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Neue Wege in der Elternarbeit (106/2009)

Veröffentlicht am 5. Juni 2009, 12:17 Uhr

Gesundheitswissenschaftler untersuchen Elternbildungsprogramme 

Welche Elternschulung, die in ein soziales Umfeld wie Kindertagesstätte oder Schule eingebettet ist, erreicht Eltern aus sozial benachteiligten Gruppen besonders gut? Welche Faktoren fördern die Zusammenarbeit mit den Eltern? Diesen Fragen ging das „Projekt Bielefelder Evaluation von Elternedukationsprogrammen“ („BEEP“) der Fakultät für Gesundheitswissenschaften unter Leitung von Professor Dr. Klaus Hurrelmann nach. In einer Abschlusstagung werden am Dienstag, dem 16. Juni ab 10.30 Uhr im Senatssitzungssaal (A3-126) der Universität Bielefeld die Ergebnisse präsentiert.

Eltern werden heute zunehmend mit Erziehungsaufgaben konfrontiert, die sie im Alltag bewältigen sollen. Diesen Aufgaben sehen sich viele Eltern nicht genügend gewachsen. In den letzten Jahren haben, neben der klassischen Familienhilfe, Anbieter von Elternkursen und Elternbildungsprogrammen diese Herausforderung angenommen. Eltern aus sozial benachtei-ligten Gruppen, die aufgrund schwieriger gesellschaftlicher Rahmenbedingungen als besonders belastet gelten, nehmen diese Elternangebote am wenigsten in Anspruch.
Die Einbindung von Elternprogrammen in soziale Settings (zum Beispiel in Schulen und Kindertagesstätten), in denen sich Eltern ohnehin viel bewegen, gilt als ein vielversprechender Weg, auch diejenigen Eltern für solche Kurse zu gewinnen, die sonst kaum erreicht werden. Setting-gebundene Programme versprechen allerdings für diese schwer erreichbaren Zielgruppen erst dann Erfolg, wenn Eltern in den jeweiligen Settings tatsächlich präsent und ansprechbar sind. Aus der Praxis ist jedoch bekannt, dass viele Eltern – auch hier insbesondere sozial benachteiligte Gruppen oder bestimmte Migrantengruppen – eben nicht genügend in den Schul- und Kita-Alltag eingebunden sind.

Im Projekt BEEP wurde einerseits am Beispiel dreier Programme zur Elternschulung untersucht, inwieweit die Einbindung in ein Setting dazu verhilft, den Zugang für schwer erreichbare El-terngruppen zu erleichtern. Andererseits wurde geprüft, welche Setting-Faktoren die Zusammenarbeit mit Eltern in Kita und Schule positiv oder negativ beeinflussen und inwieweit Angebote für Eltern, die speziell auf die schwer erreichbaren Zielgruppen abgestimmt sind, den Austausch fördern.

Die Fachtagung, die am 16. Juni um 11 Uhr mit einem Vortrag von Professor Dr. Klaus Hurrelmann beginnt, hat das Ziel, Praktikerinnen und Praktikern die Ergebnisse dreijähriger Forschungsarbeit vorzustellen und mit ihnen zu diskutieren. Die Tagung richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, an Praktiker und Multiplikatoren im Bereich Familien-, Kinder- und Jugendarbeit, Wissenschaftler sowie an eine interessierte Öffentlichkeit.

Kontakt:
Susanne Hartung, M.A., Universität Bielefeld
Fakultät für Gesundheitswissenschaften
AG4 Prävention und Gesundheitsförderung
Tel.: 0521/ 106-67097
E-Mail: susanne.hartung@uni-bielefeld.de

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