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Interview mit Rektor Gerhard Sagerer zu den Ergebnissen der Mitarbeitendenbefragung 2018

Veröffentlicht am 12. November 2018, 15:37 Uhr

Die Auswertung der ersten umfassenden Mitarbeitendenbefragung der Universität Bielefeld liegt vor. Eine Zusammenfassung findet sich auf den Webseiten der Mitarbeitendenbefragung. In einem Interview gibt Rektor Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer eine erste Einschätzung der Ergebnisse.

 

Rektor Sagerer, es gibt aktuell viele Herausforderungen an der Universität. Warum führt das Rektorat gerade jetzt eine Befragung der Beschäftigten durch?

Rektor Gerhard Sagerer: „Wir werden Qualität in der Lehre sichern und gleichzeitig unser Forschungsprofil intensiv schärfen.“ Foto: M. Brockhoff/ Universität Bielefeld
Rektor Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Foto: M. Brockhoff/ Universität Bielefeld

Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer: Gerade weil zurzeit sehr viel passiert. Unsere Universität verändert sich in vielen Bereichen - nach wie vor hohe Studierendenzahlen, mehr Beschäftigte, steigende Ansprüche durch die Digitalisierung, bauliche Maßnahmen, die den Campus verändern, das neue Mittelverteilmodell und natürlich die Gründung der Medizinischen Fakultät. Diese Veränderungen beschäftigen uns alle auf unterschiedlichen Ebenen. In dieser Phase wollten wir wissen: Wie sehen die Beschäftigten ihre Universität und die aktuellen Entwicklungen? Wir wollten ihre Einschätzungen und Stimmungen.

 

Sind Sie mit den Ergebnissen zufrieden?

Erst einmal bin ich allen dankbar, die teilgenommen haben. 39 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeitenden und 40 Prozent der Professorinnen und Professoren haben den Fragebogen ausgefüllt - das ist eine erfreuliche hohe Quote. Um zu aussagekräftigen Resultaten zu gelangen, war es wichtig, dass wir eine ausreichende Beteiligung hatten. Zu den Ergebnissen: Es gibt - wie nicht anders erwartet - gute und weniger gute Bewertungen. Und insbesondere mit den weniger guten beschäftigen wir uns intensiv.


Wie geht das Rektorat mit den Ergebnissen um?

Mir ist wichtig herauszustellen, dass ich an dieser Stelle über die Ergebnisse der wissenschaftlichen Mitarbeitenden sowie der Professorinnen und Professoren spreche. Der Kanzler hat sich zu den Ergebnissen in der Verwaltung bereits geäußert und mit dem Tag der Verwaltung auch einen ersten Schritt zur Aufarbeitung getan (Link zum Interview).

Anfang Juli haben wir den wissenschaftlichen Mitarbeitenden sowie den Professorinnen und Professoren in zwei Informationsveranstaltungen die Auswertung umfassend präsentiert. Entsprechende Ergebniszusammenfassungen finden sich online auf den Seiten der Mitarbeitendenbefragung. In einer ersten Rektoratsklausur haben wir uns als Universitätsleitung intensiv mit den Ergebnissen befasst. Die Befragung ist ein Instrument, das uns bei der Strategieplanung hilft, uns Orientierung bietet. Der damit verbundene, erforderliche Diskussionsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Ich bitte daher um Verständnis, wenn ich an dieser Stelle noch keine konkreten Maßnahmen zum Umgang mit den angesprochenen Themen benenne.


Können Sie dennoch Beispiele aus den Ergebnissen herausgreifen?

Gefreut haben mich die positiven Werte für die Arbeit mit Studierenden - denn das ist eine zentrale Voraussetzung für attraktive und gute Lehre. Auch die Tatsache, dass die Inplacement-Angebote für neue Professorinnen und Professoren gut angenommen werden, empfinde ich als Bestätigung. Das sind aber nur zwei Beispiele von zahlreichen positiv bewerteten Items.


... es ist aber nicht alles positiv?

Nein, natürlich nicht. Es gibt auch Ergebnisse, die zwar nicht ganz unerwartet waren, uns aber doch nachdenklich machen. Diese sind Grundlage für die weiteren Diskussionen und Planungen der Handlungsschwerpunkte für die kommenden Monate. Ein Beispiel: Sowohl bei den wissenschaftlichen Mitarbeitenden als auch bei den Professorinnen und Professoren ist der empfundene Zeitdruck als deutlich negativer Faktor bewertet worden.


Wo unterscheiden sich die Ergebnisse der Professorinnen und Professoren von jenen der wissenschaftlichen Mitarbeitenden?

Die wissenschaftlichen Mitarbeitenden sind häufig durch die Befristung ihrer Stelle belastet, wünschen sich mehr Unterstützung im Hinblick auf außeruniversitäre Karrierewege und bemängeln berufliche Perspektiven in wissenschaftlichen Einrichtungen. Das sind insbesondere für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler Themen, die wir seit Jahren im Blick haben. Wir haben in der Vergangenheit auch Maßnahmen etabliert, beispielsweise die Leitlinien des Rektorats für die Ausgestaltung der Qualifikationsphase oder der Ausbau des Beratungsangebots insbesondere im Service Center für den wissenschaftlichen Nachwuchs, im Rahmen des Personalentwicklungsprogramms bzw. des Career Service. Wir müssen uns hier aber die Frage stellen, ob diese Maßnahmen nicht ausreichen oder nicht ausreichend bekannt sind und wie wir sie gegebenenfalls weiter entwickeln können? Damit werden wir uns beschäftigen, denn: Der wissenschaftliche Nachwuchs hat im Selbstverständnis der Universität Bielefeld eine zentrale Bedeutung.

Bei den Professorinnen und Professoren macht uns natürlich insbesondere der kritisch bewertete Punkt "Transparenz der Entscheidungen des Rektorats" nachdenklich. Wir wollen und brauchen Kenntnis und Verständnis für unsere Entscheidungen. Hier müssen wir besser werden.


Der wissenschaftliche Bereich sieht Handlungsbedarf bei der Unterstützung durch die Verwaltung...

Erst einmal: Es geht sicher nicht um die Arbeit der Verwaltung im Ganzen. Wir sind an vielen Stellen sehr gut aufgestellt und das wird sicher auch wertgeschätzt. Es gibt aber einzelne Bereiche, die - insbesondere bedingt durch gesetzliche Vorgaben, gewachsene inhaltliche Anforderungen und die zunehmende Digitalisierung - aktuell nicht den Service bieten können, den wir alle uns wünschen. Der Kanzler hat dies schon vor längerer Zeit erkannt und ein ambitioniertes Programm zur Modernisierung der Verwaltung gestartet, die "Universitätsverwaltung 2025". Dabei hat er die Unterstützung des gesamten Rektorats. Wie das in solchen Veränderungsprozessen aber häufig der Fall ist: Es wird nicht alles sofort besser, es braucht Zeit für die Umstellung und Justierung. Hier bitte ich auch um Geduld.


Wird es die Mitarbeitendenbefragung nun regelmäßig geben?

Ich werde mich dafür einsetzen, denn nur dann macht sie Sinn. Wir müssen auch in der Lage sein, Veränderungen zu messen. In welchen zeitlichen Abständen das sinnvoll und machbar ist, müssen wir mit allen Beteiligten diskutieren.

 

Weitere Informationen: 

Zusammenfassung der Befragungsergebnisse in der Wissenschaft: http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/intranet/mab/2018-11-12_Mitarbeitendenbefragung_Ergebnisse Wissenschaft.pdf

Interview mit Kanzler Dr. Stephan Becker zu den Ergebnissen in Technik und Verwaltung: http://www.uni-bielefeld.de/Benutzer/MitarbeiterInnen/Gesundheit/neu/interview-mab-kanzler.html

 


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