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Wie verändern Vergleiche den Kontakt von Kulturen?

Veröffentlicht am 4. Oktober 2018, 12:11 Uhr
Konferenz des Sonderforschungsbereichs 1288 „Praktiken des Vergleichens“

Wenn sich Kulturen begegnen, ist dieser Kontakt oft überwältigend. Wie begreifen Menschen unbekannte kulturelle Phänomene, denen sie begegnen? Forschende der Universität Bielefeld gehen davon aus: Das Vergleichen mit Bekanntem spielt in diesem Prozess eine wichtige Rolle. Dazu untersuchen sie die europäische Expansions- und Kolonisierungsgeschichte und diskutieren mit internationalen Forschenden vom 11. bis 13. Oktober bei der Konferenz „Contact – Conquest – Colonization“ („Kontakt – Eroberung – Kolonisierung“) an der Universität Bielefeld. Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1288 „Praktiken des Vergleichens“ ist der Veranstalter.    

Im SFB arbeiten einige Teilprojekte an Studien zu europäischem, amerikanischem und asiatischem Kulturkontakt, zu Eroberungsbemühungen und Kolonisierung. Diese Bereiche haben sich in der ersten SFB-Phase als besonders einschlägig für das Erforschen von Vergleichspraktiken erwiesen. Der Blick in die Geschichte zeigt etwa: Als europäische Kulturen erstmals asiatischen, afrikanischen und amerikanischen Kulturen begegneten, griffen sie unter anderem auf Wissen zu Kulturkontakten und Eroberungen in der griechischen Antike zurück. Erst das Vergleichen mit diesem vertrauten Wissen ermöglichte es ihnen, das Neue einzuordnen. Die übergeordnete Frage der Forschenden ist an dieser Stelle: Welche Rolle spielt das Vergleichen in Prozessen historischen Wandels?

„Für die Konferenz konnten wir zum einen international hochangesehene fortgeschrittene Wis-senschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen. Zum anderen freue ich mich, dass wir auch eine Reihe von hervorragenden jungen Forscherinnen und Forschern mit dem Thema anziehen konnten“, sagt Juniorprofessorin Dr. Eleonora Rohland, eine der Organisatorinnen der Konferenz und Teilprojektleiterin im SFB. „Die Bandbreite der untersuchten Felder erstreckt sich bei der Konferenz von Vorträgen über Jesuiten aus der Frühen Neuzeit, die die Vorstellungen von Männlichkeit in Europa und China verglichen, bis zu Vergleichspraktiken im Kontext von ‚Blackness‘ während der Harlem Renaissance in den USA zwischen 1920 bis 1930.“

Die Abendvorträge der Konferenz halten Professor Peter C. Mancall (University of Southern California, Dornsife, USA), Professor Demetrius Eudell (Wesleyan University, USA) und Professor Dr. Alexander Honold (Universität Basel, Schweiz). Die Konferenzsprache ist Englisch. Die Tagung findet am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), Methoden 1, 33615 Bielefeld statt.

Im SFB arbeiten 62 Forschende an der Universität Bielefeld aus der Geschichts- und Literaturwissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte, Politik- und Rechtswissenschaft systematisch daran, wie Vergleichspraktiken die Welt ordnen und verändern. Der SFB „Praktiken des Vergleichens“ wird seit Januar 2017 für zunächst vier Jahre mit einem Fördervolumen von rund 10 Millionen Euro gefördert. Sonderforschungsbereiche sind langfristig angelegte Forschungseinrichtungen an Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten – für bis zu zwölf Jahre. Sie werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Weitere Informationen:
•    Die Seite zur CCC-Konferenz (in englischer Sprache): www.uni-bielefeld.de/sfb1288/ccc.html
•    Das detaillierte Programm der Auftaktkonferenz (in englischer Sprache): www.uni-bielefeld.de/sfb1288/documents/ccc-programme.pdf
•    Die Webseite des Sonderforschungsbereichs: www.uni-bielefeld.de/sfb1288
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