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Wenn Gene den Unterschied machen

Veröffentlicht am 13. Mai 2016, 13:09 Uhr

Öffentliche Podiumsdiskussion und Tagung zu den Ursachen von Lebenschancen am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld

Menschen haben ungleiche Chancen im Leben. Wenn diese Ungleichheit sozial bedingt ist, empfinden wir sie oft als ungerecht. Was aber, wenn sie auch genetische Ursachen hat? Was folgt daraus für unsere Gesellschaft? Dieser Frage gehen Forscher am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld nach: mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 18. Mai um 18 Uhr und einer wissenschaftlichen Tagung vom 23. bis zum 25. Mai.


Auf dem Podium diskutieren: Andreas Esche (Bertelsmann-Stiftung, Gütersloh), Professor Dr. Günther Wienberg (Von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, Bielefeld), Professor Dr. Rainer Riemann (Universität Bielefeld, Ko-Leiter der ZiF-Forschungsgruppe "Genetische und soziale Ursachen von Lebenschancen") und Dr. Joachim Wündisch (Universität Düsseldorf, Mitglied der ZiF-Forschungsgruppe). Die Podiumsdiskussion, zu der Gäste herzlich willkommen sind, wird moderiert von Dr. Manuela Lenzen (ZiF).

Jeder Mensch kommt mit einer individuellen genetischen Ausstattung zur Welt. Immer mehr Studien zeigen, wie stark diese Ausstattung die Lebenschancen des Menschen beeinflusst: seine Gesundheit und seine Lebenserwartung, aber auch seinen Bildungserfolg, seine Berufsaussichten sowie seine soziale Mobilität. Dass mehr Kinder studierter Eltern ebenfalls studieren, liegt nicht nur an sozialen Faktoren wie dem Einkommen, sondern auch an ihren Genen. Soziale Ungleichheiten sind in substanzieller Weise auch genetisch bedingt. Auch, aber nicht nur. Denn die Gene stehen in einer komplexen Wechselwirkung mit der Umwelt.

„Das bedeutet: Wenn man soziale Ungleichheit verstehen will, darf man den Einfluss der Gene nicht übersehen. Man darf ihn aber auch nicht als einen simplen Determinismus deuten“, erklärt der Bielefelder Psychologe Professor Dr. Rainer Riemann. Er leitet zusammen mit dem Bielefelder Soziologen Professor Dr. Martin Diewald die aktuelle ZiF-Forschungsgruppe „Genetische und soziale Ursachen von Lebenschancen“, in deren Kontext beide Veranstaltungen stattfinden.

„In der Podiumsdiskussion wollen wir fragen, welche Rolle Gene und soziale Bedingungen für die Lebenschancen von Menschen spielen und was daraus zum Beispiel für die Sozialpolitik und für unser Bildungswesen folgt“, so Rainer Riemann. Dabei wird es um Fragen gehen wie: Wie definiert man genetische Unterschiede? Ist der Staat verpflichtet, eine schlechtere genetische Ausstattung auszugleichen? Welche Rolle sollen genetische Faktoren überhaupt in gesellschaftspolitischen Diskussionen spielen?

Auf der Tagung „The Inclusion of Genetic Influences in Theoretical Interpretations of Inequality and Social Justice Considerations” gehen die Forscher philosophische und psychologische Aspekte von Gerechtigkeit, genetisch bedingten Unterschieden und genetischen Manipulationen an. Der Bielefelder Philosoph Professor Dr. Rüdiger Bittner bringt es mit dem Titel seines Vortrags auf den Punkt: „Ihre Gene geben den Menschen unterschiedliche Lebenschancen, was sollen wir tun?“

Die Podiumsdiskussion findet auf Deutsch statt, die Tagung auf Englisch.

Weitere Informationen und das Tagungsprogramm:
www.uni-bielefeld.de/(de)/ZIF/FG/2015LifeChances/Events/

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