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230101 Hitler-Bilder im Kino (S) (SoSe 2018)

Einrichtung
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Art(en) / SWS
S / 2
Zeitraum
09.04.2018-20.07.2018
Voraussichtl. Wiederholung

Lehrende

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Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  
wöchentlich Do 10-12 X-E1-202 09.04.2018-20.07.2018
nicht am: 10.05.18 / 31.05.18

Klausuren

  • Keine gefunden

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
23-GER-PLit2 Gegenwartsliteratur und Medien Veranstaltung 1 (mit Modulprüfung) Studienleistung
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Veranstaltung 2 Studienleistung
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23-MeWi-HM1 Medien, Sprache und Kultur Lehrveranstaltung I benotete Prüfungsleistung
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Lehrveranstaltung II Studienleistung
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Lehrveranstaltung III Studienleistung
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Lehrveranstaltung IV Studienleistung
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Germanistik / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) BaGerP2G    
Studieren ab 50    

Allgemeine Anforderungen bei Lehrveranstaltungen:

Die Anforderungen an die aktive Teilnahme (nur gültig für Studienmodell 2002) sind hier erläutert. In den FsB und Modulhandbüchern finden sich Informationen, ob Studienleistungen (nur gültig für Studienmodell 2011)/Einzelleistungen/Modul(teil)prüfungen vorgesehen sind, und welche Anforderungen hierfür bestehen.

Konkretisierung der Anforderungen

Studienleistungen können über ein (Gruppen-)Referat erbracht werden.

Inhalt, Kommentar

Hitler-Bilder im Kino sind seltener, als man zunächst wohl denkt. Am Rande taucht der Führer häufig auf, aber als zentrale, den Plot bestimmende Figur im Spielfilm findet man ihn kaum. Das liegt, naturgemäß, an der Dämonisierung, mit der man die historische Figur aus dem Erinnern ausgrenzt – selbst heute noch, mehr als 70 Jahre nach seinem Tod. Seine Repräsentationen schwanken dann zwischen Heroisierung (Riefenstahl) und Parodie (Chaplin), Mythisierung (Syberberg) und Bewältigung (Tabori) oder anarchischem Klamauk (Schlingensief).
Christoph Schlingensief selbst beschreibt sein Vorhaben als einen Versuch zur Abnutzung des Mythos Hitler: „Den Hitler hat man leider seit ’45 nicht abgenutzt. Man hat ihn nicht zum Gebrauch hingeworfen, hat gesagt, lest die Scheiße, nutzt es ab, benutzt es und dann wird es sich schon zerschleudern und zerfleddern, und keiner wird mehr Interesse haben, diese kaputte Jacke anzuziehen. Das passiert nicht, weil natürlich immer diese Hochadelskultur einsetzt und sagt: Nein, um Gottes Willen. Käseglocke drüber, Tempelanlage bauen! Wahnsinn! Vorsicht! Achtung! Kein falsches Wort jetzt! Und so weiter.“ Vielleicht wäre Abnutzung wirklich ein Weg, mit der Überlast, unter der auch DER UNTERGANG (Hirschbiegel) noch merklich leidet, zurecht zu kommen. Die meisten Filme, die wir analysieren werden, sind, wie dieser, um die letzten Tage des Führers Adolf Hitler im Bunker zentriert (Pabst, Heller u. a.): ein Stoff, der nicht eben einlädt, den Mythos zu „zerfleddern“ – sondern eher zur Remythisierung tendiert.
Generell gilt: Narrative Filme sind mitverantwortlich für unsere kognitive und emotionale Verarbeitung von ge-sellschaftlichen Ereignissen und können dadurch zu Medien des Gedächtnisses und der Identitätsstiftung werden. Fiktionale Bildmedien leisten dann eine spezifische Form der Aufarbeitung: auch zur Figur Hitler. Der Erfolg der Ge-dächtnis- und Erinnerungstheorien oder die Debatten um nationale Selbstverständigung in Deutschland sind deshalb nicht allein wissenschaftsgeschichtlich zu erklären, sondern den besonderen Umständen einer „verspäteten Nation“ (Helmuth Plessner) geschuldet, die sich erst mit dem Ende des 20. Jahrhunderts, durch den Zusammenbruch der DDR und die Auflösung des Systems der Warschauer-Pakt-Staaten bedingt, fragen musste, wie denn nun das wiedervereinigte Deutschland sich zu definieren habe, was Dreh- und Angelpunkt nationaler Identität sein könne und welche Narrative insbesondere diese Selbstvergewisserung adäquat bebildern sollten. Die Hitler-Imagines sind, ob wir das wollen oder nicht, ein Teil davon.
Wie lässt sich der Begriff der Nation klären; was wird inkludiert oder exkludiert auf dem Weg zu nationaler Identität? Braucht man dazu ein (filmisches) Bild des Führers – und den Gestus der Verwerfung? Welche Konfiguration des Anderen und des Fremden begleiten diese Inszenierungen? Wie sind solche Konstruktionen Hitlers mit dem Phänomen der kollektiven Erinnerung verknüpft, oder, genauer gefasst, dem kollektiven, kulturellen Gedächtnis? Handelt es sich um ein Speicher- oder ein Funktionsgedächtnis? Wie ist überhaupt das dialektische Verhältnis von Erinnern und Vergessen strukturiert? Und welchen Anteil haben daran die Topoi, an denen sich diese Prozesse vollziehen. Wenn man den Film als Gedächtnismedium begreift, muss geklärt sein, auf welche Weise Vergangenheit in Erinnerungsfilmen transformiert wird – auch mit den konstruierten Bildern des Führers Adolf Hitler.

Literaturangaben

• Literatur wird über den elektronischen Lernraum und einen UB-Handapparat zur Verfügung gestellt.
• In der UB ist zudem ein Medienapparat eingerichtet.

Lernraum (E-Learning)

Zu dieser Veranstaltung existiert ein Lernraum im E-Learning System. Lehrende können dort Materialien zu dieser Lehrveranstaltung bereitstellen:

TeilnehmerInnen
registrierte Anzahl : 26
Dies ist die Anzahl der Studierenden, die die Veranstaltung im Stundenplan gespeichert haben. In Klammern die Anzahl der über Gastaccounts angemeldeten Benutzer/innen.
eKVV Teilnehmermanagement :
Bei dieser Lehrveranstaltung wird das eKVV-Teilnehmermanagement genutzt.
Details zeigen
Teilnehmerbegrenzung :
Begrenzte Anzahl TeilnehmerInnen: 40
Abruf der Liste der Teilnehmer/innen :
Lehrende und ihre Sekretariate können sich die Liste der im eKVV registrierten Teilnehmer/innen über die passwortgeschützen eKVV Seiten abrufen: Meine Veranstaltungen
Falls Sie noch keinen BIS Zugang besitzen oder generelle Hinweise zum Abrufen und zum Umgang mit den Teilnehmerlisten suchen nutzen Sie unsere Hilfeseite
Dort finden Sie auch Informationen dazu, wie Sie aus einer Teilnehmerliste die Ergebnisliste für die Prüfungsdokumentation erstellen und wie Sie diese an die Prüfungsämter übermitteln können.
Automatischer E-Mailverteiler der Veranstaltung
Adresse :
SS2018_230101@ekvv.uni-bielefeld.de
Lehrende, ihre Sekretariate sowie für die Pflege der Veranstaltungsdaten zuständige Personen können über diese Adresse E-Mails an die VeranstaltungsteilnehmerInnen verschicken. WICHTIG: Sie müssen verschickte E-Mails jeweils freischalten. Warten Sie die Freischaltungs-E-Mail ab und folgen Sie den darin enthaltenen Hinweisen.
Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die TeilnehmerInnen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_118057130@ekvv.uni-bielefeld.de
Reichweite :
26 Studierende direkt per E-Mail erreichbar
Hinweise :
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
Änderungen/Aktualität der Veranstaltungsdaten
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende :
Mittwoch, 7. März 2018 
Letzte Änderung Zeiten :
Mittwoch, 7. Februar 2018 
Letzte Änderung Räume :
Mittwoch, 7. Februar 2018 
Sonstiges
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