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Stellungnahme zum Bericht der NW vom 4.9.:

Veröffentlicht am 4. September 2019, 14:21 Uhr

Universitätssanierung: Due Diligence hat finanziellen Schaden abgewendet

Am 4. September hat die Neue Westfälische Zeitung unter der Überschrift „Baubetrieb und Uni wegen Kostenexplosion in der Kritik“ über eine Bewertung des Landesrechnungshofs zu Planung und Verfahren bei der Sanierung des Universitätshauptgebäudes durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) berichtet. Die Universität teilt die dort beschriebenen Einschätzungen des Landesrechnungshofs und die im Kommentar des Redakteurs geäußerte Kritik am Bau- und Liegenschaftsbetrieb nicht. Im Gegenteil: Nach Überzeugung der Universität konnte durch eine 2016/2017 durchgeführte Risikobewertung durch einen externen Gutachter („Due Diligence“) und einer darauf aufbauenden Neujustierung des Projekts finanzieller Schaden vom Land Nordrhein-Westfalen abgewendet werden. Die heute vorliegende Kostenkalkulation ist valide und sie hat das Risiko deutlich reduziert, dass es in der Bauphase tatsächlich zu steigenden Kosten kommt. Dies wurde durch die im Juli erfolgte Auftragsvergabe an das Generalunternehmen bestätigt. Leider wurden diese Entwicklungen in der Berichterstattung nicht berücksichtigt.


Zum Hintergrund:
In der frühen Planungsphase der Sanierung zeigten sich Defizite in der Projektsteuerung: Ab 2014 wurden von der zuständigen BLB Niederlassung Bielefeld Zeitpläne nicht eingehalten und Kostenprognosen nach oben korrigiert. Da die Gründe hierfür nicht offensichtlich waren, hat sich die BLB-Zentrale in Düsseldorf im Sommer 2016 entschlossen, das Gesamtprojekt durch einen externen Gutachter untersuchen zu lassen. In Abstimmung mit der Universität Bielefeld hat die Geschäftsführung des BLB NRW eine sogenannte Due Diligence für den ersten Bauabschnitt in Auftrag gegeben. Bei dieser „Sorgfältigen Risikoprüfung“ sollten die Weichenstellungen frühzeitig noch einmal überprüft und – wo nötig – nachjustiert werden.

Die Ergebnisse der Due Diligence lagen im April 2017 vor. Als erste Konsequenz hat die BLB-Zentrale in Düsseldorf die Verantwortung für das Projekt der BLB-Niederlassung Dortmund übertragen. Die Projektstruktur und -steuerung wurde verändert. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW reduzierte in Abstimmung mit der Universität durch Veränderungen am architektonischen Entwurf und durch Optimierungen in der Baulogistik die Risiken für den ersten Bauabschnitt. Die Universität war in diesem Zusammenhang auch zu schmerzhaften Einschnitten bereit. Sie hat gegenüber der ersten Planung auf architektonische und funktionale Details verzichtet, beispielsweise auf einen überdachten Innenhof mit Studierendenservicecenter. Im Juli 2018 hat der BLB ein neuartiges Vergabeverfahren gestartet und eine europaweite Ausschreibung zur Suche nach einem Generalunternehmer für den ersten von sechs Modernisierungsabschnitten veröffentlicht. Ein Jahr später wurde das Unternehmen Züblin mit der Umsetzung des ersten Bauabschnitts beauftragt.

Es ist richtig, dass die finale Kostenkalkulation für den ersten Bauabschnitt der Universitätssanierung deutlich höher ausfiel als ursprünglich auf Grundlage der 2014 gültigen Richtwerte prognostiziert.

In den vergangenen Jahren sind die Baukosten in Deutschland aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung deutlich gestiegen. Die Richtwerte für die Kostenkalkulation von Hochschulbauten werden regelmäßig indiziert und damit angepasst. Die heutigen Planungen bewegen sich innerhalb der aktuellen Richtwerte. Sie haben sich als valide herausgestellt, so bestätigte das Angebot des Generalunternehmens die Kostenkalkulation. Die Vergabe bewegt sich im prognostizierten Rahmen.

Durch die Due Diligence und die erfolgten Neujustierungen des Projekts wurde das Risiko von tatsächlich steigenden Kosten deutlich reduziert. Aus Sicht der Universität war sie daher ein voller Erfolg. Denn: Bis zur tatsächlichen Vergabe an das Generalunternehmen handelte es sich um prognostizierte Kosten. Tatsächliche Kosten – abgesehen von Planungskosten und Kosten für die Schadstoffsanierung – fallen erst in der Bauphase an.

Die Universität Bielefeld erkennt ausdrücklich an, dass der Verwaltungsrat des BLB bereit war nach der Due Diligence und dem Abschluss der Neuplanungen in einem zügigen Verfahren die erforderlichen Entscheidungen zu fällen. Sie waren nötig, um das Mega-Projekt der Universitätssanierung nach einer sehr langen Planungsphase schnell auf den Weg zu bringen. Dies ist mit der erfolgreichen Vergabe an das Generalunternehmen gelungen. Ein anderes Verfahren hätte zu einer weiteren Verzögerung geführt.

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