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In Luhmanns Heimat forschen

Veröffentlicht am 25. April 2016, 10:46 Uhr
Argentinischer Soziologe als Georg Forster-Stipendiat an der Universität Bielefeld

Der argentinische Wissenschaftler Dr. Santiago Gabriel Calise forscht mithilfe des Georg Forster-Forschungsstipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung für zwei Jahre an der Universität Bielefeld. Von Februar 2016 bis Januar 2018 gehören an der Fakultät für Soziologie die Rechtssoziologie und die Soziologie der Regulierung zu seinen Schwerpunkten. Ganz konkret untersucht er, wie Luhmanns Systemtheorie die Gesellschaftsstruktur Lateinamerikas charakterisiert hat.


Dr. Santiago Gabriel Calise ist Forscher des Conicet (Bundesforschungsgesellschaft) in Argentinien. Foto: Universität Bielefeld
Dr. Santiago Gabriel Calise ist Forscher des Conicet (Bundesforschungsgesellschaft) in Argentinien. Foto: Universität Bielefeld
Das Besondere am Georg Forster-Stipendium ist, dass speziell Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützt werden. Die geförderten Wissenschaftler führen in Deutschland ein Forschungsprojekt mit einem Gastgeber und Kooperationspartner ihrer persönlichen Wahl durch. Calise entschied sich für Professor Dr. Alfons Bora, Experte im Bereich Rechtssoziologie und Systemtheorie an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld. „Ich habe die Universität Bielefeld gewählt, weil ich in Argentinien Luhmanns Theorie unterrichtete. Da Luhmann für viele Jahre in Bielefeld gearbeitet hat, denke ich, dass Bielefeld der beste Ort zum Forschen ist“, so Calise über die Kooperationspartnerschaft.

Calise untersucht, wie er mit Hilfe der Systemtheorie die Gesellschaftsstruktur in Lateinamerika interpretiert kann. Das Ziel seines Forschungsprojektes ist es, den Fall Lateinamerikas als Prüfstein für die Weltgesellschaftstheorie der Systemtheorie zu verwenden. „Im ersten Monat in Bielefeld habe ich schnell erkannt, dass die Debatte über Systemtheorie in Argentinien nicht sehr aktuell ist. Ich hoffe, dass mein Aufenthalt diese Situation ein wenig verbessern kann.“

Jährlich verleiht die Humboldt-Stiftung bis zu 80 Georg Forster-Forschungsstipendien, acht der Stipendien gehen in diesem Jahr an die Universität Bielefeld. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten pro Jahr einen Grundbetrag zwischen 31.800 und 37.800 Euro. Außerdem haben sie zum Beispiel die Möglichkeit einen Deutschkurs zu besuchen und finanzielle Unterstützung für die mitreisende Familie zu erhalten. Mit ihren Forschungsvorhaben sollen die geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung ihres Herkunftslandes oder ihrer Herkunftsregion leisten. Außerdem tragen sie zum Austausch von Wissen und Methoden zwischen Deutschland und ihrem Herkunftsland bei.

Weitere Informationen im Internet:
www.humboldt-foundation.de/web/georg-forster-stipendium.html

 
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