Jeder Religionslehrer und jede Religionslehrerin bezieht im Religionsunterricht bewusst oder unbewusst eine theologische Position. Hinter den didaktischen Grundentscheidungen – der Zielbeschreibung, der Auswahl und Zuspitzung der Inhalte, der Wahl der Materialien und Medien und schließlich sogar der Methoden – stehen neben pädagogischen Einstellungen und Einsichten immer auch theologische Überzeugungen. Will man als Lehrer oder Lehrerin den Positionen anderer nicht einfach ausgeliefert sein, kommt es darauf an, theologische Denkmodelle zu kennen, zu prüfen und schließlich eine eigene Position zu vertreten. Dies gilt für alle Schulformen und Schulstufen und ist keineswegs dem gymnasialen Lehramt vorbehalten...
‚Theologie für die Schule’ ist also nicht im Sinne einer „Abbilddidaktik“ zu verstehen: Es geht in diesem Seminar nicht (oder nur am Rande) darum zu diskutieren, welche Elemente theologischer Lehre unmittelbarer Gegenstand schulischen Unterrichts sein könnten, vielmehr soll in dieser Reihe, die eigene theologische Positionsbildung ermöglicht und diskutiert werden, welche Bedeutung die Denkstrukturen des jeweiligen theologischen Ansatz für religionspädagogische Herausforderungen heute haben können.
Mit Helmut Gollwitzer werden wir einem Theologen begegnen, der in besonderer Weise (politische) Zeitgenossenschaft mit theologischer Reflexion verbindet. Sein dogmatisches Denken ist nicht abzulösen von seiner Biographie. Unerhört menschlich – und gerade darin unglaublich provozierend, so könnte man Gollwitzer als Zeitgenossen der jüngeren deutschen Geschichte beschreiben. Die Zugewandtheit zum Menschen hat bei Gollwitzer ihren tiefsten Grund in der Menschlichkeit Gottes. Dem Theologen Gollwitzer wollen wir durch die Lektüre seiner Dogmatik „Befreiung zur Solidarität“ auf die Spur kommen.
Mit der Lektüre dieser gut verständlichen Einführung bietet sich für alle Studierenden die Möglichkeit, einmal eine vollständige Dogmatik gelesen zu haben und so einen Ein- und Überblick über dogmatische Fragestellungen und Antworten zu bekommen.
Das Seminar erfordert die Bereitschaft, sich kontinuierlich auch mit schwierigeren theologischen Texten auseinanderzusetzen und sich im Gespräch im Seminar auf die vielfältigen Aspekte des Themas einzulassen. Eine aktive Vor- und Mitarbeit im Seminar wird erwartet – dazu gehört auch die Vorbereitung von einzelnen Seminarthemen.
Literatur zur Vorbereitung/Anschaffung:
Gollwitzer, Helmut: Befreiung zur Solidarität. Einführung in die evangelische Theologie, 2. Aufl., München 1984
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mo | 16-18 | E1-148 | 12.04.-19.07.2010
nicht am: 24.05.10 |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Evangelische Theologie / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | PT/RP II/1b; PT/RP II/2b; ST II/1b; ST II/2b | 3 | |||
| Evangelische Theologie / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2014) | PT/RP II/1b; PT/RP II/2b; ST II/2b | 3 |