© Universität Bielefeld

Informationen für das wissenschaftliche Personal der Universität Bielefeld

Personalstruktur im wissenschaftlichen Bereich im Blick

Veröffentlicht am 2. Mai 2012, 00:00 Uhr

Mehr Instrumente flexibler nutzen, verlässliche Karrierewege schaffen

Die Anforderungen und Herausforderungen für die Fakultäten und ihr wissenschaftliches Personal sind vielfältig. Sie müssen im steigenden Wettbewerb um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie um Forschungsgelder erfolgreich sein. Gleichzeitig führt eine mangelnde Planbarkeit von Karrieren zu biographischer Unsicherheit und macht die Rekrutierung insbesondere von weiblichem und ausländischem wissenschaftlichen Nachwuchs schwierig. Auf den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern lastet zudem ein hoher Druck, den Spagat zwischen Forschung und Lehre zu bewältigen. Diese Umstände vor Augen, hat sich das Rektorat mit der Frage beschäftigt, wie der Gestaltungsrahmen im Personalbereich verändert werden kann, um damit die Ziele in Forschung und Lehre möglichst gut unterstützen zu können und zugleich verlässlichere Karrierewege zu ermöglichen.  

Das Rektorat hat Instrumente und Wege identifiziert, die rechtlich und personalplanerisch für unterschiedliche Herausforderungen denkbar sind. Dieser „Instrumentenkasten“ ist im Gespräch mit den Dekaninnen und Dekanen zwischenzeitlich vorgestellt worden, um einen Diskussionsprozess hierzu anzustoßen.

Mehr Juniorprofessuren mit Tenure-Option

Im Werben um Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler spielen planbare Karrierewege eine zentrale Rolle. In diesem Zusammenhang können Juniorprofessuren ein erfolgreiches Instrument sein – allerdings sollte diese „Einstiegsprofessur“ regelmäßig mit einer Tenure-Option versehen sein. Aktuell sind von 44 Juniorprofessuren, die im Stellenplan der Universität Bielefeld verankert sind, lediglich 21 besetzt und nur acht mit einer Tenure-Option versehen. Ziel des Rektorats ist es, diese Personalkategorie stärker zur Gewinnung von hervorragendem, insbesondere weiblichen und ausländischen Nachwuchs einzusetzen. Mit der Tenure-Option wird die Qualitätssicherung noch wichtiger. „Wir brauchen daher klare und verbindliche Kriterien für die notwendigen Evaluationsverfahren der Juniorprofessorinnen und -professoren“, betont Professor Dr. Johannes Hellermann, Prorektor für Qualitätsentwicklung. Beabsichtigt ist, diese - aufbauend auf die bereits in einigen Fakultäten gemachten Erfahrungen - im Gespräch mit Vertretern der Wissenschaftsdisziplinen weiterzuentwickeln.

Lehrprofessuren und Karriereweg Lehre

„Warum soll es nicht Professorinnen und Professoren geben, die ihren Schwerpunkt im Bereich Lehre haben?“, fragt Rektor Sagerer und weiß sich bei dieser Frage in Übereinstimmung mit dem Wissenschaftsrat. Dies bedeutet, dass das Lehrdeputat einer Professur aus 13 Semesterwochenstunden statt aus 9 besteht. Wichtig: Die Verbindung von Forschung von Lehre und Forschung bleibt bestehen, wenn auch mit veränderten Anteilen. Die Universität Bielefeld hat in zwei Fällen bereits gute Erfahrung mit solchen Lehrprofessuren gemacht. „Wir ermutigen die Fakultäten, diese Möglichkeit bei der Besetzung von freien Professuren mitzudenken“, so Sagerer.
Dieses Modell kann noch weitergehen: Das Rektorat sieht die Möglichkeit, Juniorprofessuren zu etablieren, die einen besonderen Fokus auf Lehre haben – auch hier regelmäßig mit einer Tenure-Option auf eine Lehrprofessur.
Mit solchen Ausschreibungen adressieren die Fakultäten begeisterte Lehrende, von denen sie eine besondere Eignung zur Lehre und herausragendes Engagement in der Lehre sowie die Bereitschaft, sich didaktisch fortzubilden und sich an der Entwicklung neuer Lehrkonzepte zu beteiligen, erwarten.

Dauerstellen mit dem Fokus Lehre

Der Mittelbau schultert zu einem großen Teil die Lehre – und ist dabei in der Regel nur mit befristeten Verträgen ausgestattet. Das Rektorat will mehr Sicherheit schaffen und hält den vermehrten Einsatz von Dauerbeschäftigungsmöglichkeiten zudem für ein geeignetes Instrument, eine Qualitätssteigerung, speziell im Bereich Lehre, zu erreichen und zu einer besseren Ausdifferenzierung der Aufgaben in Forschung und Lehre zu kommen. „Wichtig: Voraussetzung für eine Dauerbeschäftigung ist ein besonderes Engagement in der Lehre sowie eine nachgewiesene herausragende Lehrleistung der betreffenden Person“, so Prorektor Hellermann.

„All diese Maßnahmen sind keine neuen Erfindungen, sie ermöglichen aber verlässliche Karrierewege sowie eine Flexibilisierung und eine Ausdifferenzierung der Personalstruktur“, resümiert Rektor Sagerer. „Wir können den gesetzlichen Rahmen nicht ändern, ihn aber konsequent ausnutzen. Das ist unser Ziel. Wir ermutigen Fakultäten, ihre individuellen Lösungen zu finden – und beraten dabei gerne.“

Ansprechpartner:
Dr. Frank Lohkamp, Dezernat III – Personalangelegenheiten
Telefon: -4150, E-Mail: frank.lohkamp@uni-bielefeld.de

Gesendet von NLangohr in Lehre
Kommentare:

Senden Sie einen Kommentar:
Kommentare sind ausgeschaltet.

Kalender

« Oktober 2020
MoDiMiDoFrSaSo
   
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
       
Heute