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Vergleichspraktiken in der englischen Gesellschaft vor 1600

Veröffentlicht am 14. Juni 2018, 16:59 Uhr

Gary Shaw leitete seinen Vortrag im SFB-Kolloquium mit dem Vergleichen in Akteur-Netzwerken ein. Er argumentierte, dass eine vergleichende Praxis eine Art Netzwerk sei, da sie kognitiv/linguistisch strukturiert sei. Shaw zufolge ist das Vergleichen immer ein Teil einer komplexeren Praxis oder eines Netzwerks.
Eine Beobachtung war, dass einige Vergleichspraktiken nicht 'so vergleichend' wirkten wie andere. Das Vergleichen schien etwa im sozialen Leben häufiger genutzt zu werden als im politischen Kontext.

Shaw stellte England mit seiner zentralen Rolle sowie das 14. und 15. Jahrhundert in den Mittelpunkt, aufgrund der Erstarkung von Öffentlichkeit und Gesetzgebung zu dieser Zeit. Einer seiner Gliederungpunkte waren 'Öffentliche Messungen als Vergleich'. Auf Vergleichen basierende Organisation war entscheidend in der mittelalterlichen Herrschaft, zum Beispiel Abmessungen oder Gewichte für die Konstruktion des Königreichs.

Hat sich die mittelalterliche Form des Vergleichens im 15. und 16. Jahrhundert gewandelt? Shaw konstatierte, zeitliche Vergleiche seien in dieser Zeit angestiegen und gab dafür unterschiedliche Beispiele, wie den 'Breed of Horses Act' von 1540. Damals waren die Menschen besorgt, dass ihre Pferde kleiner werden und sie einen bestimmten Standard nicht mehr erreichen könnten. Daraufhin begannen sie, die Pferde zu messen, um Vergleiche zu ermöglichen.

Gary Shaw ist zurzeit als Mercator Fellow des SFB längerfristig in Bielefeld zu Gast. Das Mercator Fellowship ermöglicht eine besonders intensive Zusammenarbeit. Er ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Wesleyan University.

Fotos: Jan Holthaus

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