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Pressemitteilungen

Herausforderungen an Ethik und Philosophie (Nr. 64/2011)

Veröffentlicht am 27. April 2011, 13:58 Uhr

ZiF-Tagung zum Fortschritt in den Neuro- und Lebenswissenschaften

Den ethischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist eine kleine Kongressreihe gewidmet, deren erste Konferenz mit dem Titel „Neuroscience, Ethics, and the Philosophy of Mind“ vom 11. bis 13. Mai im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld stattfindet. Veranstalter sind die Philosophen Professor Dr. Martin Carrier (Bielefeld) und Professor Dr. George Rainbolt (Atlanta, USA). Die zweite Konferenz wird im Frühjahr 2012 in Atlanta stattfinden und Herausforderungen in Ethik, politischer Philosophie und Rechtsphilosophie aufnehmen, die sich aus jüngeren Entwicklungen im Bereich der nationalen und internationalen Politik ergeben.

Die ZiF-Tagung zielt auf die ethischen und philosophischen Probleme, die der schnelle Fortschritt in den Neuro- und Lebenswissenschaften aufwirft. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die folgenden Herausforderungen von großer Bedeutung:

  • Ethik und die Wissenschaften: Die neurowissenschaftliche Erforschung des Menschen und der Eingriff in die menschliche Psyche durch psychiatrische Behandlung weist auf neue ethische Probleme hin. Die Frage ist, ob allgemeine ethische Prinzipien an diese Lage angepasst werden müssen oder ob sie im Licht des stärkeren neurowissenschaftlichen Zugriffs auf den Menschen eine andersartige Umsetzung verlangen.
  • Neurowissenschaft und Verhaltensinterpretation: Eine der möglichen Konsequenzen neurowissenschaftlicher Forschung ist, dass sich Menschen als neuronale Maschinen herausstellen. Die Frage ist dann, ob und auf welche Weise solche Befunde die Vorstellung vom Menschen in sozialer und ethischer Hinsicht beeinflussen. Im Besonderen findet sich oft die Behauptung, dass die Abhängigkeit menschlichen Verhaltens von deterministischen neuronalen Mechanismen die menschliche Willensfreiheit unterhöhlen. Im gleichen Zusammenhang steht die Frage, ob und wie juristische Denkansätze an dieses gewandelte Bild vom Menschen angepasst werden müssen.
  • Krankheit, Behinderung, Enhancement: Neuere Entwicklungen in der biologischen Forschung haben den Kreis medizinischer Heilmethoden und Enhancement-Techniken (Verbesserung der physischen Eigenschaften eines Menschen) stark erweitert, der sowohl von Kranken und Behinderten als auch von normal-gesunden Personen genutzt werden kann. Tatsächlich verschwimmt die Unterscheidung zwischen Therapie und Enhancement. In diesem Zusammenhang stellen sich ethische Herausforderungen der Art, ob eine philosophisch haltbare begriffliche Unterscheidung zwischen Therapie und Enhancement ausgearbeitet werden kann und wie Enhancement ethisch zu beurteilen ist.


Tagungssprache ist Englisch.

Tagungszeiten:
11. Mai, 9.15 Uhr bis 19.00 Uhr
12. Mai, 9.15 Uhr bis 14.30 Uhr
13. Mai, 9.15 Uhr bis 18.00 Uhr

Informationen im Internet:
www.uni-bielefeld.de/ZIF/AG/2011/05-11-Carrier.html

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Martin Carrier, Universität Bielefeld
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie, Abt. Philosophie
Telefon 0521 106-4596
E-Mail: martin.carrier@uni-bielefeld.de

Tagungsbüro des ZiF:
Trixi Valentin, Universität Bielefeld
Zentrum für interdisziplinäre Forschung
Telefon 0521 106-2769
E-Mail: trixi.valentin@uni-bielefeld.de

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