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DFG-Erfolge: Neuer Sonderforschungsbereich in Mathematik und Transregio in Physik

Veröffentlicht am 7. Juni 2017, 00:00 Uhr

Universität Bielefeld mit neuen Aushängeschildern in der Forschung

„Unsicherheit beherrschen und Zufall sowie Unordnung nutzen in Analysis, Stochastik und deren Anwendungen“ – das ist der Name des neuen Sonderforschungsbereiches (SFB) an der Universität Bielefeld. Er ist am Mittwoch, 24. Mai, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für vier Jahre bewilligt worden.  Die DFG hat außerdem einen neuen Transregio-Sonderforschungsbereich (SFB-TRR) bewilligt, in dem Physikerinnen und Physiker der Goethe-Universität Frankfurt, der Universität Bielefeld und der Technischen Universität Darmstadt gemeinsam „Stark-wechselwirkende Materie unter extremen Bedingungen“ erforschen werden.

Professor Dr. Michael Röckner ist Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs, Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) sowie Dekan der Fakultät für Mathematik an der Universität Bielefeld. Foto: Universität Bielefeld
Professor Dr. Michael Röckner ist Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs, Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) sowie Dekan der Fakultät für Mathematik an der Universität Bielefeld. Foto: Universität Bielefeld

Es ist das Ziel des Sonderforschungsbereiches in der Mathematik, grundlegende Konzepte und Theorien zum Umgang mit „gutem“ und „schlechtem“  Zufall zu entwickeln. Sie sollen auf bisher ungelöste Probleme in verschiedenen Gebieten der Wirtschafts- und Naturwissenschaften, insbesondere in Biologie und  Physik, angewendet werden.  Der nun bewilligte SFB ist daher interdisziplinär und umfasst 17 Teilprojekte, die größtenteils an der Fakultät für Mathematik, aber auch an der Fakultät für Physik, dem Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung und der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld angesiedelt sind. Unter anderem werden 13 Promotionsstellen und 13 Postdoc-Stellen gefördert. Die Fördersumme für die ersten vier Jahre beträgt rund 10 Mio Euro.

„Der SFB möchte auf der einen Seite Unsicherheit zähmen und auf der anderen Seite vom Zufall profitieren und ihn sinnvoll nutzen“, erklärt SFB-Sprecher Röckner. Es gebe Unsicherheiten jenseits des wahrscheinlichkeitstheoretisch beschreibbaren Zufalls. Solche Modellunsicherheiten spielten in der Finanzkrise eine große Rolle, weil Investmentbanken etwa Ratings fälschlicherweise als exakte Wahrscheinlichkeiten interpretierten. 

Transregio-Sonderforschungsbereich Physik
Für den Transregio-SFB stellt die DFG in den nächsten vier Jahren rund 8 Millionen Euro zur Verfügung. Professor Dr. Dirk Rischke von der Universität Frankfurt ist Sprecher, Professor Dr. Frithjof Karsch von der Universität Bielefeld sein Stellvertreter.
Unter extremen Bedingungen bildet stark-wechselwirkende Materie neuartige Zustandsformen aus, vergleichbar mit den verschiedenen Aggregatzuständen des Wassers als Eis, Flüssigkeit und Gas. Während dies an großen Teilchenbeschleunigern wie dem Large Hadron Collider (LHC) am CERN in Genf und in Zukunft am Facility for Antiproton and Ion Research (FAIR) in Darmstadt experimentell untersucht wird, will der neue SFB-TRR die Thematik von theoretischer Seite her beleuchten.

In 14 Teilprojekten sollen hier die fundamentalen Eigenschaften stark-wechselwirkender Materie untersucht und auf die Physik im frühen Universum und in Schwerionen-Experimenten angewendet werden. Erklärtes Ziel ist es dabei, möglichst direkt von der fundamentalen Theorie der starken Wechselwirkung, der sogenannten Quantenchromodynamik (QCD), auszugehen.

Weitere Informationen:
•    Youtube-Video: Professor Dr. Michael Röckner über die Bedeutung des neuen Sonderforschungsbereichs an der Universität Bielefeld: https://youtu.be/oZ8rXlkhALk
•    DFG-Pressemitteilung zu neuen Sonderforschungsbereichen: http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2017/pressemitteilung_nr_16/index.html

Am neuen SFB-TRR beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bielefeld, Darmstadt und Frankfurt. In der ersten Reihe: Sprecher Professor Dr. Dirk Rischke (Mitte) und die stellvertretenden Sprecher Professor Dr. Jochen Wambach (zweiter von rechts) und Professor Frithjof Karsch (zweiter von links, Universität Bielefeld)
Am neuen SFB-TRR beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bielefeld, Darmstadt und Frankfurt. In der ersten Reihe: Sprecher Professor Dr. Dirk Rischke (Mitte) und die stellvertretenden Sprecher Professor Dr. Jochen Wambach (zweiter von rechts) und Professor Frithjof Karsch (zweiter von links, Universität Bielefeld). Foto: Universität Bielefeld / H. Sandmeyer
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