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Zur Gründung einer Medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld

Veröffentlicht am 7. Juni 2017, 12:29 Uhr

Rektor Sagerer freut sich sehr über Nachricht aus Düsseldorf

Laut Medienberichten haben sich CDU und FDP im Rahmen ihrer Koalitionsverhandlungen für die zukünftige Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auf die Gründung einer Medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld verständigt. Es sollen dafür 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Dazu sagt Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld:
„Wir freuen uns sehr über die Nachrichten aus Düsseldorf. Diese erreichen uns zwar durchaus überraschend, aber nicht unvorbereitet. Eine Medizinerausbildung an der Universität Bielefeld würde dazu führen, dass sich die ärztliche Versorgung verbessert: Es ist einfacher, die ausgebildeten Ärzte in der Region zu halten als sie nach Ostwestfalen-Lippe zu holen. Die Universität Bielefeld hat zudem hervorragende Voraussetzungen für den Aufbau einer Medizinischen Fakultät durch eine Vielzahl von Kooperationen und eine enge Verzahnung mit der Gesundheitsregion OWL. Für die Region wäre die Medizinische Fakultät ein wichtiger Schritt zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung, für die Universität Bielefeld eine konsequente Erweiterung ihres Forschungs- und Lehrangebotes. Diese Erweiterung des Fächerspektrums verspricht neuartige, interdisziplinäre Lehr- und Forschungsaktivitäten für unsere aktuellen Fächer, aber auch für die neue Medizin. Kommt die Medizinische Fakultät nach Bielefeld, dann muss der Schwerpunkt auf der Ausbildung von Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern liegen. Denn vor allem diese werden in der Region gesucht. Die Universität Bielefeld könnte hier eine Schlüsselposition in der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung der Region übernehmen. Weitere Schwerpunkte der Medizinischen Fakultät sollten sein: Medizin bei Pflege und im Alter, Medizin und Gesundheit sowie Digitalisierung in der Medizin.

Bereits 2011 fassten wir erste Überlegungen für eine neue Fakultät in einem Eckpunktepapier zusammen. Wir haben zudem Entwicklungen beispielsweise in Oldenburg und Augsburg beobachtet, wo in den vergangenen Jahren Medizinische Fakultäten gegründet wurden.

Die genannte Summe von 50 Millionen Euro deckt sich mit einer ersten Schätzung der Universität Bielefeld für die laufenden Kosten einer Medizinischen Fakultät pro Jahr. Die einmaligen Investitionskosten sind damit nicht abgedeckt.

Mit einem Studienangebot in Pharmazie – wie es am 6. Juni von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe vorgeschlagen wurde – haben wir uns bislang nicht beschäftigt.

Wir warten nun auf den Abschluss der Koalitionsverhandlungen und freuen uns auf die sich hoffentlich anschließenden Gespräche mit der dann gewählten neuen Landesregierung. Ich bitte um Verständnis: Bis dahin können wir keine weiteren Informationen zu der möglichen inhaltlichen Ausgestaltung einer Medizinischen Fakultät geben.“

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