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„Mutter zu sein, hilft mir in meiner Forschung“

Veröffentlicht am 2. Juli 2018, 10:23 Uhr
Drei Fragen an Dr. Olga Abramov, Forscherin des Exzellenzclusters CITEC

Die Universität Bielefeld war für Dr. Olga Abramov der Ausgangspunkt für ihre wissenschaftliche Laufbahn: Sie begann als Studierende in den Fächern Linguistik, Texttechnologie, Germanistik und Slawistik, lernte währenddessen das Programmieren, promovierte im Fach Informatik und ist nun Postdoc-Forschende am Exzellenzcluster CITEC. Sie arbeitet im Projekt EcoGest dazu, welche Rolle Gesten in der Sprachentwicklung von Kindern spielen. Außerdem ist Olga Abramov Mutter von drei Kindern – für sie eine Bereicherung in ihrer Forschung.     

Olga Abramov

Frau Abramov, wofür schlägt ihr Herz – für die Sprachwissenschaft oder die Informatik?
Die Kombination macht es für mich spannend. Ich habe mit dem Sprachenstudium angefangen, weil mich dieser Bereich am meisten interessierte. Während dieser Zeit habe ich meinen Schwerpunkt auf die Texttechnologie gelegt. So kam ich dazu, Programmieren zu lernen. Heute hilft mir dieser interdisziplinäre Weg: Ich kann im Projekt EcoGest nur deshalb Sprache erforschen, weil ich mit computerbasierten Modellen und Methoden arbeiten kann.

Worum geht es bei EcoGest genau?
Wir wollen zunächst den Zusammenhang von Sprache und Gesten bei Kindern erforschen: Wie nutzen sie Gesten, um Informationen zu übermitteln und wie ihre Sprache? Welche Gesten werden häufig genutzt, um noch fehlendes Sprachvermögen auszugleichen? An welchem Punkt wird die Sprache wichtiger als die Gesten? Bei Erwachsenen unterstützen Gesten ihre Sprache. Wie ist das bei Kindern? Unsere Forschungsergebnisse fließen dann in die Entwicklung eines computerbasierten Modells eines Kindes ein. Wir wissen, dass Kinder viel von Gleichaltrigen lernen. Ausgehend davon entwickeln wir das computerbasierte Modell eines gleichaltrigen Kindes, das als virtueller Tutor etwa beim Erlernen einer zweiten Sprache unterstützen kann. Das kindgerechte Modell soll diejenigen Sprach- und Gestenanteile abbilden, die wir zurzeit erforschen.

Sie sind selbst Mutter von drei Kindern. Was macht das mit Ihrer Forschung?
Meine Wissenschaft spiegelt sich in meinem Leben wieder und das macht mich sehr glücklich. Ich finde es toll, gleichzeitig Mutter und Forscherin zu sein, obwohl das natürlich großen Organisationsaufwand bedeutet. Als Mutter beobachte ich, wann meine Kinder etwas erlernen, was sie in welchem Alter können und was nicht. Als Wissenschaftlerin kann ich hier viel tiefer eintauchen und die kognitiven Entwicklungen von Kindern auf der Grundlage von Statistiken und Modellen erforschen.  

Das Projekt EcoGest hat im Januar 2018 am Exzellenzcluster CITEC begonnen und läuft über drei Jahre. Erforscht wird der Zusammenhang von Gesten und Sprache anhand von 40 vierjährigen und 40 fünfjährigen Probandinnen und Probanden. Projektpartner sind die Abteilung Linguistik der Universität Bielefeld und die Abteilung Psycholinguistik der Universität Paderborn. EcoGest wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 550.00 Euro gefördert.

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