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Neue Vorlesungsreihe zu Ehren von Norbert Elias

Veröffentlicht am 24. November 2017, 09:00 Uhr

Auftakt mit zwei renommierten Wissenschaftlern aus Frankreich  

Norbert Elias-Lectures: Mit dieser Vorlesungsreihe präsentiert die Universität Bielefeld ab diesem Semester international renommierte Forscherinnen und Forscher der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Namensgeber der Reihe ist der Kultur- und Gesellschaftstheoretiker Norbert Elias, bedeutender Soziologe des 20. Jahrhunderts und Träger der Ehrendoktorwürde der Universität Bielefeld. In diesem Wintersemester kommen der Historiker Professor Dr. Roger Chartier und der Soziologe und Schriftsteller Professor Dr. Didier Eribon aus Frankreich nach Bielefeld.


„Norbert Elias war und ist eng mit dem Profil der Universität Bielefeld verbunden. Von hier aus hat er seine weltweite Wirkung entfaltet. Genau das möchten wir mit der neuen Vorlesungsreihe herausstellen“, sagt Professor Dr. Klaus-Michael Bogdal von der Fakultät  für Linguistik und Literaturwissenschaft. Er verantwortet die Norbert Elias-Lectures. Für diese werden internationale Forscherpersönlichkeiten für jeweils einen öffentlichen Abendvortrag und ein Seminar mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern an die Universität Bielefeld eingeladen.

Prof. Dr. Roger Chartier.Foto: Collège de France
Prof. Dr. Roger Chartier. Foto: Collège de France
Den Auftakt macht im Dezember Professor Dr. Roger Chartier. Der Historiker am Collège de France aus Paris ist ein einflussreicher Begründer der kulturwissenschaftlichen Literalitätsforschung. Er schuf in der Vergangenheit innovative interdisziplinäre Verbindungen zwischen Geschichts- und Literaturwissenschaft und der Soziologie. Norbert Elias begegnete er noch persönlich am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) an der Universität Bielefeld.

Das Thema seines Vortrags in englischer Sprache lautet „Literary Criticism and Cultural History. Readers‘ Reception and Materiality of the Text“ („Literaturkritik und Kulturgeschichte. Leserwahrnehmung und Materialität des Textes“). Chartier referiert am Dienstag, 5. Dezember, ab 18 Uhr im Hörsaal 14 im Universitätshauptgebäude. In dem von ihm geleiteten Seminar mit Studierenden diskutiert er das Thema „The Court Society. Elias Reader of Gracián’s Oráculo Manual y Arte de Prudencia“. Diese Veranstaltung findet am 5. Dezember um 10 Uhr im Raum D3-121 im Universitätshauptgebäude statt.

Prof. Dr. Didier Eribon. Foto: Patrice Norman Opale Leemage
Prof. Dr. Didier Eribon. Foto: Patrice Norman Opale Leemage
Am 9. Januar 2018 kommt Professor Dr. Didier Eribon, Universität Amiens (Frankreich), als zweiter Gast der Norbert Elias-Lectures nach Bielefeld. Der Soziologe hat 2016 in seinem internationalen Bestseller „Rückkehr nach Reims“ den Zerfall der heutigen französischen Gesellschaft auf eine sehr eindringliche Weise offengelegt. Daran anknüpfend legt er in seinem neuen Buch „Gesellschaft als Urteil“ eine Analyse der Ungerechtigkeiten des französischen Bildungssystems vor.

Um „Sie und Wir: Nachdenken über Herrschaftsweisen und Widerstandsformen – zu Ehren Norbert Elias“ (in englischer Sprache) geht es in seinem Vortrag am Dienstag, 9. Januar, 18 Uhr im Raum X-E0-001 im X-Gebäude. Eribons Thema im Seminar für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler am 10. Januar, 10 Uhr im Raum D3-121 im Universitätshauptgebäude lautet: „Biography – Autobiography – Science“.

Norbert Elias gilt als einer der bedeutendsten Kultur- und Gesellschaftstheoretiker des 20. Jahrhunderts. Dieser Erfolg war dem 1933 aus Deutschland vertriebenen Juden nicht vorgezeichnet. Ab 1971 forschte er regelmäßig an der Universität Bielefeld. Von 1978 bis 1984 arbeitete er als sogenannter Permanent Fellow am ZiF, dort vor allem in der Arbeitsgruppe „Philosophie und Geschichte“ unter der Leitung von Reinhart Koselleck, und unter der Leitung des Germanisten Wilhelm Voßkamp in der Forschergruppe „Funktionsgeschichte literarischer Utopien“. 1980 zeichnete ihn die Universität Bielefeld mit der Ehrendoktorwürde aus. Elias forschte unter anderem zum Außenseitertum, zu Theorien darüber, wie sich die Zivilisation im geschichtlichen Wandel entwickelt, zur höfischen Gesellschaft und zum gesellschaftlichen Stellenwert von Literatur. Elias wurde 1897 in Breslau geboren. Er starb 1990 in Amsterdam.

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