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220111 Konzepte und Methoden in der Erforschung des deutschen Bauernkrieges (S) (SoSe 2014)

Inhalt, Kommentar

Konzepte und Methoden in der Erforschung des deutschen Bauernkrieges

Das Großereignis des deutschen Bauernkrieges wurde in der Historiographie und Geschichtswissenschaft von Anfang an als ein eminent politisches Phänomen beurteilt und – je nach Standpunkt des Historikers – negativ als „Zerstörung“ und „Katastrophe“ oder positiv als „Freiheitskampf“, „frühbürgerliche Revolution“ und „Volksaufstand“ bezeichnet. Diese Bezeichnungen und Urteile erfolgten – mit Ausnahme der Darstellung Wilhelm Zimmermanns von 1847/1848 – bis zu Beginn der jüngeren Landesgeschichte in den 1920er Jahren zumeist aus einer nationalgeschichtlichen Perspektive, um den Bauernkrieg vor allem im Rahmen der Geschichte der deutschen Staatsbildung einzuordnen. Zu einer sozial und wirtschaftlich differenzierten Betrachtung fühlten sich hingegen bereits Vertreter der älteren Landesgeschichte in den 1870er Jahren bewogen und legten erste Quelleneditionen vor, zumal sich der Bauernkrieg vor allem in Franken, Schwaben, am Oberrhein und in Thüringen ereignete. Erst infolge der jüngeren Landesgeschichte der 1920er Jahre fand der Bauernkrieg ein größeres Interesse, so dass seine regionalen Erscheinungsformen nunmehr in Lokalstudien nach Maßgabe von Konzepten u. a. der „Volksgeschichte“ und ‚Agrargeschichte’ erschlossen wurden, wobei der Historiker Günther Franz eine führende Rolle einnahm. Vor dem Hintergrund des 450. Jubiläums des Bauernkrieges 1975 und des internationalen politischen Systemkonflikts setzte dann nicht nur eine intensive Erforschung der sozialen, wirtschaftlichen, politischen, rechtlichen und auch religiösen Ursachen des Bauernkrieges ein, sondern es wurde erstmals auch eine europäische und vergleichende Perspektive eingenommen. Seitdem ist die Forschung mit der methodisch überaus anspruchsvollen Aufgabe konfrontiert, die verschiedenen Bedingungen und Faktoren, die diesem Großereignis unterliegen, in ihrem jeweiligen Verhältnis zu bestimmen und die regional spezifischen Wirkungsmechanismen – möglichst plausibel und quellenadäquat – zu rekonstruieren. Das Seminar wird u. a. an ausgewählten Beispielen aus der Historiographie die maßgebenden Konzepte und bevorzugten Methoden ermitteln und auf gegenwärtige Desiderate aufmerksam machen.

Literaturangaben

Literatur in Auswahl: Peter Bierbrauer, Bäuerliche Revolten im Alten Reich. Ein Forschungsbericht, in: Peter Blickle / Peter Bierbrauer / Renate Blickle / Claudia Ulbrich (Hrsg.), Aufruhr und Empörung? Studien zum bäuerlichen Widerstand im Alten Reich, München 1980, S. 1-68; Winfried Schulze, Bäuerlicher Widerstand und feudale Herrschaft in der frühen Neuzeit, Stuttgart / Bad Cannstatt 1980; Peter Bierbrauer, Methodenfragen der gegenwärtigen Bauernkriegsforschung, in: Horst Buszello / Peter Blickle / Rudolf Endres (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn / München / Wien / Zürich, dritte, bibliographisch ergänzte Auflage 1995, S. 23-37; H. Wopfner, Die Forschung nach den Ursachen des Bauernkrieges und ihre Förderung durch die geschichtliche Volkskunde, in: Historische Zeitschrift 153 (1936), S. 89-106; Rainer Wohlfeil (Hrsg.), Der Bauernkrieg 1524-1526. Bauernkrieg und Reformation, München 1975; Günther Franz, Der deutsche Bauernkrieg, München, erste Auflage 1933; Peter Blickle, Die Revolution von 1525, dritte, erweiterte Auflage, München 1993.

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Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Geschichtswissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach Modul 2.1   4 Methodik  
Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) Modul 2.1   4 Methodik  
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