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Projekt Talentscouting: Auftakt mit OWL-Schulen

Veröffentlicht am 12. September 2017, 11:23 Uhr
50 Schulen in der Region ausgewählt

Junge Menschen dabei zu begleiten, ihre beruflichen Interessen, Potenziale, Träume und Ziele zu entdecken und weiterzuentwickeln, das ist die Aufgabe der Talentscouts OWL. 50 Schulen wurden nun für die Kooperation ausgewählt und am 11. September an der Fachhochschule Bielefeld offiziell begrüßt und auf das Projekt eingestimmt.

Die Talentscouts für Ostwestfalen-Lippe (v.l.): Spiridula Milioni, Carmen Simella, Friederike Menz, Anne Bühner, Jasmin Schaumburg, Annkatrin Buchen, Philipp Meyer, Lisa Mellies und Jan-Steffen Glüpker. Foto: Berit Steinkröger
Die Talentscouts für Ostwestfalen-Lippe (v.l.): Spiridula Milioni, Carmen Simella, Friederike Menz, Anne Bühner, Jasmin Schaumburg, Annkatrin Buchen, Philipp Meyer, Lisa Mellies und Jan-Steffen Glüpker. Foto: Berit Steinkröger
„Mit etwa 60 Schulen hat sich ungefähr die Hälfte der angesprochenen Schulen in OWL auf das Projekt beworben – das ist wirklich sensationell“, sagt Projektkoordinatorin Lisa Mellies. 50 wurden nun für die Betreuung durch die Talentscouts ausgewählt, darunter 22 Gymnasien, 13 Gesamtschulen und 15 Berufskollegs, verteilt in ganz OWL zwischen Beverungen, Warburg, Büren, Rheda-Wiedenbrück und Lübbecke.

„Das heißt, ab September werden einzelne Schülerinnen und Schüler der Kooperationsschulen kontinuierlich bei der Studien- oder Berufsorientierung durch die OWL-Talentscouts begleitet. Wir freuen uns, dass wir nun endlich in den Dialog mit den Schülerinnen und Schülern treten können“, so Mellies. Im Fokus stehen dabei besonders Jugendliche, die das Potenzial und die Motivation für ein Studium haben, die aber zum Beispiel aus nichtakademischen Familien kommen oder denen finanzielle Ressourcen fehlen. Das Talentscouting ist dabei ergebnisoffen – im Vordergrund steht eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Jeder Talentscout übernimmt feste Kooperationsschulen, in denen sie oder er regelmäßig, meist einmal im Monat, vor Ort ist und Gesprächstermine anbietet. Auch darüber hinaus sind die Talentscouts stets erreichbar für die Schülerinnen und Schüler, beantworten Fragen per E-Mail, telefonieren zum Beispiel nach wichtigen Prüfungen mit ihren Talenten oder vereinbaren Treffen außerhalb der Schule über Whatsapp.

„Die Talentscouts leisten das, wofür im Schulalltag oft die Zeit fehlt: langfristige und emotionale Begleitung von Schülerinnen und Schülern. Gerade da, wo Potenzial vorhanden ist, aber ein unterstützendes Umfeld nicht zur Verfügung steht – das Talentscouting ist deshalb ein ganz wichtiges Projekt, wenn es um Bildungsgerechtigkeit in Deutschland geht“, sagte Professor Joachim Goebel vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen bei der offiziellen Begrüßung der Kooperationsschulen an der Fachhochschule Bielefeld. „Ich freue mich sehr, dass das Projekt nun auch nach OWL kommt. Es geht um Chancengleichheit und die intensive Förderung von Nachwuchskräften für unsere Region“, sagte Professorin Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld und stellvertretende Vorsitzende des Verbundes Campus OWL.

Die Bedeutung der Talentscouts wurde auch im Gespräch mit Suat Yilmaz, Leiter des NRW-Talentzentrums, in der anschließenden Talkrunde deutlich. Waltraud Melsheimer, Lehrerin am Heisenberg-Gymnasium Dortmund, berichtete von den Erfahrungen an ihrer Schule, die bereits seit einem Jahr Kooperationsschule im Talentscouting ist: „Wir haben durch das Talentscouting einen ganz neuen Blick auf unsere Schülerinnen und Schüler gewonnen. Ich würde jeder Schule empfehlen, in dem Programm mitzuwirken.“ Des Weiteren wurden alle OWL-Talentscouts noch einmal persönlich vorgestellt: Für den Bereich Bielefeld und Gütersloh Anne Bühner und Jasmin Schaumburg, für den Bereich Herford und Minden-Lübbecke Spiridula Milioni und Carmen Simella, für den Bereich Höxter und Lippe Friederike Menz, Philipp Meyer und Lisa Mellies und für den Bereich Paderborn Annkatrin Buchen und Jan-Steffen Glüpker. Ein heterogenes Team, in dem von der Lehrerin über den Sozialpädagogen bis hin zum Pfarrer unterschiedliche Qualifikationen vertreten sind.

Talentscouting OWL
Umgesetzt wird das Projekt Talentscouting OWL innerhalb des Hochschulverbundes Campus OWL. Im Projekt wirken die Universitäten Bielefeld und Paderborn, die Fachhochschule Bielefeld sowie die Hochschule OWL (Projektleitung) mit. Es ist auf vier Jahre angelegt und wird mit zwei Millionen Euro vom NRW-Wissenschaftsministerium gefördert. http://www.talentscouting-owl.de/

Campus OWL
Die fünf staatlichen Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe (Universitäten Bielefeld und Paderborn, Fachhochschule Bielefeld, der Hochschule OWL sowie Hochschule für Musik Detmold) haben sich Anfang 2016 zum Verbund Campus OWL zusammengeschlossen. Der Verein wurde mit dem Ziel gegründet, Kooperationen in infrastrukturellen Bereichen, in Forschung, Verwaltung und Lehre zu erweitern. Die ersten Projekte Integra (660.000 Euro Förderung) und Innovationslabor OWL (1,3 Millionen Euro Förderung) sind bereits an den Start gegangen. http://www.campus-owl.eu/

NRW-Talentscouting
Das NRW-Wissenschaftsministerium stellt für die Förderung gleicher Bildungschancen bis 2020 jährlich landesweit bis zu 6,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Idee des Talentscoutings ist 2011 an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entstanden. Im Herbst 2016 wurde das Talentscouting auf Hochschulen in ganz NRW ausgeweitet. Aktuell beteiligen sich 17 Partnerhochschulen an dem Projekt. So können etwa 60 Talentscouts mehr als 3.700 Schülerinnen und Schülern begleiten. https://nrw-talentzentrum.de/

Gaben den Startschuss für das Projekt (v.l.): Prof. Ulrike Kerber, Vizepräsidentin für Kommunikation und Profil der Hochschule OWL, Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier, Vizepräsident für Studium und Lehre der FH Bielefeld, Prof. Dr.-Ing. Yvonne-Christin Bartel, Vizepräsidentin für Bildung und Internationalisierung der Hochschule OWL, Ingmar Münther von der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule Minden, Waltraud Melsheimer vom Heisenberg-Gymnasium Dortmund, Lisa Mellies, Projektkoordinatorin Talentscouting, Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der FH Bielefeld, Suat Yilmaz, stellv. Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung, Prof. Dr. Joachim Goebel vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Talentscout Jan-Steffen Glüpker und Prof. Dr. Martin Egelhaaf, Prorektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung der Universität Bielefeld. Foto: Berit SteinkrögerGaben den Startschuss für das Projekt (v.l.): Prof. Ulrike Kerber, Vizepräsidentin für Kommunikation und Profil der Hochschule OWL, Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier, Vizepräsident für Studium und Lehre der FH Bielefeld, Prof. Dr.-Ing. Yvonne-Christin Bartel, Vizepräsidentin für Bildung und Internationalisierung der Hochschule OWL, Ingmar Münther von der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule Minden, Waltraud Melsheimer vom Heisenberg-Gymnasium Dortmund, Lisa Mellies, Projektkoordinatorin Talentscouting, Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der FH Bielefeld, Suat Yilmaz, stellv. Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung, Prof. Dr. Joachim Goebel vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Talentscout Jan-Steffen Glüpker und Prof. Dr. Martin Egelhaaf, Prorektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung der Universität Bielefeld. Foto: Berit Steinkröger
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