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Forschungsdatenmanagement ist zentrale Anforderung der Zukunft

Veröffentlicht am 10. Dezember 2013, 09:25 Uhr

Interview mit Prof. Dr. Martin Egelhaaf, Prorektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Transfer zum Thema Forschungsdatenmanagement und dem neuen Service der Universitätsbibliothek

Herr Egelhaaf, das Rektorat hat eine Resolution zum Forschungsdatenmanagement verabschiedet. Hat das Thema eine so große Bedeutung?

Egelhaaf: Hochschulpolitisch ist das Thema von sehr großer Relevanz. Selbst im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD taucht es auf: Die große Koalition will den Zugang und die Nutzbarkeit von komplexen Forschungsdaten verbessern. Forschungsdaten, die mit öffentlichen Finanzmitteln erhoben wurden, sollen auch anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für spätere Forschungszwecke zur Verfügung stehen.

Und was bedeutet das für die einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bielefeld?

Egelhaaf: Nun soll ich auch noch Aufwand betrieben und meine kostbaren Daten mit anderen teilen – ist häufig der erste Reflex. Ich kann solche Reflexe einerseits gut nachvollziehen; andererseits kann ich nicht anders als zu erwidern: Wer auch zukünftig erfolgreich datenbasierte Forschung betreiben will, der sollte sich intensiv mit dem Thema beschäftigen. Die großen Forschungsförderer fordern mit guten Gründen, dass Forschungsdaten öffentlich zugänglich gemacht werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Forschungsprojekte, in denen Daten erhoben werden, erhalten zukünftig nur dann eine Förderung, wenn Mindeststandards an das Datenmanagement und die Veröffentlichung der Daten erfüllt sind. Natürlich wird eine Veröffentlichung in der Regel erst nach Abschluss der eigenen Forschung und der Publikation der Ergebnisse erfolgen.

Und was tut die Universität Bielefeld in Anbetracht dieser Entwicklungen?

Egelhaaf: Das Rektorat hat diese Entwicklung früh erkannt. Wir haben gemeinsam mit der Universitätsbibliothek ein Projekt auf den Weg gebracht, das Antworten finden sollte…

… und die sind nun gefunden?

Egelhaaf: Ja. Die Bibliothek hat einen in Deutschland einmaligen Service aufgebaut. Wir fordern die Forschenden der Universität Bielefeld nicht nur auf, ihre Daten frei zugänglich zu machen, sondern bieten ihnen dafür Beratung, Service und Infrastruktur. Damit stellen wir uns bereits heute so auf, wie es die Hochschulpolitik von den Hochschulen in Zukunft fordern wird. Daten werden schon bald eine ähnliche Bedeutung für Sichtbarkeit und Renommee von Forschenden, Fakultäten und Einrichtungen sowie Universitäten erlangen, wie es heute Publikationen haben. Und: Unser Weg bedeutet hoffentlich einen Wettbewerbsvorteil, wenn es um die Einwerbung von Drittmitteln geht. Ich kann nur allen Kolleginnen und Kollegen naheliegen, die große Expertise unserer Bibliothek bei Fragen des Datenmanagements in Anspruch zu nehmen.

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