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Roboter zum Gernhaben

Veröffentlicht am 14. September 2018, 14:33 Uhr

Neues Projekt entwickelt sympathischen Roboter

Wie können Roboter das private Leben bereichern? Das untersucht ein Forschungsteam in dem neuen Projekt VIVA. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen einen ausdrucksstarken, sozialen Roboter entwickeln, der als vertrauensvoll und sympathisch wahrgenommen wird. In dem Projekt kooperieren Forschende aus dem Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld, der Universität Augsburg und der Fachhochschule Bielefeld mit drei Unternehmen aus der IT-Branche. In einer Auftaktkonferenz vom 19. bis zum 21. September im CITEC-Gebäude kommen die Projektbeteiligten zusammen, um sich wissenschaftlich auszutauschen.

Die Forschenden des Exzellenzclusters CITEC arbeiten in dem Projekt VIVA anfangs mit dem sozialen Roboter Pepper. Im Lauf des Projekts wollen sie einen eigenen Roboter entwickeln.Foto: Friso Gentsch/CITEC
Die Forschenden des Exzellenzclusters CITEC arbeiten in dem Projekt VIVA anfangs mit dem sozialen Roboter Pepper. Im Lauf des Projekts wollen sie einen eigenen Roboter entwickeln. Foto: Friso Gentsch/CITEC

„In der Industrie sind Roboter längst etabliert. Im privaten Bereich sieht es noch anders aus“, sagt Professorin Dr. Friederike Eyssel aus dem Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC). „Wir nutzen bereits viele technische Assistenten, die uns im Alltag helfen oder unser Sozialleben unterstützen. Mit wachsender Verbreitung dieser Systeme wird es immer zentraler, dass Menschen sie akzeptieren und ihnen vertrauen.“

Das Interaktionsverhalten von Robotern so zu gestalten, dass Menschen Roboter auch im privaten und persönlichen Kontext als attraktive Bereicherung sehen – das ist das Ziel des neuen Projektes VIVA der Universitäten Bielefeld und Augsburg sowie der Fachhochschule Bielefeld, gemeinsam mit den Unternehmen navel robotics GmbH (München), Neuland Software GmbH (Augsburg) und Visions4IT GmbH (Gauting). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt bis Ende Juli 2021 mit 2,67 Millionen Euro – gut 700.000 Euro davon gehen ans CITEC. Zu der Auftaktkonferenz des Projekts vom 19. bis zum 21. September im CITEC-Gebäude kommen alle Vertreterinnen und Vertreter zusammen, um Anwendungsfälle zu diskutieren und das weitere Vorgehen festzulegen.

„Mit dem Projekt VIVA wollen wir über die Grenzen aller bisherigen Social-Robot-Konzepte hinausgehen“, sagt Claude Toussaint von navel robotics in München. Er koordiniert das Projekt. „Wir wollen vielmehr eine sehr lebhafte Figur mit einem großen Herz für Menschen erschaffen, wie man sie bisher nur aus Animationsfilmen kennt. Das erfordert ein fein choreographiertes Zusammenspiel von absolutem Spitzen-Know-How aus unterschiedlichsten Disziplinen."

„Ein Roboter wird oft als vertrauenswürdig betrachtet, wenn er funktional verlässlich ist“, sagt Professor Dr.-Ing. Stefan Kopp vom CITEC. „Für einen sozialen Roboter ist entscheidend, dass der Mensch ihn in der Interaktion versteht und selber sicher sein kann, dass er vom Roboter verstanden wird. Dabei spielen Rückmeldungen – zum Beispiel durch den Blickkontakt – eine wichtige Rolle. Förderlich für Vertrauen ist auch der Bezug auf gemeinsame Erfahrungen und frühere Handlungen, was ein beständiges beidseitiges Lernen erfordert.“ Als Leiter der Forschungsgruppe Kognitive Systeme und soziale Interaktion entwickelt Kopp mit seinem Team die Architektur des Roboters und die Sprachdialogfähigkeiten.

„Der Roboter als vertrauensvoller Alltagsbegleiter soll jedoch keine zwischenmenschlichen Kontakte ersetzen, sondern die soziale Einbindung von Menschen unterstützen“, sagt Eyssel. Sie leitet die Forschungsgruppe Angewandte Sozialpsychologie und Geschlechterforschung am CITEC. Gemeinsam mit ihrem Team ist sie für die Evaluation des Projektes zuständig. Eyssel arbeitete bereits in dem EU-Forschungsprojekt CODEFROR (COgnitive Development for Friendly RObots and Rehabilitation) an der Frage, welche psychologischen Faktoren die Akzeptanz und die positiven Einstellungen gegenüber Robotern begünstigen.

Zunächst werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Roboter Pepper forschen. „Unser Ziel ist es aber, einen neuen Roboter zu entwickeln, der speziell auf die Herstellung von Sympathie und sozialer Resonanz ausgelegt ist“, sagt Stefan Kopp. „Als Nächstes werden wir an einem Prototypen arbeiten und dafür die technischen Grundlagen konzipieren.“

Der Projektname VIVA steht für: Vertrauen und Sympathie schaffender „lebendiger“ sozialer Roboter. Für das Projekt stehen 2,67 Millionen Euro zur Verfügung, davon kommen etwa 2,27 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Weitere Informationen:
Projekt VIVA: www.technik-zum-menschen-bringen.de/projekte/viva

Kontakt:

Professor Dr.-Ing. Stefan Kopp
Universität Bielefeld
Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie
Telefon: 0521 106-12144
E-Mail: skopp@techfak.uni-bielefeld.de

Professorin Dr. Friederike Eyssel
Universität Bielefeld
Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie
Telefon: 0521 106-12044
E-Mail: friederike.eyssel@uni-bielefeld.de  

Prof. Dr.-Ing. Stefan Kopp
Prof. Dr.-Ing. Stefan Kopp. Foto: CITEC
Prof.in Dr. Friederike Eyssel
Prof.in Dr. Friederike Eyssel. Foto: Universität Bielefeld
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