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220097 Zur Steuerungsfähigkeit vormoderner Gesellschaften während der Kleinen Eiszeit (1430-1830) (S) (SoSe 2017)

Inhalt, Kommentar

Dass Klima- und Menschheitsgeschichte in einem dynamischen und mitunter auch in einem interaktiven Verhältnis zueinander stehen, hat sich erst spät in den 1950er Jahren allmählich durchgesetzt, nachdem nicht nur zählebige Vorstellungen von konstanten Klimaverhältnissen auf dem Globus und weit verbreitete Annahmen von einem (kausalen) Klimadeterminismus widerlegt wurden, sondern auch von Menschen verursachte globale Veränderungen des Klimasystems ermittelt worden sind. Infolge dieser Einsichten widmete sich die in den 1980er Jahren entstandene und international aufgestellte Historische Klimatologie zunehmend mehr der Historizität des Verhältnisses zwischen Klima und Mensch. In diesem interdisziplinär angelegten Forschungsfeld spielt das klimahistorische Phänomen der Kleinen Eiszeit (1430-1830) mit seinen globalen Effekten auf menschliche Gesellschaften – besonders drastisch etwa in den Fällen der Khmer (Kambodscha), der Maja (Mittelamerika), der Polynesier (Ozeanien) und der Wikinger (Grönland) – geradezu eine Schlüsselrolle. Denn bei der Rekonstruktion dieses Phänomens und seiner Wirksamkeit handelt es sich nämlich – klimatologisch höchst ungewöhnlich – um eine „Wetternachhersage“ (Christian Pfister, 1999).

Auf der Grundlage der inzwischen erschlossenen Befunde und gewonnener Erkenntnisse zur Kleinen Eiszeit, über deren Kenntnisstand mittlerweile mehrere Handbücher und Lexikonarti-kel informieren, widmet sich das Seminar einer generellen und höchst brisanten Frage: Sie betrifft die Handlungsspielräume und die Steuerungsfähigkeit vormoderner Gesellschaften unter veränderten Wetter- bzw. Klimabedingungen; aus pragmatischen Gründen befasst sich das Seminar überwiegend mit europäischen Gesellschaften des Mittelalters und der Frühneuzeit.

Literaturangaben

Literatur in Auswahl: Bernd Herrmann, Mensch und Umwelt im Mittelalter, Stuttgart 1986; Hubert Horace Lamb, Klima- und Kulturgeschichte. Der Einfluss des Wetters auf den Gang der Geschichte, Reinbeck 1989; Manfred Jakubowski-Tiessen (Hrsg.), Krisen des 17. Jahrhunderts. Interdisziplinäre Perspektiven, Göttingen 1999; Bernd Marquardt, Umwelt und Recht in Mitteleuropa. Von den großen Rodungen des Hochmittelalters bis ins 21. Jahrhundert, Zürich / Basel / Genf 2003; Wolfgang Behringer / Hartmut Lehmann / Christian Pfister (Hrsg.), Kulturelle Konsequenzen der „Kleinen Eiszeit“, Göttingen 2005; Jared Diamond, Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften, Frankfurt / Main, erweiterte Neuausgabe 2006; Christian Jörg, Teure, Hunger, Großes Sterben. Hungsersnöte und Versor-gungskrisen in den Städten des Reiches während des 15. Jahrhunderts, Stuttgart 2008; Wolfgang Behringer, Kulturgeschichte des Klimas. Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung, München 2009; Franz Mauelshagen, Klimageschichte der Neuzeit, Darmstadt 2010; Reinhold Reith, Umweltgeschichte der Frühen Neuzeit, München 2011; Philipp Blom, Die Welt aus den Angeln. Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700 sowie der Entstehung der modernen Welt, verbunden mit einigen Überlegungen zum Klima der Gegenwart, Köln 2017.

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