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Herausforderungen für Europa wissenschaftlich erforschen

Veröffentlicht am 24. Juli 2018, 11:31 Uhr
Förderinitiative "Herausforderungen für Europa"

Die Herausforderungen, denen die EU derzeit gegenüber steht, sind drängend – und lassen sich ohne forschungsbasierte Lösungsansätze wohl kaum bewältigen. Sieben Forschungsvorhaben von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Europa nehmen nun aktuelle Forschungsfragen in den Blick, gefördert von der VolkswagenStiftung. Das Spektrum: Von Populismus in digitalen Medien über Radikalisierungsmechanismen bis hin zu Sicherheitspolitik. Eines der geförderten Projekte wird vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld durchgeführt.


Ob Brexit, Flüchtlingsströme, Finanz- und Wirtschaftskrisen oder das Erstarken rechtspopulistischer und europaskeptischer Parteien – die Herausforderungen, mit denen sich die Europäische Union konfrontiert sieht, sind heute vielfältiger denn je. Wie aber kann die EU zukunftsfähig bleiben und ihre Grundfesten sowie den Zusammenhalt der Mitgliedsstaaten bewahren?

Um diese Fragen zu beantworten und Impulse für die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit in Europa zu geben, hat die VolkswagenStiftung die Förderinitiative „Herausforderungen für Europa“ ins Leben gerufen. Darin sind Kooperationsprojekte von einem deutschen und mindestens zwei wissenschaftlichen Partnern im europäischen Ausland gefragt. Geistes- und Gesellschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sollen sich gemeinschaftlich auf aktuelle und langfristige Entwicklungen in Europa konzentrieren, diese vergleichend untersuchen und deren Auswirkungen auf die EU analysieren. Diesem Aufruf sind 138 Forschergruppen gefolgt, und haben einen Förderantrag gestellt, sieben wurden nun bewilligt – mit einer Gesamtfördersumme von rund 6,5 Millionen Euro.

Das Projekt an der Universität Bielefeld trägt den Titel "Misrecognising Minorities in Europe. Challenges to Integration and Security" und wird mit rund 1 Million Euro gefördert. Dass sich einzelne Gruppen aus der Gesellschaft zurückziehen oder von dieser isoliert werden, ist nicht nur menschlich problematisch. Es kann auch dazu führen, dass sie für separatistische Einstellungen oder gar radikale Ideologien anfälliger werden. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird der Faktor der fehlenden gesellschaftlichen Anerkennung in Ausgrenzungsprozessen untersucht. Die Erfahrungen, die Betroffene hier machen, die Auslöser und Folgen sollen untersucht werden – auch mit Blick auf die Rolle, die Überwachungsmaßnahmen dabei spielen. Wann genau wenden sich die Minderheitsmitglieder aktiv gegen die Gemeinschaft und die Autoritäten? Im Mittelpunkt der Untersuchungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, den Niederlanden, Ungarn, Großbritannien und Frankreich stehen Muslime in westeuropäischen und Roma in osteuropäischen Ländern.

Die weiteren geförderten Projekte sind:
  • Universität Tübingen: Risk Sharing in the Euro Area (rund 1 Million Euro)
  • Leuphana Universität Lüneburg: Cultures of Rejection: Conditions of Acceptability in Socio-Spatial and Digital Environments in Contemporary Europe (rund 930.000 Euro)
  • Universität Mannheim: Fighting Together, Moving Apart? European Common Defense and Shared Security in an Age of Brexit and Trump (rund 980.000 Euro)
  • GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Köln: What Do ‘the People‘ Want? Analysing Online Populist Challenges to Europe (rund 710.000 Euro)
  • Universität Oldenburg: Popular Music as a Medium for the Mainstreaming of Populist Ideologies in Europe (rund 970.000 Euro)
  • Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig: Agents of Change in Old-Industrial Regions in Europe (rund 930.000 Euro)
Das Förderangebot „Herausforderungen für Europa“ wurde im Sommer 2017 eingerichtet. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können für ihre kooperativen Forschungsprojekte bis zu 1 Mio. Euro für bis zu vier Jahre beantragen. Der nächste Stichtag der Förderinitiative ist am 13. Dezember 2018. Die zweite Ausschreibung wird in Kooperation mit Compagnia di San Paolo, Turin, und der Carlsbergfondet, Kopenhagen, durchgeführt.

Weitere Informationen:
Die Förderinitiative „Herausforderungen für Europa“ der VolkswagenStiftung: www.volkswagenstiftung.de/herausforderungen-fuer-europa.
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