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„Lehrkräfte Plus“ gestartet: Perspektiven für geflüchtete Lehrer

Veröffentlicht am 31. August 2017, 10:59 Uhr

Universität Bielefeld bietet mit Bertelsmann Stiftung bisher einmaliges Programm in NRW an 

25 ausgebildete Lehrkräfte, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten, haben an der Universität Bielefeld mit dem Programm „Lehrkräfte Plus“ begonnen. Während der kommenden zwölf Monate qualifizieren sich die acht Frauen und 17 Männer aus Afghanistan, Armenien, Guinea, Irak, Pakistan und Syrien weiter für eine mögliche Tätigkeit im Schuldienst in Nordrhein-Westfalen. „Lehrkräfte Plus“ ist ein gemeinsames Programm der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Schule und Bildung, der Landeskoordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren NRW. Weiterer Kooperationspartner in dem bisher einzigartigen Programm im Bundesland ist die Bertelsmann Stiftung.

25 geflüchtete Lehrkräfte haben in dieser Woche ihr einjähriges Qualifizierungsprogramm begonnen. Foto: Lehrkräfte Plus
25 geflüchtete Lehrkräfte haben in dieser Woche ihr einjähriges Qualifizierungsprogramm begonnen. Foto: Lehrkräfte Plus
Dr. Renate Schüssler, Projektleiterin von „Lehrkräfte Plus“: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in ihrer Heimat bereits als Lehrerinnen und Lehrer gearbeitet haben, können durch das Programm Orientierung im NRW-Schulsystem gewinnen und sich gleichzeitig weiterbilden.“ Ein möglicher Anschluss nach dem erfolgreichen Programmabschluss könne etwa eine Stelle als Vertretungslehrerin oder -lehrer im NRW-Schuldienst sein. „Denkbar ist auch, dass die pädagogischen Fachkräfte im herkunftssprachlichen Unterricht an einer Schule in NRW eingesetzt werden, beispielsweise für Arabisch“ so Angela Müncher, die das Programm in der Bertelsmann Stiftung verantwortet. Auch sei das anschließende Lehramtsstudium eines weiteren Unterrichtsfaches eine dritte mögliche Perspektive für einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

„Lehrkräfte Plus“ ist in zwei aufeinander aufbauende Abschnitte gegliedert: Zunächst steigern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre bereits bestehenden Deutschkenntnisse im Deutschlernzentrum Punktum auf das Sprachniveau C1. Voraussetzung für die Programmteilnahme sind schon vorhandene Deutschkenntnisse, mindestens auf B1-Niveau. Nach dem Intensivsprachkurs vertiefen die Teilnehmenden ihre fachlichen und didaktischen Kenntnisse bei verschiedenen pädagogisch-interkulturellen Angeboten: Dozierende der Universität Bielefeld gestalten den Kursteil des Programms. Außerdem erproben sich die Teilnehmenden in der Lehrpraxis. Dafür hospitieren sie an Schulen in der Region und werden von dort tätigen Lehrerinnen und Lehrern begleitet. „Während des gesamten Programmverlaufs beraten wir die Teilnehmenden individuell. Dies ist unserer Meinung nach entscheidend, um berufliche Perspektiven für die Frauen und Männer nach dem Programmabschluss erarbeiten zu können“, sagt Renate Schüssler, die das Programm an der Bielefeld School of Education (BiSEd) leitet.

Die Teilnehmenden erhalten nach dem erfolgreichem Programmabschluss ein Zertifikat, das die nachgewiesene Sprachprüfung sowie die einzelnen absolvierten Programmelemente von „Lehrkräfte Plus“ umfasst.

Das Programm wird für drei Jahre von der Bertelsmann Stiftung gefördert. So können von 2017 bis 2020 drei Runden des Programms an der Universität Bielefeld durchgeführt werden. Auf die 25 Teilnehmerplätze in der nun gestarteten Runde hatten sich 270 Personen beworben.

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