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221118 Das Ego-Dokument bäuerlicher Schreibebücher im Lichte der Forschung (Ü) (WiSe 2004/2005)

Kurzkommentar

Inhalt, Kommentar

Während in der angelsächsischen und skandinavischen Agrargeschichte Schreibebücher von Agrarproduzenten schon seit längerem als einzigartige Quelle für die Erforschung von Mentalität, Alltag, Kultur und Wirtschaft in ländlichen Gesellschaften des Mittelalters und der Frühneuzeit bekannt sind, ist die deutschsprachige Forschung vergleichsweise spät erst vor gut zwanzig Jahren auf diesen heterogenen Quellentyp aufmerksam geworden. Schreibebücher können sowohl Merkmale eines Tagebuches, einer Hof- und Familienchronig, eines Briefbuches, aber auch die eines reinen Rechnungsbuches oder eines Geschäfts- und/ oder Bilanzbuches aufweisen. Die formale Gestaltung dieser Textsorte ist in besonderem Maße von den ihr zugrunde liegenden Funktionen und von der Persönlichkeit ihres Autors abhängig, so daß diese Quelle von Winfried Schulze zu den Ego-Dokumenten gezählt worden ist. Anhand unterschiedlicher Beispiele vorzugsweise aus Südwestdeutschland, die den Zeitraum 1750 bis 1880 abdecken, soll in der Übung dieser Quellentyp vorgestellt und in die Möglichkeiten und Grenzen seiner quantitativen Interpretation und Auswertung eingeführt werden. Darüber hinaus werden Einblicke in die Forschungspraxis eröffnet, in der die heterogenen Informationen dieser Quelle mit Forschungsansätzen verschiedener Disziplinen erschlossen werden.

Literaturangaben

B.H. Slicher van Bath, Accounts and Diaries of Farmers before 1800 as Sources for Agricultural History, in: Afdeling Agrarische Geschiedenis van de Landbouwhagescholl 8 (1962), S.5-33. Helmut Ottenjann, Günter Wiegelmann (Hrsg.), Alte Tagebücher und Anschreibebücher, Münster 1982. Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Anschreibebücher als Quellen zur Wirtschaftsgeschichte bäuerlicher Betriebe in Schleswig-Holstein, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 109 (1984), S.151-165. Christine van den Heuvel, Ländliches Kreditwesen am Ende des 18. Jahrhunderts im Hochstift Osnabrück. Das Anschreibebuch des Johann Gabriel Niemann, in: Osnabrücker Mitteilungen 91 (1986), S. 163-192. Marie-Luise Hopf-Droste, Katalog ländlicher Anschreibebücher aus Nordwestdeutschland, Münster 1989. Wilfried Reininghaus, Anschreibebücher. Zu Problemen der Erfassung und Erschließung privaten Schriftgutes, in: Der Archivar 42 (1989), S.543-548. Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Bjorn Poulsen (Hrsg.) Bäuerliche Anschreibebücher als Quellen zur Wirtschaftsgeschichte, Neumünster 1992. Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Warum schrieben Bauern? in: Kieler Blätter zur Volkskunde 27 (1995), S.109-126. Bo Larsson, Janken Myrdal (Hrsg.), Peasant Diaries as a Source for the History of Mentality, Stockholm 1995. Winfried Schulze (Hrsg.), Ego-Dokumente. Annäherung an den Menschen in der Geschichte, Berlin 1996. Alfred Messerli, Roger Chartier (Hrsg.), Lesen und Schreiben in Europa 1500-1900. Vergleichende Perspektiven, Basel 2000. Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Bjorn Poulsen (Hrsg.), Writing Peasants. Studies on Peasant Literacy in Early Modern Northern Europe, Gylling 2002. Jan Peters, Mit Pflug und Gänsekiel. Selbstzeugnisse schreibender Bauern. Eine Anthologie, Köln, Weimar, Wien 2003.

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Frauenstudien (Einschreibung bis SoSe 2015)    
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Geschichte / Lehramt Sekundarstufe II A3; B1; B2; B3; C2 Wahlpflicht GS und HS
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