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1,3 Millionen Euro für Forschungsmikroskope bewilligt

Veröffentlicht am 19. Oktober 2012, 11:34 Uhr

Zwei Fakultäten der Universität Bielefeld nutzen die Geräte gemeinsam

Die Fakultäten für Chemie und Biologie der Universität Bielefeld erhalten drei neue Lichtmikroskope. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Land Nordrhein-Westfalen fördern die Anschaffung mit 1,3 Millionen Euro. Die Mikroskope werden als gemeinsame Einrichtung betrieben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Fakultäten können so die jeweiligen Spezialfunktionen von jedem der Geräte nutzen. Diese Konfokalmikroskope arbeiten mit Laserabtastung und sollen vor allem in der Zellforschung eingesetzt werden. Alle drei Geräte können die untersuchten Proben in 3D darstellen. Eines der Mikroskope liefert Aufzeichnungen der Bewegung von Makromolekülen wie Enzymen oder DNA, die beiden anderen zeichnen Standbilder oder Videos von lebenden Zellen wie Stamm- oder Nervenzellen auf.

Mit einem Budget von 1,3 Millionen Euro schaffen sie neue Forschungsmikroskope an: die Professoren Dr. Thomas Dierks, Dr. Thomas Hellweg (hinten, v.l.), Dr. Christian Kaltschmidt und Dr. Gabriele Fischer von Mollard (vorne, v.l.). Foto: Universität Bielefeld
Sie schaffen neue Forschungsmikroskope an: die Professoren Dr. Thomas Dierks, Dr. Thomas Hellweg (hinten, v.l.), Dr. Christian Kaltschmidt und Dr. Gabriele Fischer von Mollard (vorne, v.l.). Foto: Universität Bielefeld

Vier Professorinnen und Professoren haben sich zusammengetan und die Lichtmikroskope beantragt: Dr. Gabriele Fischer von Mollard, Dr. Thomas Dierks und Dr. Thomas Hellweg (alle Fakultät für Chemie) und Dr. Christian Kaltschmidt (Fakultät für Biologie). Zum neuen Semester ist der Paketantrag bewilligt worden. Die Geräte werden in den kommenden Monaten angeschafft und als gemeinsame Technologieplattform eingerichtet.

Die Professorinnen und Professoren erhoffen sich, dass die „Plattform Lichtmikroskopie“  zu neuen Erkenntnissen über molekulare Abläufe in Zellen und an Modellmembranen (künstlichen Trennschichten) führt. Auf Antrag steht die Nutzung auch anderen Forschern offen, die nicht an den beteiligten Fakultäten arbeiten.

Mit Lichtmikroskopen lassen sich zum Beispiel Körperzellen sichtbar machen. Das Bild zeigt Nervenzellen des Gehirns und ihre Fortsätze (rot markiert) sowie die Erbsubstanz in den Zellkernen (grün markiert). Foto: Universität Bielefeld
Mit Lichtmikroskopen lassen sich zum Beispiel Körperzellen sichtbar machen. Das Bild zeigt Nervenzellen des Gehirns und ihre Fortsätze (rot markiert) sowie die Erbsubstanz in den Zellkernen (grün markiert). Foto: Universität Bielefeld
Das Besondere an den Mikroskopen ist, dass sie die Probe auch dreidimensional darstellen können: Sie sind in der Lage, nicht nur waagerecht, sondern auch schichtweise von oben nach unten zu scannen. Diese konfokalen Laserscanning-Mikroskope rastern Proben mit einem fokussierten Laserstrahl in Schichten, die weniger als ein tausendstel Millimeter dünn sind, ab. Um kleinste Elemente abbilden zu können, nehmen die Geräte die Proben nicht als Ganzes, sondern in winzigen Abschnitten auf. Aus diesen Einzelbildern wird dann das Gesamtbild berechnet. Um bestimmte Elemente in den Zellen zu untersuchen, werden diese mit fluoreszierenden Farbstoffen markiert. Trifft der Laserstrahl auf diese Elemente, reagieren die Farbstoffe, indem sie leuchten. Bei manchen  Molekülen ist die Einfärbung unnötig, weil sie ohnehin fluoreszierende Farbstoffe enthalten. Die neuen Mikroskope ermöglichen es den Forscherinnen und Forschern künftig moderne Verfahren zu nutzen, die auf der Fluoreszenzmikroskopie basieren.
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