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Professorin Dr. Elena Esposito erhält ERC Advanced Grant

Veröffentlicht am 1. April 2019, 08:54 Uhr
Bielefelder Soziologin untersucht, was mit der Gesellschaft passiert, wenn Algorithmen die Zukunft vorhersagen

Computer werten Daten aus, die dann für Vorhersagen genutzt werden, für Medizin, Versicherungen oder Polizeiarbeit: Was lösen diese Algorithmen und ihre Vorhersagen in der Gesellschaft aus? Für ihre soziologische Forschung darüber erhält die Bielefelder Wissenschaftlerin Elena Esposito den ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC). Dieser fördert exzellente, bereits etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Förderung beträgt 2,1 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Esposito ist erst die Zweite, die in der elfjährigen Geschichte der ERC-Grants einen Advanced Grant in diesem Bereich nach Deutschland holt.

Professorin Dr. Elena Esposito. Foto: Piero Casadei
Professorin Dr. Elena Esposito. Foto: Piero Casadei
„Wie Vorhersagen aus Algorithmen entstehen, ist eine spannende Forschungsfrage und eine dringende Herausforderung für die Sozialwissenschaften. Insbesondere drei gesellschaftliche Bereiche müssen sich mit den fundamentalen Auswirkungen von Vorhersagen auseinandersetzen: personalisierte Versicherungen, Medizin und vorausschauende Polizeiarbeit. Diese drei nehme ich in meiner Forschung in den Fokus“, erklärt Esposito ihre Arbeit.

„Wir freuen uns, dass wir eine so herausragende Soziologin zu unseren Wissenschaftlerinnen zählen dürfen“, sagt Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld. „Der ERC Grant belegt außerdem, wie wichtig es ist, die bedeutenden Veränderungen der digitalisierten Welt zu verstehen.“

Esposito ist eine der führenden Vertreterinnen der soziologischen Systemtheorie. Die Italienerin studierte Soziologie und Philosophie in Bologna. Sie promovierte 1990 an der Universität Bielefeld; Niklas Luhmann war ihr Doktorvater. In Bielefeld habilitierte sie auch 2001. Ihre wissenschaftliche Karriere verfolgte sie parallel an der Università di Modena e Reggio Emilia in Italien, wo sie bis heute als Professorin tätig ist, sowie als Gastwissenschaftlerin an Universitäten in der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Professorin für Soziologie und ihre interdisziplinäre Vernetzung an der Universität Bielefeld.

Zwei Wissenschaftler und eine Wissenschaftlerin der Universität Bielefeld wurden in der Vergangenheit mit einem ERC-Grant ausgezeichnet. Erst im vergangenen Juli erhielt Professorin Dr. Minh Nguyen, ebenfalls Soziologin, einen ERC Starting Grant für ihre sozialanthropologische Forschung über Ost- und Südostasien. Dieser fördert exzellente und vielversprechende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Der Kognitionswissenschaftler Professor Dr. Christoph Kayser kam 2017, ausgezeichnet mit einem ERC Consolidator Grant, an die Universität Bielefeld. Er forscht dazu, wie und wo im Gehirn die Sinne verschmelzen. Seine Arbeit wird bis 2020 gefördert. Der Chemiker Professor Dr. Achim Müller wurde von 2012 bis 2015 mit einem ERC Advanced Grant für etablierte, aktive Wissenschaftler mit einer herausragenden wissenschaftlichen Leistungsbilanz gefördert.

Weitere Informationen:
•    Der ERC Advanced Grant: https://www.eubuero.de/erc-adg.htm
•    Pressemitteilung des Europäischen Forschungsrats (in Englisch): XXX
•    www.elena-esposito.com

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