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La Traviata: 200 Mitwirkende bei „Oper im Audimax“

Veröffentlicht am 24. März 2017, 10:24 Uhr

Vortragsreihe ergänzt drei Opernaufführungen an der Universität Bielefeld

Nach der Aufführung der „Zauberflöte“ im Jahr 2012 führt das Universitätsorchester Bielefeld nun zum zweiten Mal eine „Oper im Audimax“ auf; dieses Mal Verdis „La Traviata“. Neben Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden der Universität Bielefeld wirken bei dem Großprojekt weitere Bürgerinnen und Bürger aus dem Großraum Ostwestfalen mit - insgesamt 200 Personen. Bereits im Vorfeld der Aufführungen beschäftigt sich eine Vortragsreihe am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZiF) mit der Oper. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Das Universitätsorchester unter der Leitung von Dr. Michael Hoyer führt die Oper „La Traviata“ im Audimax auf.
Das Universitätsorchester unter der Leitung von Dr. Michael Hoyer führt die Oper „La Traviata“ im Audimax auf. Foto: Universität Bielefeld / M. Paulußen
„Mit Laien zu musizieren heißt, Menschen, die sich von außen nähern, ins Innere der Musik einzuführen“, sagt Dr. Michael Hoyer, Leiter des Universitätsorchesters Bielefeld. Mit dem Projekt „Oper im Audimax“ möchte das Orchester Menschen, die kein Orchesterinstrument spielen, in seine Arbeit einbinden. Und das gerade in der Beschäftigung mit einem Genre, welches fast ausschließlich der professionellen Musikausübung vorbehalten scheint. Über den künstlerischen Anspruch hinaus verfolgt das Projekt einen Bildungsauftrag: „Verstand am Werk“ ist das Motto, mit dem alle Bereiche der Gesellschaft begeistert werden sollen.

Die Menschen, die mitwirken:
Das Ensemble ist eine Zusammenführung. Zum einen besteht es aus professionellen Musikerinnen und Musikern, wie den Solisten Hongyu Chen (Bariton), Tenor Johann Penner aus Detmold und der Bielefelder Sopranistin Lara Venghaus. Zum anderen musizieren in „La Traviata“ Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die zuvor niemals mit der Oper in Berührung gekommen sind: etwa ein syrischer Geiger, der auf der Flucht nur sein Leben und sein Instrument retten konnte, eine Examenskandidatin, die trotz ihrer beeindruckenden Stimme wegen ihrer angeborenen Spastik nie ein Gesangsstudium aufnehmen konnte, sich aber nun ihren Traum erfüllt, auf der Bühne zu stehen. Oder ein afghanischer Schneider, der bis zu seinem Eintreffen in Deutschland des Lesens und Schreibens unkundig, nur traditionelle Gewänder fertigen konnte, aber nun unter fachkundiger Anleitung Kostüme im Stil der 20er Jahre näht und bereits das gesamte Vokabular seines Arbeitsbereichs gelernt hat. Darüber hinaus entwirft und baut die Klasse der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule aus Werther im Kunst- und Werkunterricht das Bühnenbild.

Termine der Opernaufführungen und Generalproben:
Die Generalproben der Oper in Kostüm und Maske finden statt am 18. und 19. April, jeweils von 18 bis 22 Uhr im Audimax der Universität Bielefeld.
Dort feiert „La Traviata“ auch am Freitag, 21. April, 19 Uhr, Premiere. Weitere Aufführungen folgen am Samstag, 22. April, 19 Uhr und Montag, 24. April, 20 Uhr.
Der Eintritt zu den Opernaufführungen ist frei, allerdings aufgrund der Platzkapazitäten begrenzt. Der Einlass beginnt jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Neu: eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe zum Thema
•    Am 30. März, 18 Uhr beschäftigen sich Dr. Wiebke Esdar (Universität Bielefeld), Professor Werner Vogd (Universität Witten/Herdecke), Lara Venghaus, Studentin der Kulturreflexion ebenda und ausgebildete Sopranistin, sowie Professorin Dr. Birgit Apfelbaum (Hochschule Harz) in der Podiumsdiskussion „Zwischen gesellschaftlicher Norm und individueller Divergenz – Oper als Spiegel der Gesellschaft“  mit dem inhaltlichen Kontext von „La Traviata“ und seiner Aktualität in der heutigen Zeit.
•    Am 3. April um 20 Uhr referiert Dr. Michael Hoyer zu dem musikwissenschaftlichen Aspekt unter dem Titel „Die Musik der verborgenen Vorgänge – was und wie komponiert Verdi?“ Orchesterleiter Hoyer hat Musikwissenschaft, Sprachwissenschaft, Germanistik und Philosophie studiert und ist seit 1980 Dirigent des Bielefelder Uniorchesters.
•    Am 10. April, 20 Uhr setzt Dr. Peter Menke die Reihe mit dem Vortrag „Blumen am Wegesrand – Dumas’ Kameliendame, ihre Bilder und ihre Gemeinsamkeiten und Differenzen zur Traviata“ fort. Der gebürtige Herforder studierte an der Universität Bielefeld und ist inzwischen Lehrender an der Universität Paderborn.
•    Am 13. April, 20 Uhr, beschließt Dr. Friedrich Lindemann die Vortragreihe. Der Mediziner, der unter anderem für„German Doctors“ in Afrika und Indien tätig war, spricht unter der Überschrift „Die Tuberkulose– Krankheitsbild, historische und soziale Aspekte“ über die Todesursache der Hauptfigur Violetta Valery aus „La Traviata“.

Alle Veranstaltungen der Vortragsreihe finden im ZiF an der Universität Bielefeld, Methoden 1, statt. Der Eintritt ist auch hier frei. Musikalisch umrahmt wird die Reihe von Mitgliedern des Opernprojektes.

Weitere Informationen im Internet:
http://www.uni-bielefeld.de/universitaetsorchester
http://oper-im-audimax.de

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