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Pressemitteilungen

Wenn Angehörige medizinische Behandlungen beeinflussen (Nr. 24/2019)

Veröffentlicht am 21. März 2019, 13:49 Uhr
Erster Bielefelder Tag der Medizinethik an der Universität

Für medizinische Behandlungen sind auch die Beziehungen von Patientinnen und Patienten zu ihren Angehörigen wichtig – nicht nur die zu Ärztinnen und Ärzten. Manche Entscheidungen, die zum Beispiel bei der Therapie schwerer Krankheiten getroffen werden müssen, können nicht losgelöst von Eltern oder Partnerinnen und Partnern betrachtet werden. In der Medizinethik werden solche Nahbeziehungen bislang oft ausgeklammert. Der erste Bielefelder Tag der Medizinethik am 30. März setzt sich deswegen mit diesem Thema aus interdisziplinärer Perspektive auseinander. Der Philosoph Professor Dr. Ralf Stoecker von der Universität Bielefeld organisiert die Tagung „Kommt eine Familie zum Arzt – zur Rolle der Angehörigen aus medizinethischer Sicht“ zusammen mit Dr. Hans-Ulrich Weller vom Ärztenetz Bielefeld e.V. Sie findet am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld statt.

Prof. Dr. Ralf Stoecker
Prof. Dr. Ralf Stoecker ist Mitorganisator des Bielefelder Tags der Medizinethik. Foto: Universität Bielefeld
„Die Tagung soll nicht nur die Bedeutung der Angehörigen für medizinethische Fragen hervorheben, sondern gleichzeitig unterschiedliche Perspektiven auf dieses Thema vereinen“, sagt Professor Dr. Ralf Stoecker. Neben Vorträgen aus Philosophie, Medizin, Pflege und Rechtswissenschaft kommen auch betroffene Angehörige sowie Patientinnen und Patienten zu Wort. So wird zum Beispiel Adelheid Rieffel, die das Hospiz Bethel mit aufgebaut und lange geleitet hat, Geschichten von Erkrankten und deren Angehörigen erzählen. Zudem sollen durch die interdisziplinäre Ausrichtung der Tagung Praxis und Wissenschaft zusammengebracht werden. „Ziel des Bielefelder Tags der Medizinethik ist es, sich über die vielfältigen ethischen Fragen in diesem Bereich auszutauschen und Vorschläge dafür zu entwickeln, möglichst gut mit ihnen umzugehen“, sagt Stoecker.

Im Abschlussvortrag der Tagung wird Professorin Dr. Claudia Hornberg, die Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld, darauf eingehen, welche Rolle die Medizinethik beim Aufbau der neuen Fakultät spielt. Seit dem 1. Oktober 2018 befindet sich die Medizinische Fakultät formal in Gründung.

Der diesjährige Tag der Medizinethik eröffnet eine Veranstaltungsreihe, die einmal jährlich zu wechselnden medizinethischen Themen stattfindet. Die Tagung ist eine anerkannte Fortbildungsveranstaltung für Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegende, richtet sich aber auch an Betroffene und interessierte Laien. Sie findet im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), Methoden 1, 33615 Bielefeld statt. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung per Mail an medizinethiktag@uni-bielefeld.de wird gebeten.

Weitere Informationen:
Das Programm der Tagung: www.uni-bielefeld.de/philosophie/forschung/praktisch/Bielefelder_Tag_der_Medizinethik

Kontakt:
Prof. Dr. Ralf Stoecker, Universität Bielefeld
Abteilung Philosophie
Telefon: 0521 106-4583
E-Mail: ralf.stoecker@uni-bielefeld.de

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