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220079 Adel und Hof in der Ständegesellschaft (V+Ü) (WiSe 2016/2017)

Inhalt, Kommentar

Seit dem Mittelalter galt der Adel als einer von drei Ständen innerhalb einer gottgewollten Gesellschaftsordnung, dem mit der Kriegsführung eine besondere Funktion zugeschrieben wurde. Dieses Ordnungsmodell behielt auch in der Frühen Neuzeit seine normative Bedeutung, wenngleich es kaum noch in der Lage war, die zunehmende Ausdifferenzierung der Gesellschaft als ganzer, aber auch „des Adels“ als Stand abzubilden. So unterschied sich beispielsweise ein landsässiger Niederadliger in Rechtsstellung, ökonomischer Lage und Lebensführung enorm von einem Kurfürsten.
Des Weiteren belegen Phänomene wie Standeserhebungen oder der Aufstieg neuer sozialer Gruppen, die zu einer Dynamik der Abgrenzung nach unten führten, dass die ständische Hierarchie alles andere als statisch war. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass es vielmehr galt, seine ständische Ehre in symbolischen Akten immer wieder neu unter Beweis zu stellen. Die allgegenwärtigen Ehrkonflikte oder Zeremoniellstreitigkeiten waren demnach keine lächerlichen Äußerlichkeiten, sondern stellten Versuche dar, unter den Bedingungen der vormodernen Anwesenheitsgesellschaft die eigene soziale Stellung zu behaupten oder zu verbessern.
Die Historische Orientierung möchte anhand der gemeinsamen Lektüre einschlägiger Texte zu Adel und Hof einen Überblick über die Forschungsentwicklung von der klassischen Sozialgeschichte hin zu einer Kulturgeschichte des Sozialen vermitteln.

Literaturangaben

Kurt Andermann (Hg.), Zwischen Nicht-Adel und Adel, Stuttgart 2001; Ronald G. Asch (Hg.), Europäischer Adel in der Frühen Neuzeit. Eine Einführung, Köln (u.a.) 2009; Walter Demel/Sylvia Schraut, Der deutsche Adel. Lebensformen und Geschichte, München 2014; Marian Füssel/Thomas Weller (Hg.), Ordnung und Distinktion. Praktiken sozialer Repräsentation in der ständischen Gesellschaft, Münster 2005; Andreas Pečar, Die Ökonomie der Ehre. Der höfische Adel am Kaiserhof Karls VI. (1711-1740), Darmstadt 2003; Michael Sikora, Der Adel in der frühen Neuzeit, Darmstadt 2009; Martin Wrede, Ohne Furcht und Tadel – Für König und Vaterland. Frühneuzeitlicher Hochadel zwischen Familienehre, Ritterideal und Fürstendienst, Ostfildern 2012.

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22-3.8 Wahlfreies Hauptmodul
3.1.3
Historische Orientierung Studieninformation

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Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) 3.1.3   4  
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