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Statistiker, Biologen und Informatiker entschlüsseln gemeinsam Erbinformationen

Veröffentlicht am 15. November 2012, 13:16 Uhr
DFG bewilligt internationales Graduiertenkolleg der Universitäten Bielefeld und Vancouver, Kanada

Der technologische Fortschritt erlaubt es, dass in vielen Naturwissenschaften experimentelle Daten schneller gewonnen werden, als sie interpretiert werden können – zum Beispiel beim Entschlüsseln von Erbgut. Computergestützte Analysen sind dabei unerlässlich. Um entsprechende Methoden und Software zu entwickeln, müssen zahlreiche Disziplinen zusammenarbeiten, von Statistik über Molekularbiologie bis Informatik. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert daher für zunächst vier Jahre ein neues internationales Graduiertenkolleg mit interdisziplinärer Ausrichtung der Universitäten Bielefeld und Vancouver, Kanada. Die offizielle Annahme der Förderung durch Vancouver wird im Januar erwartet.


„Computational Methods for the Analysis of the Diversity and Dynamics of Genomes“ (Informatische Methoden für die Analyse von Genomdiversität und -dynamik): So heißt das neue Graduiertenkolleg der Universität Bielefeld (Technische Fakultät und Centrum für Biotechnologie - CeBiTec) in Kooperation mit der Simon Fraser University (SFU) in Vancouver, Kanada. Das Kolleg umfasst unter anderem zwölf Doktorandenstipendien pro Jahr sowie die Förderung einer intensiven Kooperation der beteiligten Partner, zum Beispiel durch Gastaufenthalte der Promovenden und jährliche bilaterale Workshops. Die ersten Doktorandinnen und Doktoranden werden im Oktober 2013 ihre Arbeit aufnehmen können.

Insbesondere in der Molekularbiologie und Genetik ermöglicht eine rasant fortschreitende Entwicklung von Sequenziertechnologien, innerhalb weniger Tage Milliarden an DNA-Basenpaaren von komplexen Proben zu lesen. Aber durch den technologischen Fortschritt werden nicht nur mehr genomische Daten gewonnen, sondern es können auch gänzlich neuartige Fragestellungen bearbeitet werden, wie beispielsweise Einzelzell- oder Metagenomik-Studien. Vielen dieser Fragen ist gemein, dass das Verhältnis von Individuen innerhalb größerer Populationen betrachtet wird. Um biologische Systeme vollständig zu durchdringen, ist es daher unerlässlich, sowohl die Variation zwischen Individuen (Diversität), als auch die zeitliche Entwicklung in Populationen (Dynamik) zu verstehen.

Ziel der gemeinsamen internationalen Graduiertenschule der Universitäten Bielefeld und Vancouver ist es, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auszubilden und in die Lage zu versetzen, neue informatische Methoden für die Analyse von Genomdiversität und -dynamik zu entwickeln. Dafür arbeiten sie mit dem kanadischen Krebsforschungsinstitut BC Cancer Agency und dem Prostata-Zentrum in Vancouver zusammen.

Beide Hochschulen – die Universität Bielefeld und die Simon Fraser University – sind junge, forschungsorientierte Universitäten, die zu den Top 50 in der aktuellen Times-Higher-Education-Rangliste “100 under 50” zählen. Sie gehören zu den jeweils national führenden Hochschulen in der Entwicklung von bioinformatischen Algorithmen und Software.

Sprecher des Graduiertenkollegs werden Professor Dr. Jens Stoye (Universität Bielefeld) und Professor Cenk S. Sahinalp PhD. (Simon Fraser University) sein.

Weitere Informationen im Internet:
www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2012/pressemitteilung_nr_56/index.html

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