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Filmsatire auf den Uni-Betrieb „Weitermachen Sanssouci“

Veröffentlicht am 18. Dezember 2019, 15:28 Uhr

Auf der letzten Berlinale hochgelobt, aber nur in wenigen Kinos zu sehen: Das Zentrum für Ästhetik der Universität Bielefeld zeigt exklusiv in Bielefeld "Weitermachen Sanssouci", den neuen Film von Max Linz, am Dienstag, d. 21. Januar um 20 Uhr im Hörsaal 13. In dieser hochkarätigen Satire auf den Uni-Betrieb spielt die umwerfende Sophie Rois eine der beiden Hauptrollen. Das Gieren nach Drittmitteln, der Zwang, sich permanent evaluieren zu lassen und nicht zuletzt die Zukunftsängste von Wissenschaftler*innen - so richtig lustig ist das alles nicht, aber in Linz' Film unglaublich komisch und traurig zugleich eingefangen.

Und darum geht's: Klimaforscherin Phoebe Phaidon kommt mit einem Lehrauftrag an das Institut für Kybernetik der Berliner Universität, um das Seminar zur „Einführung in die Simulationsforschung“ von Institutsleiterin Brenda Berger zu übernehmen. Diese muss sich ihrem Drittmittel-Projekt zur virtuellen Simulation des Klimawandels widmen, um das Institut vor der drohenden Einsparung durch die Hochschulleitung zu bewahren. Alles hängt von einer erfolgreichen Evaluation am Ende des Wintersemesters ab. Phoebe wird verpflichtet, an der Simulation mitzuarbeiten und eine Unternehmensberaterin wird als Motivations-Coach ans Institut geholt. Währenddessen zieht der neuberufene Stiftungsprofessor Alfons Abstract-Wege mit einem Projekt zu Ernährungskontrolle die Aufmerksamkeit auf sich, „Nudging“ wird zum Zauberwort. Phoebes Studierende, die dahinter einen Business-Plan vermuten, unterbrechen den Betrieb und besetzen die Bibliothek, während Phoebe mit ihrem Kollegen Julius Kelp zu einer Konferenz nach Gdansk reist und versucht, hinter das Geheimnis der Apokalypse zu kommen. Die Zeit läuft ab. Der jüngste Tag bricht an.

Max Linz wurde 1984 geboren. Er studierte Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin und an der Sorbonne Nouvelle Paris 3 sowie Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Seither lebt er als Filmemacher in Berlin. 2014 hatte er mit „Ich will mich nicht künstlich aufregen“, einer originellen Auseinandersetzung mit dem Kulturbetrieb, ein vielbeachtetes Debüt. 

Pressestimmen:

Max Linz führt mit „Weitermachen Sanssouci“ den Uni-Betrieb vor. [...] Die Wissensproduktion hat sich verselbstständigt, das System wird durch Eigenblutdoping gepusht. Neue Erkenntnisse erwartet niemand mehr, weil die Forschungsanträge bereits ihre Ergebnisse vorformulieren müssen, damit sie überhaupt Aussicht auf Förderung haben. Die Erde ähnelt nur unserer Vorstellung von der Erde, und die Universität ist die Simulation einer Bildungsinstitution. [...] Absolut essenziell für den Film ist Sophie Rois als das gute, das schlechte und das hässliche Gewissen der Universität. (Der Tagesspiegel, 15.2.2019, Andreas Busche)

Max Linz hat aus dem zwischen Drittmittelwahn und Evaluierungszwang gefangenen Universitätsbetrieb eine wahnsinnig komische, weil zutreffende (und deshalb bittere) Satire gemacht. [...] Virtual Reality ist hier nicht nur das spezifische Forschungsfeld der Protagonisten, sondern scheint als kritische Beschreibung von Academia mittlerweile um einiges passender als das Bild des Elfenbeinturms. (Spiegel.de, 16.2.2019, Till Kadritzke)

Der Eintritt ist frei! Im Anschluss an die Vorführung besteht Gelegenheit zur Diskussion über den Film.

 

Wann: Dienstag. 21.01.20 um 20 Uhr

Wo: Hörsaal 13

Eintritt: Frei

 

Kontakt:

Zentrum für Ästhetik der Universität Bielefeld

Tel.: 0521/106-3067

E-Mail: zentrumfueraesthetik@uni-bielefeld.de