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Wie Sinne das Verhalten steuern

Veröffentlicht am 24. September 2015, 09:56 Uhr
Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung über den engen Zusammenhang von Wahrnehmung und Bewegungssteuerung

Wir machen uns selten klar, welche enorme Leistung unser Organismus vollbringt, wenn wir einfach nur herumgehen und eine Tasse Kaffee vom Tisch nehmen. Ohne zu stolpern, ohne irgendwo anzustoßen, ohne den Kaffee zu verschütten. Damit dies gelingt, müssen wir die Welt und unsere Bewegungen wahrnehmen und berechnen, wie sich die Welt verändert, wenn wir uns in ihr bewegen. Auf der Tagung „Moving the Senses: From Motion Sensing to Animals in Motion“ am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld werden die Forschenden vom 30. September bis zum 2. Oktober einen neuen Ansatz diskutieren: Sinneswahrnehmung und Verhaltenssteuerung bilden demnach ein gemeinsames, eng verflochtenes System.


„Bewegung und kontextabhängige, wohlkontrollierte Interaktion mit Objekten gehört zu den Schlüsselfähigkeiten intelligenten, adaptiven Verhaltens“, erklärt der Biologe Professor Dr. Volker Dürr. Er leitet zusammen mit den Bielefelder Kollegen Professor Dr. Martin Egelhaaf, Dr. Roland Kern und Dr. Jens P. Lindemann die Tagung. Bei der Erforschung zahlreicher dazu nötiger Fähigkeiten haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. So verstehen sie immer besser, wie der Organismus die räumliche Anordnung der Umgebung wahrnimmt, wie er seine Geschwindigkeit, Richtung oder Entfernung zu Objekten in der Umgebung einschätzen kann, und wie er es fertig bringt, selbst ein zeitweise unsichtbares Ziel anzusteuern.

Die Integration dieser unterschiedlichen Aspekte stellt allerdings nach wie vor eine große Herausforderung dar. Hier setzen die Forscher an: „Der Workshop bringt international ausgewiesene und angesehene Wissenschaftler zusammen, die die unterschiedlichen Aspekte aus verschiedenen disziplinären Perspektiven und in verschiedenen Modellsystemen - Insekten, Wirbeltiere, Menschen - untersucht haben“, erklärt Volker Dürr. Dabei wird es in vier thematischen Blöcken um die neuronale Kodierung und die Verarbeitungsmechanismen von Bewegungsinformation gehen, um die sensorische Kontrolle der Fortbewegung und um Bewegungsstrategien für die Navigation im Raum.

Tagungszeiten:
Mittwoch, 30. September, 16 bis 19 Uhr
Donnerstag, 1. Oktober 2015, 9 bis 19 Uhr

Weitere Informationen im Internet:

www.uni-bielefeld.de/ZIF/AG/2015/09-30-Duerr.html
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