© Universität Bielefeld

uni.aktuell-Archiv

Sonderforschungsbereich „Alignment in Communication“ verlängert

Veröffentlicht am 20. Mai 2010, 14:21 Uhr

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert SFB 673 und SFB 686 für weitere vier Jahre

Der Bielefelder Sonderforschungsbereich 673 „Alignment in Communication“ wird für weitere vier Jahre gefördert. Dies teilte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in dieser Woche mit. „Das ist ein toller Erfolg“, so Professor Dr. Ipke Wachsmuth, Sprecher des SFB, „der unsere harte Arbeit der letzten Jahre belohnt.“ Ebenfalls verlängert wurde der Sonderforschungsbereich 686, an dem die Arbeitsgruppe „Physikalische Chemie I“ der Universität beteiligt ist.

Der im Juli 2006 neu eingerichtete Bielefelder Sonderforschungsbereich 673 „Alignment in Communication“ erforscht Prozesse der Ausrichtung in der Kommunikation als eine innovative Alternative zu den bislang gängigen Theorien menschlicher Kommunikation. Mit circa sieben Millionen Euro rechnen die Bielefelder Wissenschaftler in den nächsten vier Jahren, um sich weiter einem Thema zu stellen, das bislang erst im Ansatz erforscht ist. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen sprachlichen und außersprachlichen Mechanismen, die eine gegenseitige Abstimmung und gemeinsame Ausrichtung ermöglichen, wenn Menschen miteinander kommunizieren. Diese gemeinsame Ausrichtung wird als Alignment bezeichnet.

Während Alignment ein Schlüsselbegriff vor allem in den Natur- und Technikwissenschaften ist, hat er in die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften bislang kaum Eingang gefunden, obwohl er für Kommunikation fundamental ist. Deshalb verfolgen die Bielefelder Wissenschaftler einen interdisziplinären Zugang, der linguistische und technische Forschungsgruppen zusammenbringt und eine Methodik verwendet, die psycholinguistische und neurolinguistische Verfahren mit Verfahren der Informatik, von der maschinellen Signalverarbeitung bis hin zu Robotik und Künstlicher Intelligenz, kombiniert.

Den Forscherinnen und Forschern des SFB ist es in wenigen Jahren gelungen, ihr innovatives Thema in der internationalen Kommunikationsforschung zu etablieren und prominent zu machen. Bereits im November 2007 wurde zudem der SFB 673 in der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" öffentlichkeitswirksam ausgezeichnet.

Ein Alleinstellungsmerkmal des SFB 673 ist es, dass er in eine hochentwickelte Robotik-Forschungsinfrastruktur der Universität Bielefeld eingebettet ist. Die Bielefelder Robotik gehört international zu den Top-Adressen, was sich unter anderem im Exzellenz-Cluster „Cognitive Interaction Technology“ widerspiegelt. Die Grundlagenforschung zur Mensch-Roboter-Interaktion, die der SFB in dieser Umgebung leisten kann, kommt der Robotik ebenso zugute, wie umgekehrt dem SFB die technische Verfügbarkeit eines großen Spektrums von Roboter-Forschungsplattformen für die experimentelle Kommunikationsforschung.

Professor Dr. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld, freute sich in besonderem Maße über die Mitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, denn er war bis zu seinem Amtsantritt selbst Mitglied des SFB 673. „Das eindeutige Votum für die Verlängerung ist eine Auszeichnung für die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – gleichzeitig aber auch Auftrag für die kommenden vier Jahre, das hohe Niveau ihrer Arbeit weiter zu steigern“, so Rektor Sagerer. „Im Namen der Universität Bielefeld gratuliere ich allen Beteiligten und bedanke mich für die großartige Arbeit: Der SFB 673 ist ein Aushängeschild Bielefelder Forschung. Meine Gratulation und mein Dank gilt aber natürlich auch den Beteiligten am SFB 686 – die Bielefelder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler leisten für diesen Sonderforschungsbereich einen sehr wichtigen Beitrag und unterstreichen damit die Stärke der Universität Bielefeld im Bereich der Naturwissenschaften.“

Der Sonderforschungsbereich 686 „Modelbasierte Regelung der homogenisierten Niedertemperatur-Verbrennungen“ geht ebenfalls in eine zweite Förderperiode. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs kooperiert die Arbeitsgruppe „Physikalische Chemie I“ der Universität Bielefeld mit RWTH Aachen, wo der SFB angesiedelt ist.

Sonderforschungsbereiche
Sonderforschungsbereiche sind auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg im Rahmen eines übergreifenden und wissenschaftlich exzellenten Forschungsprogramms zusammenarbeiten.

Sie ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller, aufwendiger und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben durch Konzentration und Koordination der in einer Hochschule vorhandenen Kräfte. Von den antragstellenden Hochschulen wird dafür die Bereitstellung einer angemessenen Grundausstattung erwartet.

Das SFB-Programm soll essentiell auf eine Profilbildung an den beteiligten Hochschulen hinwirken. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Gleichstellung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gehören zu den weiteren Zielen eines Sonderforschungsbereichs.

Weitere Informationen unter:
www.sfb673.org
www.sfb686.rwth-aachen.de

Kontakt für den SFB 673:
Professor Dr. Ipke Wachsmuth, Universität Bielefeld
Technische Fakultät
Tel.: 0521 106-2924
E-Mail: ipke@techfak.uni-bielefeld.de

Kontakt für den SFB 686:

Professorin Dr. Katharina Kohse-Höinghaus, Universität Bielefeld
Fakultät für Chemie
Tel.: 0521 / 106-2052
E-Mail: kkh@pc1.uni-bielefeld.de


Gesendet von RBeuthe in Forschung & Wissenschaft
Kommentare:

Senden Sie einen Kommentar:
Kommentare sind ausgeschaltet.

Kalender

« September 2019
MoDiMiDoFrSaSo
      
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
      
Heute

Kontakt

Universität Bielefeld
Medien & News
Postfach 10 01 31
33501 Bielefeld

E-Mail:
medien@uni-bielefeld.de

Homepage Medien & News