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250318 Jugend und Pornographie (BS) (SoSe 2018)

Inhalt, Kommentar

"Wenn man Erziehung nicht als Dressur will, kommt es darauf an, das verbreitete Spielmaterial der kollektiven (und einsamen) Träume Jugendlicher ernster zu nehmen, als sowohl eine Spaß- wie eine Angstgesellschaft das können. […] Die Jugendlichen selber müssen dabei mitreden können.“
Dietmar Dath

Wenn es um Jugend und Pornographie geht, wird nicht nur von PädagogInnen viel ÜBER Jugendliche gesprochen: Die Deutungen reichen vom medialen „Bedrohungszenario“ (Klein 2010, S.167) eines Verfalls der sittlichen Ordnung, das etwa 2007 wegweisend der Sternartikel „Voll Porno!“ vorantrieb, der mit dem nationalsozialistischen Begriff der sexuellen Verwahrlosung Jugendliche als gefährdet und gefährlich darstellte (vgl. Härtel 2014, S.51ff.), bis hin zur gegensätzlichen sexualwissenschaftlichen Diagnose, die Sexualität habe „für junge Leute an symbolischer Bedeutung eingebüßt“ (Sigusch 2005, S.22). Mit letztgenannter verbindet sich das Bild einer lustlosen Jugend, die aufgrund des Wandels der klassischen Sexualmoral hin zur Konsensmoral das sexuelle Begehren verlöre und sich stattdessen eher an Familienidealen orientierten. Auch ist zu bemerken, dass in den aufgeladenen Debatten um eine 'Pornographisierung' der Jugend eines oft unter den Tisch fällt, nämlich die Frage nach der pornographischen Ästhetik. Durch „Zensurbegehren und Apologie“ (Dath 2005, S.80) wird pornographische Darstellung einseitig auf Fragen der Wirkung reduziert. Zugleich wird ÜBER Jugendliche entschieden, nicht nur auf einer pädagogischen, sondern auch auf einer juristischen Ebene: Die verschiedenen Versionen des Rahmenbeschlusses des Rates der Europäischen Union zur Frage der Bekämpfung sexueller Ausbeutung von Kindern und der Kinderpornographie beispielsweise greifen weit in das Beziehungsleben von Jugendlichen ein und kollidieren mit dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung (vgl. Graupner 2005 und 2010). Daher ist es umso relevanter, diese Diskurse und Rahmenbedingungen kritisch zu reflektieren und der Frage nachzugehen, wie Jugendliche in dieser Gemengelage damit umgehen.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Obwohl wir uns vornehmlich mit Diskursen über Jugend und Pornographie auseinandersetzen werden, ist das Seminar ausschließlich für TeilnehmerInnen geöffnet, die über 18 Jahre alt sind.

Literaturangaben

Dath, Dietmar: Die salzweißen Augen. Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit. Frankfurt am Main 2005
Graupner, Helmut: Der juristische Blick: Sexualität und Recht – zwischen Schutz und Bevormundung. In: Busch, Ulrike (Hg.): Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte. Nationale und internationale Perspektiven. Baden Baden 2010.
Graupner, Helmut: Das 17-jährige Kind. Jüngste europarechtliche Rahmenbedingungen für Sexualität in den Neuen Medien. In: Seikowski, Kurt (Hg.): Sexualität und Neue Medien. Lengerich 2005.
Härtel, Insa (unter Mitarbeit von Sonja Witte): Kinder der Erregung. 'Übergriffe' und 'Objekte' in kulturellen Konstellationen kindlich-jugendlicher Sexualität. Bielefeld 2014.
Klein, Alexandra: Jugend, Medien und Pornographie. In: Schwetsche, Michael/ Schmith, Renate-Berenike: Sexuelle Verwahrlosung. Empirische Befunde - Gesellschaftliche Diskurse - Sozialethische Reflexionen. Wiesbaden 2010.
Sigusch, Volkmar: Neosexualitäten. Über den kulturellen Wandel von Liebe und Perversion. Frankfurt/ New York 2005.
Starke, Kurt: Pornographie und Jugend. Jugend und Pornographie. Eine Expertise. Lengerich 2010.
Wüllenweber, Walter: Voll Porno! Stern 15.02.2007.
Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

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