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Wie Extremisten die sozialen Medien nutzen

Veröffentlicht am 23. Februar 2017, 09:51 Uhr
IKG der Universität Bielefeld leitet neuen Forschungsverbund

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den Forschungsverbund X-SONAR zur Analyse extremistischer Bestrebungen in sozialen Netzwerken. Das Institut für Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld koordiniert diesen neuen Forschungsverbund. Mit einer Förderung von 3 Millionen Euro wird der Verbund grundlagenwissenschaftlich und mit einem Blick auf Prävention und Intervention analysieren, auf welche Weise radikal extremistische Gruppen Menschen in der virtuellen Realität erreichen, rekrutieren und mobilisieren.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Viktoria Roth und Professor Dr. Andreas Zick vom IKG arbeiten gemeinsam im neuen Forschungsverbund, der von der Universität Bielefeld koordiniert wird.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Viktoria Roth und Professor Dr. Andreas Zick vom IKG arbeiten gemeinsam im neuen Forschungsverbund, der von der Universität Bielefeld koordiniert wird.
„Wir wollen mit neuen grundwissenschaftlichen Methoden und Analysen verstehen, wie sich Menschen radikalisieren und wie es zu Terror kommt“, erläutert der Verbundleiter Professor Dr. Andreas Zick und ergänzt: „In der Anwendung bedeutet das, die Ausbildung von Sicherheitskräften zu verbessern.“ Dazu benötigen die Forscher laut Zick „zum Teil vollkommen neue Techniken, die auf Wissen über Radikalisierungsdynamiken und -verläufe basieren.“ Teilprojekte des Verbundes werden am Frauenhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, dem Landesinstitut für präventives Handeln, sowie der Deutschen Hochschule für Polizei und dem Landeskriminalamt Niedersachen durchgeführt. Zahlreiche Institutionen werden mit dem Kernteam zusammenarbeiten. Darunter das Deutsche Forum Kriminalprävention, das Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie in Wien, aber auch der Verband Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter, jugendschutz.net und eine Schulbehörde in Hamburg.

Am IKG der Universität Bielefeld wird im Rahmen des Verbundes ein eigenes Projekt durchgeführt, eng verbunden mit dem Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt. Das mit 1,1 Millionen Euro geförderte Projekt in Bielefeld konzentriert sich auf die Analyse extremistischer Bestrebungen in sozialen Netzwerken aus einer sozialpsychologischen und soziologischen Perspektive. Dabei geht es dem jungen Forschungsteam unter der Leitung von Professor Dr. Andreas Zick vor allem um die Frage, wie im Internet Menschen für extremistische Ideologien und Terrorgruppen angeworben werden und wie die Radikalisierung von jungen Menschen durch das Netz abläuft. Dazu werden Netzwerkanalysen, qualitative Inhaltsanalysen und zahlreiche Fallstudien durchgeführt. „Wir können auf fünf Jahre grundlagenwissenschaftliche Analysen der Radikalisierung zurückgreifen“, erklärt Andreas Zick.

Das IKG hat bereits im Rahmen von Drittmittelprojekten Radikalisierungsprozesse Fall für Fall analysiert, und sich so zu einem der führenden Institute der empirischen Radikalisierungsanalysen entwickelt. „Mit der umfangreichen Analyse von Anwerbungen, Mobilisierungen und Gruppenbildungen durch Terrorgruppen im Netz bewegen wir uns dorthin, wo derzeit die Radikalisierung junger Menschen in Europa stattfindet“, erläutert Viktoria Roth. Sie hatte sich bereits zuvor in einem Verbund mit der Frage beschäftigt, warum junge Frauen sich Terrorgruppen anschließen. Die meisten dschihadistischen Attentäter in Deutschland haben sich durch die Kommunikation im Netz radikalisiert. „Das Netz ist der Ort, wo Botschaft und Bindung vermittelt wird“, erklärt Andreas Zick. Befunde des Forschungsverbundes werden regelmäßig auf der Website des IKG, durch öffentliche Veranstaltungen und die Pressestelle der Universität vermittelt. 
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