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"The Temporal Anarchy of Historical Comparison"

Veröffentlicht am 26. September 2018, 18:50 Uhr

Ethan Kleinberg begann seinen Vortrag mit der Eingangsbemerkung, dass man beim Vergleichen auch die Zeit ordne. Die zeitliche Dimension spielte entsprechend auch eine entscheidende Rolle in seinem Vortrag, beginnend mit der Definition von temporaler Anarchie und dazu überleitend, verschiedene Konzepte von Vergangenheit vorzustellen. Ein Beispiel dafür sei die 'Angst vor dem Geist' (der Vergangenheit), wie etwa in "A Christmas Carol", mit Scrooge als Historiker, für den es sinnlos ist, Ereignisse in eine bestimmte Reihenfolge zu sortieren.

Nach der Vorstellung dieser Konzepte fuhr Kleinberg mit der Frage fort, wie das Vergleichen bei Forschenden vonstatten gehe. Eine Beobachtung dabei war, dass das Vergleichen Generalisierungen nach sich ziehe, die (möglicherweise) Elemente von Verschiedenheit unterdrücken können. In diesem Kontext war ein weiterer Aspekt auf der zeitlichen Ebene, dass das allgemeingültige Verständnis von Zeit die Basis für den historischen Vergleich bilde. Die Möglichkeiten des Vergleichens in der Geschichte seien also begrenzt, da Geschichte an Zeitlichkeit gebunden sei - im Gegensatz zu vergleichender Literaturwissenschaft. Das Bedürfnis, universelle Geschichte zu konstruieren, könne nur als unmöglich erkannt werden. Eine Antwort darauf könnten unterschiedliche und bestimmte Chronologien oder Zeitlichkeiten sein.

Ethan Kleinbergs vierter Punkt war die 'Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen', temporale Anarchie und die parallele Existenz verschiedener soziokultureller Zeiten, temporal gleich, aber unterschiedlich entwickelt. Unterschiedliche Zeitlogiken seien ein Schlüsselelement des historischen Vergleichens, so Kleinberg.

Sie können Ethan Kleinbergs Vortrag auf unserer Webseite unter "Audio" und der SFB 1288-Kolloquiumskategorie nachhören.

Ethan Kleinberg ist Professor für Geschichte und Literaturwissenschaft an der Wesleyan University, Herausgeber der Zeitschrift "History and Theory" und Direktor des Wesleyan University Center for the Humanities.

Fotos: Rebecca Moltmann

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