„Die Zukunft war früher auch besser“
– Weltwirtschaft, Finanzen, Politik in der Krise -
„Als 2007 in den USA die ersten sogenannten Subprime-Kredite nicht mehr eingetrieben werden konnten, ahnte niemand, dass sich die faulen Hypotheken zur schwersten Weltwirtschaftskrise seit 1929 auswachsen würden. Inzwischen kann dies als gesicherte Erkenntnis gelten. In der Bundesrepublik schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt 2009 um 5 Prozent, das ist in der Geschichte der Republik der Negativrekord. Die Politik pumpte Summen in das Bankensystem, die den Rechnungsmaßstab von Millionen auf Milliarden umstellten. Behauptet wurde, die Banken seien für die Volkswirtschaft systemrelevant, was erst nach einiger Zeit kritisch hinterfragt wurde. Der Schuldenberg der Bundesrepublik wird in fünf Jahren auf das Dreifache der in 60 Jahren zuvor aufgehäuften Schulden wachsen. Ein Jahrzehnt wird es laut Weltbank dauern, bis die Weltwirtschaft wieder ihr vorheriges Volumen erreicht.
Während die Folgen für die Ökonomie in nüchternen Zahlen abgeschätzt werden können, sind die gesellschaftlichen Folgen noch nicht absehbar; die Gefahren für Demokratie, Soziale Ordnung, Ökologie weltweit zu analysieren, ist die erste Aufgabe unserer Veranstaltungsreihe. Gelingt tatsächlich eine sozialverträgliche Abfederung der Krise oder werden wir demnächst politische Zumutungen erleben, die weltweit Unruhen auslösen und das gesellschaftliche Gefüge der Bundesrepublik aus den Angeln heben? Die grundlegenden Mechanismen der Finanzmärkte funktionieren anscheinend bisher ungehindert weiter: Ist die Politik nicht in der Lage, sie wirksam zu kontrollieren? Besteht eine Chance für eine bessere Selbststeuerung? Kommt es zu einer Neubestimmung der Rolle des Staates oder wird es zu einem Strukturmerkmal der Gesellschaft, dass sich die Wirtschaft von der Politik abkoppelt?
Die Krise des Finanzsystems und der Wirtschaft steht empirisch fest: In dieser Vorlesungsreihe werden wir fragen, ob sie zu einer Krise der Politik oder gar des politischen Systems insgesamt wird und unter dem von Karl Valentin geliehenen Motto suchen, welche Alternativen denkbar sind und wie eine bessere Zukunft aussehen könnte.
Mo., 18-20h, Hörsaal 12
Beginn 14. April 2010
Geöffnet für Hörer/innen aller Fakultäten
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mo | 18-20 | H4 | 12.04.-23.07.2010
nicht am: 24.05.10 / 05.07.10 / 12.07.10 |
|
| wöchentlich | Mo | 18-20 | H12 | 12.04.-23.07.2010
nicht am: 24.05.10 |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Erziehungswissenschaft GHR / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2011) | 2 | aktive Teilnahme | ||||
| Erziehungswissenschaft GymGe / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2011) | 2 | aktive Teilnahme | ||||
| Erziehungswissenschaft (Kernfach) / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kernfach | 2 | aktive Teilnahme | |||
| Erziehungswissenschaft (Nebenfach) / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Nebenfach | 2 | aktive Teilnahme | |||
| FORUM OFFENE WISSENSCHAFT | 2 | aktive Teilnahme | |||||
| Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2008) |
Das Forum Offene Wissenschaft wird von einer fächerübergreifenden Arbeitsgruppe aus der Universität organisiert und verfolgt mit dieser Ringveranstaltung wie immer das Ziel, ein wissenschaftlich, politisch und kulturell gleichermaßen wichtiges Thema aus der Sicht verschiedener Disziplinen und/oder Berufe zu beleuchten und damit ein die Fächer und Sparten übergreifendes Nachdenken und Gespräch zu stimulieren. Es wendet sich sowohl an Studierende aus allen Fächern und Semestern wie an interessierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt und Umgebung. Für regelmäßige Anwesenheit, Beteiligung an der Diskussion und Ablieferung eines ausführlichen Protokolls mindestens einer Veranstaltung können Studierende 2 LP erwerben (anrechenbar als individuelle Zusatzleistung).
Anforderungen an das Protokoll in der Ringvorlesung des Forum Offene Wissenschaft:
1. Form
Das Protokoll sollte einen Umfang von 4-6 Seiten in Schreibmaschinenschrift, 1,5 zeilig, 12 p-Schrift, Rand links 4, rechts 2 cm.
Dazu kommt ein Deckblatt mit Name, Matr-Nr., Thema der Veranstaltung, Referent und Datum.
Das Protokoll ist in ganzen Sätzen zu formulieren.
2. Inhalt
Das Protokoll enthält drei Teile:
Erstens eine Einleitung mit dem Thema und einer Fragestellung, die der/die Protokollant/in gegebenenfalls selbst entwickeln muss.
Zweitens die Zusammenfassung der wesentlichen Thesen und Begründungen des Vortrages. Das Protokoll entspricht nicht den Anforderungen, wenn nur die Folien des Referenten abgeschrieben werden.
Drittens eine Stellungnahme zu diesen Thesen, in denen eine persönliche Meinung vorgetragen und begründet wird. Diese geht über eine Zustimmung zu den Thesen hinaus.
Die Veranstaltung, die protokolliert wird ist frei wählbar. Das Protokoll ist spätestens zwei Wochen nach der Veranstaltung per mail zu senden an: forum@uni-bielefeld.de