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1,4 Millionen Euro Forschungsmittel für das Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld

Veröffentlicht am 16. November 2012, 10:19 Uhr
Bundesministerium fördert Technologieplattform Bioinformatik

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld in den nächsten drei Jahren mit Fördermitteln in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Die Zuwendung soll sowohl die Personalstruktur der am CeBiTec angesiedelte Technologieplattform Bioinformatik verbessern als auch zum weiteren Ausbau der am CeBiTec betriebenen Rechneranlage genutzt werden. Das Forschungsvorhaben baut dabei insbesondere auf die vorhandene Expertise auf den Gebieten Bioinformatik und Genomforschung auf. „Diese Zuwendung stellt sicher, dass das CeBiTec seine internationale Stellung auf dem Sektor der Genomanalyse ausbauen kann. Darüber hinaus werden die Investitionen die Computer-gestützte Verarbeitung ständig wachsender Datenmengen aus Genomanalysen beschleunigen“, freuen sich Professor Dr. Alfred Pühler, Leiter der Senior Research Group "Genomforschung industrieller Mikroorganismen" und Dr. Alexander Goesmann, Leiter der Technologieplattform Bioinformatik des CeBiTec.


Prof. Dr. Alfred Pühler, Leiter der Senior Research Group "Genomforschung industrieller Mikroorganismen", Dr. Alexander Goesmann, Leiter der Bioinformatics Resource Facility, und Prof. Dr. Thomas Noll, wissenschaftlicher Direktor des CeBiTec im Rechnerraum der Technologieplattform Bioinformatik (v. l. n. r.).
Prof. Dr. Alfred Pühler, Leiter der Senior Research Group "Genomforschung industrieller Mikroorganismen", Dr. Alexander Goesmann, Leiter der Bioinformatics Resource Facility, und Prof. Dr. Thomas Noll, wissenschaftlicher Direktor des CeBiTec im Rechnerraum der Technologieplattform Bioinformatik (v. l. n. r.).
Zum Hintergrund: In den Jahren von 2001 bis 2010 koordinierte die Universität Bielefeld ein bundesweites GenoMik-Forschungsnetzwerk mit 26 Partnern aus Universitäten, Forschungseinrichtungen und der Industrie, das sich der Genomforschung an Mikroorganismen widmete. Im Rahmen der GenoMik-Forschungsinititative des BMBF wurde die Universität Bielefeld als Standort für die Technologieplattform Bioinformatik ausgewählt. Die vorhandene Expertise beruhte dabei auf der langjährigen engen interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Informatikern und Biologen, die von der Universität Bielefeld frühzeitig gefördert wurde. Umfangreiche Fördermittel des BMBF in den vergangenen 12 Jahren stellten eine angemessene personelle und apparative Ausstattung der Technologieplattform Bioinformatik sicher, die damit in Deutschland über ein Alleinstellungsmerkmal verfügt.

Aufgabe der Technologieplattform seit dieser Zeit ist es, bundesweite Kooperationen auf dem Gebiet der Speicherung, Archivierung und Verarbeitung von Daten aus Genomforschungs-analysen für Netzwerkpartner einzugehen. Hierfür stellt die Technologieplattform den Partnern die Rechenleistung und Speicherkapazität seiner Computer-Infrastruktur sowie eigene an der Universität Bielefeld entwickelte Computerprogramme für die Analyse von Erbspeichern zur Verfügung. Im Rahmen dieser Kooperationen wurden an der Technologieplattform Bioinformatik mehr als 250 Genome mikrobieller Organismen mit Bedeutung für die Biotechnologie, die Umwelt und Landwirtschaft sowie die Medizin bearbeitet. In den letzten Jahren hat sich das Spektrum der Genomanalysen erweitert und umfasst nun auch Genome höherer Organismen wie Hamster und Weinrebe.

Mit den nun für die nächsten drei Jahre zur Verfügung gestellten Fördermitteln sollen Investitionen in die Rechner-Infrastruktur erfolgen, um die in Zukunft zu erwartenden riesigen Datenmengen speichern, archivieren und zeitnah verarbeiten zu können. Von großem Interesse ist hierbei der Einsatz von Spezialkomponenten, um den besonderen Anforderungen im Bereich der Bioinformatik Rechnung zu tragen.

Für die hochparallele Auswertung von Genomsequenzen werden zum Beispiel Graphik-Karten genutzt, wie sie aus Heimcomputern bekannt sind. Diese Bielefelder Speziallösung bietet den Vorteil kostengünstiger und enorm schneller Analysen von exponentiell anwachsenden Datenmengen. Neben der Verbesserung der Rechenleistung wird auch der zentrale Datenbankserver und die Speicherkapazität der Technologieplattform Bioinformatik ausgebaut. Die gesamte Speicherkapazität entspricht dann etwa 1.700 Festplatten aus Heimcomputern mit einer üblichen Größe von je einem Terabyte. Zwei Personalstellen für Wissenschaftler, die für die Weiterentwicklung von Software für Genomanalysen zuständig sind, komplettieren das Forschungsprojekt.

Professor Dr. Martin Egelhaaf, Prorektor für Forschung der Universität Bielefeld, betont: „Das Vorhaben stärkt das CeBiTec in einem der Kernbereiche seiner Forschung. Es legt darüber hinaus die Grundlage dafür, dass die Technologieplattform Bioinformatik auch in Zukunft als Partner für nationale und internationale Kooperationen auf dem Gebiet von Genomanalysen zur Verfügung stehen kann. Das CeBiTec ist damit für kommende Aufgaben auf diesen zukunftsträchtigen Forschungsgebieten bestens aufgestellt.“
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