Das Fach Gesellschaftslehre ist ein Kuriosum. Es wird seit mehr als 30 Jahren an allen Gesamtschulen in NRW unterrichtet, stellt eine Verbindung der Fächer Erdkunde, Politik und Geschichte dar, hat aber bis heute keinen landesweit verbindlichen Lehrplan. Dieses Fach, seine Entwicklung, die darin vermittelten Inhalte und seine mögliche Perspektive angesichts gegenwärtiger Krisen sind der Gegenstand dieser Übung.
Wir beschäftigen uns zunächst mit der Einführung der Gesellschaftslehre in den 1970er Jahren, in denen heiß über Bildungspolitik diskutiert und die Bildungslandschaft nicht zuletzt durch die Gründung vieler Gesamtschulen umgestaltet wurde. Wir werden dann die Diskussion um dieses Fach („Geschichte als Sozialwissenschaft“) in den 1980er Jahren rekonstruieren und die Spuren der Gesellschaftslehre in dem neuen Kernlehrplan Geschichte verfolgen.
Nach diesem „chronologischen Durchgang“ wenden wir uns den Inhalten des Faches zu, indem wir beispielhaft ein schulinternes Curriculum untersuchen und eine Analyse der vorhanden Lehrbücher vornehmen. Schließlich werden wir angesichts der Diskussion um Kompetenzorientierung einerseits und gesellschaftlicher Herausforderungen wie dem Klimawandel und anderen globalen Krisen andererseits mit Ideen zur Weiterentwicklung des Faches experimentieren. Dazu dient u.a. eine Exkursion auf das Gut Bustedt, die wir am 12.6.09 im Rahmen einer Tagesveranstaltung (10.00 – 16.00 Uhr) durchführen.
Die Teilnahme an dieser Exkursion ist verpflichtend, weil wir damit Seminarzeit vorziehen. Denn das Seminar endet vor dem Ablauf der Vorlesungszeit mit dem Beginn der Schulferien. Die Literatur und der detaillierte Ablauf wird beim ersten Treffen am 17.4. vorgestellt.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
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| Geschichtswissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | Modul 2.7 | Wahlpflicht | 4 | scheinfähig |