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Von der europäischen Verfassung und fraktalen Bergen

Veröffentlicht am 9. Mai 2018, 11:12 Uhr
Zwei öffentliche Vorträge am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)

Im Mai lädt das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld zu zwei hochkarätigen öffentlichen Vorträgen ein: Professor Dr. Paul Michael Lützeler aus St. Louis (USA) referiert zum Beitrag von Schriftstellerinnen und Schriftstellern zu einem geeinten Europa. Professor Dr. Jean-Pierre Eckmann aus Genf (Schweiz) geht der Frage nach, was bergsteigende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit mathematischen Bergen zu tun haben.


Prof. Dr. Paul Michael Lützeler. Foto: privat
Prof. Dr. Paul Michael Lützeler. Foto: privat
Vortrag von Paul Michael Lützeler (16. Mai, 18.15 Uhr)
Ist eine gemeinsame Verfassung der Weg aus der europäischen Krise? Schon mit dem Ende der Napoleonischen Kriege wurde den Befürwortern eines geeinten Europas klar, dass dieses nicht ohne eine gemeinsame Verfassung zu haben sei, so der Germanist Paul Michael Lützeler. Am 16. Mai spricht er in Bielefeld über „Wege aus der europäischen Krise: Schriftsteller zu einer Verfassung für Europa“. Bis heute, so Lützeler, werde das Plädoyer für eine gemeinsame Verfassung von vielen Protagonistinnen und Protagonisten des Europa-Diskurses wiederholt, „obwohl oder gerade weil der Versuch einer solchen Konstitution 2005 fehlgeschlagen ist“. In seinem Vortrag wird Lützeler vor allem den Beitrag der Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu diesem Europa-Diskurs, ihre Hoffnungen und Befürchtungen thematisieren.

Paul Michael Lützeler ist Germanist und Rosa May Distinguished University Professor in the Humanities an der Washington University in St. Louis (USA). Dort gründete er 1983 das European Studies-Programm und 1985 das Max Kade Zentrum für deutschsprachige Gegenwartsliteratur, das er bis heute leitet. 2002 initiierte er das Projekt 'Gegenwartsliteratur. Ein germanistisches Jahrbuch'. Seine Forschungsschwerpunkte sind deutschsprachige Gegenwartsliteratur, der literarische Europa-Diskurs, deutschsprachige Exilliteratur, insbesondere in den USA, sowie deutsche und europäische Literatur der Romantik.

Weitere Informationen:
www.uni-bielefeld.de/ZiF/OeV/2018/05-16-Lützeler.html

Prof. Dr. Jean Pierre Eckmann. Foto: Universität Genf
Prof. Dr. Jean Pierre Eckmann. Foto: Universität Genf
Vortrag von Jean Pierre Eckmann (29. Mai, 18.15 Uhr)
Fraktale sind geometrische Muster, wie etwa das berühmte Mandelbrot-Männchen. Sie sind faszinierend und ein wenig geheimnisvoll. Jean-Pierre Eckmann erklärt sie auch für Laien: „Viele Mathematiker sind begeisterte Bergsteiger“, so der Schweizer Physiker und Experte für Chaostheorie. Besonders von Genf aus, wo er forscht, sei es kein Problem, dieser Neigung zu frönen. In seinem Vortrag „Fraktale Berge, ein Traum der Mathematiker“ wird er die Geschichte und Geschichten dieser bergsteigenden Wissenschaftler mit ihren Forschungen zu fraktalen Bergen und fraktalen Spielen wie etwa Tetris verknüpfen. Eckmann dazu: „Denn beginnend mit Georges de Rham (1903-1990) haben viele Mathematiker höchste und schwierigste Gipfel erklommen. Nicht nur Alpengipfel, sondern auch Gipfel der Wissenschaft.“ Für diese These spricht, dass drei Genfer Mathematiker die Fields-Medaille erhalten haben, die höchste Auszeichnung für Mathematiker.

Jean-Pierre Eckmann ist Professor für Mathematische Physik an der Universität Genf (Schweiz). Er ist ein Pionier der Chaos-Theorie und der Analyse sozialer Netzwerke. Zu seinen Arbeitsgebieten gehören Dynamische Systeme, statistische Mechanik, Quantenfeldtheorie und Zufallsmatrizen. Er ist Mitglied der Academia Europaea und der Göttinger Akademie der Wissenschaften und Fellow der American Mathematical Society.

Weitere Informationen:
www.uni-bielefeld.de/ZiF/OeV/2018/05-29-Eckmann.html

Beide Veranstaltungen finden im Plenarsaal des ZiF statt, Methoden 1, 33615 Bielefeld. Die Vorträge werden auf Deutsch gehalten. Der Eintritt ist frei.

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