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Stipendien für Studierende aus Schwellen- und Entwicklungsländern an Hochschulen in OWL

Veröffentlicht am 2. Dezember 2009, 12:19 Uhr
Ein Studium im Ausland – in Zeiten der Globalisierung und insbesondere seit der Einführung des derzeit viel diskutierten Bologna-Prozesses entscheiden sich zahlreiche Studierende, zumindest einen Teil ihrer Studienzeit in einem anderen Land zu verbringen, eine andere Sprache zu sprechen und mitunter auch in eine völlig andere Kultur einzutauchen.

Einen noch größeren Schritt haben 24 Studierende getan, die sich entschieden haben, ihr komplettes Studium im Ausland zu verbringen: in Ostwestfalen-Lippe. Der Großteil von ihnen stammen aus dem ehemaligen Jugoslawien, und einige von ihnen kennen die Region schon sehr gut. Denn sie waren in den neunziger Jahren schon einmal hier – damals als Kriegsflüchtlinge.

Ein Stipendienprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen macht es ihnen möglich, dem Heimatland für eine Zeit den Rücken zu kehren und in NRW zu studieren. Die Studierenden im Bachelor-Studiengang erhalten monatlich 750,- Euro, Master-Studierende 850,- Euro. Hinzu kommt eine Pauschale für die Krankenversicherung sowie eine einmalige Heimreisepauschale während des Stipendienzeitraumes, der derzeit bis Ende 2011 festgelegt ist.  Im Rahmen des „Landesstipendienprogramms für Schwellen- und Entwicklungsländer“ haben sich vier ostwestfälisch-lippische Hochschulen, namentlich die Universität Bielefeld als Sprecherhochschule des Konsortiums, die Universität Paderborn, die Fachhochschule Bielefeld sowie die Hochschule Ostwestfalen-Lippe zusammen geschlossen, um gezielt Studierende aus der Zielregion „Ehemaliges Jugoslawien“ zu fördern. Die Organisation und Verwaltung des Stipendienprogramms liegt – in enger Zusammenarbeit mit den Vertretern der International Offices der vier Hochschulen – beim Studienfonds OWL, der im Jahr  2006 von den fünf staatlichen Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe gegründet wurde, um besonders begabte und im Einzelfall bedürftige Studierende per Stipendium sowohl finanziell als auch ideell zu fördern.
Stipendiaten des Studienfonds OWL. Bildnachweis: Studienfonds OWL
Stipendiaten des Studienfonds OWL. Bildnachweis: Studienfonds OWL

Die Gründe für die Konzentration auf die Zielregion Ex-Jugoslawien sind vielfältig. Durch das Programm sollen zivile und sozio-kulturelle Strukturen der Zielländer gestärkt und gleichzeitig das Wissenspotenzial, über das die Region am östlichen Mittelmeer verfügt, mit Kerneuropa verbunden werden. Nicht zuletzt kann das Programm auf der operativen Ebene auch einen Beitrag dazu leisten, den Eintritt der Zielländer in die EU zu befördern. Denn das Stipendienprogramm und insbesondere die Schwerpunktsetzung der vier Konsortialhochschulen in OWL ist keineswegs eine Einzelinitiative, sondern befindet sich inmitten zahlreicher Bemühungen seitens Politik, Wirtschaft und Kultur. Die gemeinsame Zielrichtung aller Initiativen ist es, eine Win-Win-Situation zu schaffen, bei der es für die betroffenen Länder um die Beförderung des Vorankommens auf dem Weg nach Europa, konkret in die EU, und für die einzelnen Studienbewerber um eine gute Ausbildung in einer pluralistischen Gesellschaft und – nicht zuletzt – für die deutschen Hochschulen um die Gewinnung bester Studienbewerber geht.

Im Rahmen einer Feierstunde im Gästehaus der Universität Paderborn wurden am vergangenen Montag, 30.11.2009, alle Stipendiaten offiziell in OWL begrüßt. Prof. Dr. Nikolaus Risch, Präsident der Universität Paderborn und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Studienfonds OWL, ermutigte die jungen Studierenden, die Gelegenheit zu nutzen, sich dank des Stipendiums voll auf ihr Studium zu konzentrieren und sich untereinander zu vernetzen. Darin bestärkt wurde er von Helmut Dockter aus dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW, der als Vertreter von Staatssekretär Dr. Michael Stückradt ebenfalls ein Grußwort an die jungen Studierenden richtete und insbesondere auf die Verantwortung des Landes hinwies, Talente durch Stipendien zu fördern und entsprechende Strukturen zu etablieren. Begeistert zeigte sich Dockter im Lauf der Veranstaltung besonders von den Sprachkenntnissen, die einige Stipendiaten in kurzen Interviews über ihre Biografie und ihre Zukunftsvorstellungen eindrücklich unter Beweis stellten und damit deutlich machten, dass die Brücke zwischen ihrer Heimatregion und ihrem Studienort Deutschland für sie längst existiert.



Kontakt
Julia Buschmann
Stellvertretende Geschäftsführerin
Stiftung Studienfonds OWL
Telefon: 05251 – 60 5234
Mobil: 0173 – 520 86 57
Email: j.buschmann@studienfonds-owl.de
Website: www.studienfonds-owl.de

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