the assumption of an outstanding, exceptional position of humankind. Anthropocentrism (from ancient Greek: ánthrōpos/human; kéntron/center) is to be replaced by a post-anthropocentric or posthumanist attitude. It is guided by the assumption that humanity can only be thought embedded and entangled in structures of human and non-human forces.
This so-called ontological turn in the humanities and social sciences was reinforced by the emergence of the concept of the Anthropocene (from ancient Greek: ánthrōpos/human ; kainós/new) in the field of geology, which conceives of humanity as a geological force, as the determining factor of a new geological era. The entanglement of human and non-human beings is shown here in a particularly impactful, because crisis-like form.

The arts have been quick to embrace the notion of the Anthropocene, in conjunction with discourses on climate change and ecological sustainability. But what are the implications for the arts themselves and their material foundation? What might a post-anthropocentric sociology of the arts look like?

With my dissertation I want to develop this field of research. To this end, I propose a sociology of the (visual) arts for a more-than-human world. This follows in the footsteps of thinkers of new materialism and cultural strands of actor-network theory, especially by Antoine Hennion and Bruno Latour. The process of making art is presented as a complex and often well-rehearsed intraaction of human and non-human beings as a Werknetz that must be thought of in multitemporal and multispatial terms.
In addition, an ethnographic investigation of art students and their production processes forms the empirical base of my project. Here, I observe the intraaction of humans and material(ities) under the premise of mutual (de)stabilization, the formation of speaker positions, and the shifting of ontological states.

The concept of the Anthropocene helps to keep in mind the distant times and places that come together in the production of art. In addition, questions can be raised about the relationship between cheap nature, waste, and the ideal of freedom and self-determination in (Western) art.
Overall, I want to make art in the age of the Anthropocene examinable through a sociomaterial approach and create a starting point for ecological, postcolonial and economic questions with regard to artistic work processes.

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