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Abt. Geschichtswissenschaft

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2019 Doctoral Researcher Desk Exchange

Veröffentlicht am 14. November 2019

2019 Doctoral Researcher Desk Exchange

:: Lund / York / Bielefeld ::

Peter Eriksson und Cheng Li bei der Bibliotheksführung. Foto Hannah Grüneberg (BGHS).

Vom 4. bis 15. November 2019 haben wir in der BGHS und in der Abteilung Geschichtswissenschaft zwei Promovierende im Rahmen des Desk Exchange mit unseren Partneruniversitäten Lund und York zu Gast: Cheng Li aus York und Peter Eriksson von der Universität Malmö in Kooperation mit der Lund University. Cheng Li untersucht in seinem Dissertationsprojekt, wie Jeremy Bentham zur intellektuellen Leitfigur der britischen Reformer wurde. Peter Eriksson forscht zu Integrationskonzepten für "Fremde" in der schwedischen Gesellschaft des 20. Jahrhunderts, wobei er seinen empirischen Schwerpunkt auf Schulen legt.

Die Teilnehmenden des Kolloquiums. Foto Hannah Grüneberg (BGHS).

In Einzelgesprächen mit erfahrenen Wissenschaftler*innen wurden der Theorierahmen und empirische Besonderheiten der Dissertationsprojekte vertieft besprochen. Als Gesprächspartner*innen zur Verfügung standen Bettina Brandt, Lars Deile, Kay Junge, Martina Kessel, Jörg van Norden und Willibald Steinmetz. Auch die Gespräche mit Promovierenden bereicherten den Aufenthalt, insbesondere das von den Doktoranden Theresa Hornischer und Sisay Megersa organisierte Kolloquium, welches am 8. November stattgefunden hat. Hier konnten spannende inhaltliche Perspektiven sowie das methodische Herangehen an die jeweiligen Dissertationsprojekte diskutiert werden.

Begleitende Freizeitaktivitäten kamen ebenfalls nicht zu kurz: Ein Highlight war die Sparrenburg-Exkursion am Sonntag mit anschließendem Abendessen in einem deutschen Brauhaus.

Peter Eriksson und Cheng Li vor der Sparrenburg. Foto Theresa Hornischer (BGHS).

Über das Programm:

Der Desk-Exchange ist ein Programmpunkt der trilateralen Kooperation der Bielefelder Geschichtswissenschaft und der BGHS mit der National Graduate School of History an der Universität Lund und dem PhD Programm in History an der University of York. Er ermöglicht es Promovierenden aus Lund, York und Bielefeld, die jeweils andere Universität über einen längeren Zeitraum kennenzulernen, sich mit Kolleg*innen vor Ort auszutauschen und sich international zu vernetzen. Die Teilnehmenden haben während ihrer Aufenthalte in Lund, York und Bielefeld die Möglichkeit, Seminare zu besuchen und ihre Dissertationsprojekte zu präsentieren. Zudem wird ihnen die Chance geboten, sich in Einzelgesprächen mit Lehrenden ihrer Gastgeberuniversität auszutauschen.

Die Kooperation der Bielefelder Geschichtswissenschaft und der BGHS mit der National Graduate School of History an der Lund University und dem PhD Program in History an der University of York fördert die europäische Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses und den Austausch über diverse Forschungstraditionen und Theorieperspektiven in der Geschichtswissenschaft. Die Partner veranstalten außerdem seit 2016 eine jährliche International PhD Conference Lund/York/Bielefeld, die abwechselnd an einer der drei Universitäten stattfindet.

Die Teilnehmer und ihre Projekte:

Peter Eriksson: “Social categories and the integration of foreigners in Swedish society during the 20th century with a particular focus on the link between governmental policy and school practice”.

Cheng Li: “Jeremy Bentham and his lawyer friends in changing public attitude towards law reform, 1807-1832”.

Weitere Infos:

Über den Desk Exchange aus dem vergangenen Jahr

Gesendet von LDunkum in allgemein

Zum Tod von Prof. Dr. Jochen Hoock

Veröffentlicht am 15. Oktober 2019

Die Fakultät trauert um Prof. Dr. Jochen Hoock (1939-2019), Mitglied der Fakultät 1976 bis 1986. Ein Nachruf von Neithard Bulst:

 

Am 21. Mai ist Jochen Hoock im Alter von 80 Jahren in Kerguévarec (Bretagne) gestorben. Beruflich und familiär war er „ein Wanderer zwischen zwei Welten“. In seiner Todesanzeige heißt es: „Als überzeugter Europäer hat er sich sein Leben lang für die deutsch-französischen Beziehungen eingesetzt“. Dieses Engagement führte ihn auch nach Bielefeld. In der Anfangsphase der Reformuniversität hat er hier prägende Jahre erlebt.

Nach einem juristischen Staatsexamen in Münster studierte Hoock am Institut d’Études politiques in Paris (Sciences Po) und promovierte dort. Auf Assistentenzeiten in Bochum und Heidelberg folgte schließlich 1976 Bielefeld. Schon 1969 war er im Gefolge Reinhart Kosellecks als Vertreter der Assistenten Mitglied der „Kommission Geschichtswissenschaften des Gründungsausschusses der Universität Bielefeld“ (bis 1973) geworden. Bielefeld war auch der Ausgangspunkt seiner lebenslangen sehr erfolgreichen Bemühungen einen disziplinären und interdisziplinären Dialog zwischen deutschen und französischen Kollegen, aber keineswegs auf sie beschränkt, zu initiieren und zu verstetigen. Eine Reihe von publizierten internationalen und interdisziplinären Tagungen am Bielefelder ZiF und in Paris ist ihr sichtbares Ergebnis. Hinter dem Kooperationsabkommen, das ab 1979 die Bielefelder Fakultät für Geschichtswissenschaft mit dem Centre de Recherches historiques der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) verbindet, war er die treibende Kraft. Dieser Kooperation schloss sich zuerst die Fakultät für Soziologie an, bevor 1988 ein Vertrag zwischen der Universität und der EHESS abgeschlossen wurde.

Auf Bielefeld folgte ein Ruf nach Paderborn auf den Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit (1986) und 1992 ein Ruf nach Paris VII, eine Neugründung mit einem zu Bielefeld vergleichbaren interdisziplinären Reformanspruch, wo er bis zu seiner Emeritierung 2007 lehrte. Als Prorektor für Forschung (1998–2002) setzte er sich auch hier für ein Kooperationsabkommen zwischen ‚seinen‘ Universitäten ein, das 2001 in Bielefeld anlässlich einer vom ihm mitinitiierten Aufsehen erregenden ZiF-Tagung „Welt und Wissen. Über die Konstruktion wissenschaftlicher Erkenntnisse“ von den beiden Rektoren unterzeichnet wurde. Mit seinem Bielefelder Kollegen Neithard Bulst gründete er als begeisterter und begeisternder Lehrender 1998 das „Deutsch-Französische Studienprogramm Geschichte – Bielefeld-Paris VII“. Dessen Fortgang hat er auch nach seiner Emeritierung mit großem Interesse verfolgt. Er ließ es sich daher nicht nehmen, 2018 die weite Reise nach Bielefeld anzutreten, um an der Feier zum 20-jährigen Jubiläum des Studienprogramms teilzunehmen.

Hoocks wissenschaftliches Œuvre ist thematisch und chronologisch weit gestreut. Es reicht von der Rechtssoziologie und Rechtsphilosophie zur lippischen Regionalgeschichte, von der Kaufmannschaft Rouens im 17. und 18. Jahrhundert zur Staatsreform der französischen Dritten Republik und von der historischen Statistik zur bundesrepublikanischen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit. Mit Sicherheit bleibend und für die Wirtschaftsgeschichte in Zukunft unverzichtbar ist die von ihm und seinem Pariser Kollegen Pierre Jeannin konzipierte und herausgegebene analytische Bibliographie „Ars Mercatoria. Handbücher und Traktate für den Gebrauch des Kaufmanns 1470-1820“. Leider war es ihm nicht mehr vergönnt, den Druck der im Manuskript vorliegenden zwei Teilbände des 4. Bandes zum 18. Jahrhundert mit seiner abschließenden Analyse zu erleben.

 

 

Gesendet von SGorißen in allgemein

08.01.2020 Kolloquium: Anselm Doering-Manteuffel (Tübingen): Die Zäsuren des deutschen 20. Jahrhunderts und das Erkenntnisproblem der Zeitgeschichte

Veröffentlicht am 9. August 2019

 08.01.2019 | 18-20 Uhr | X-E0-222 

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Gesendet von Ingo Pätzold in zthf-veranstaltungen

05.12.2019 Kolloquium: Silke Schwandt (Bielefeld): Digital History - Methode oder Paradigma?

Veröffentlicht am 9. August 2019

05.12.2019 | 18-20:30 Uhr | X-E0-230 

Auch wenn die Digital Humanities in manchen Wissenschaftsbereichen noch in den Kinderschuhen zu stecken scheinen, handelt es sich doch um ein Feld, das seit mehreren Jahrzehnten vor allem methodische Veränderungen in den Geisteswissenschaften angestoßen hat. Dabei steht oft die Entwicklung von Tools im Vordergrund, die das quantitative Arbeiten in den Geisteswissenschaften voranbringen und fördern sollen. In der digitalisierten Gesellschaft sollte sich die Aufgabe einer digitalen Geschichtswissenschaft allerdings nicht in der Methodenentwicklung erschöpfen. Arbeiten der Digital History sollten vielmehr auch den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Wissenschaften reflektieren und einen Beitrag leisten, der das Digitale in der Welt verordnet. In diesem Sinne kann Digital History mehr als nur Methode sein und die kulturelle Transformation durch die Digitalisierung kritisch begleiten und einordnen.

 Grundlagentext 

Plakat 

Gesendet von Ingo Pätzold in zthf-veranstaltungen

30.10.2019 Koselleck-Lecture: Helge Jordheim (Oslo): Times of Nature, Times of History - Koselleck in the 21st Century

Veröffentlicht am 9. August 2019

30.10.2019 | 18-20.00 Uhr | Raum X-E0-002

In his essay on the need for theory in history (“Über die Theoriebedürftigkeit der Geschichtswissenschaft”, 1972), Koselleck distinguishes “historical time” from “natural” time: “Historical time,” he claims, is a product of a “denaturalization” and a “destruction of natural chronology,” which in Western history took place at the end of the eighteenth century. Prior to this, Koselleck argues, the process of history had been organized according to “natural” categories: the rise and setting of the sun and the moon, the change of seasons, as well as the birth and death of the members of the ruling dynasties. But from the late eighteenth century onward, historiography was reconfigured according to categories obtained from history itself, derived directly from historical events, experiences, and expectations, such as “progress, decline, acceleration, or delay, the not-yet and the not-anymore, the before and the after, the too-early and the too-late, the situation and the duration,” as he puts it in another article from the same year. In this lecture, I intend to revisit this moment, in history and in theory, taking Koselleck’s writings as framework. In the first part, I will discuss what in shorthand could be called the “denaturalization thesis”: that the modern regime of historicity – to use François Hartog’s term – emerges from a separation of historical from natural times, including cosmological, biological, and geological chronologies. This leads to a discussion whether recent turns in the theory of history, spearheaded by Dipesh Chakrabarty’s articles on “The Climate of History” and “Anthropocene Time”, could be understood in the same terms as a “renaturalization”. In the second part of the lecture, I will return to Koselleck’s work and explore whether his theory of multiple times offers us other ways to think and write about the relationship between historical and natural times, which might prove useful in reconfiguring history in the age of climate change, or rather, in Koselleckian terms, climate crisis. My hope is that this will enable us to throw new light on both the history of history and Koselleck’s work and thus contribute to current debates about the futures of historiography.

Poster 1

Poster 2 

Gesendet von Ingo Pätzold in zthf-veranstaltungen

BiBoG: Neue Ausschreibungen für MA Double Degree-Programm Bielefeld/Bologna

Veröffentlicht am 31. Juli 2019

 Binationales Masterprogramm "Geschichtswissenschaft Bielefeld - Bologna (BiBoG)"

Die Studierenden des Masterprogramms verbringen jeweils ein Studienjahr an der Universität Bielefeld und eines an der Università di Bologna. AbsolventInnen verfassen am Ende des Studiums ihre Masterarbeit unter Betreuung jeweils eines/einer deutschen und italienischen Lehrenden (Cotutelle-Verfahren) und erwerben den Masterabschluss beider Universitäten. Studierende des Programms können sich für die Mobilitätsphase von 10 Monaten in Bologna für ein monatliches Stipendium in Höhe von 825,- EUR zzgl. einer Reisekostenpauschale in Höhe von einmalig 250,- EUR und einem Zuschuss zu monatlichen Versicherungskosten bewerben.
Bewerbungsschluss für das Wintersemester 2019/2020 ist der 10. September 2019. Bewerbungen (tabellarischer Lebenslauf, Bachelorzeugnis, Motivationsschreiben, BA-Abschlussarbeit mit Gutachten) sind zu richten an bibog@uni-bielefeld.de.

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Gesendet von SGorißen in allgemein

GLOC: New advertisements for MA Double Degree-Program Bielefeld/Bologna

Veröffentlicht am 31. Juli 2019

Double MA Degree "Global Cultures - GLOC" (Univ. Bielefeld / Univ. Bologna)

Starting with the winter term 2019/2020, an English-language curriculum with the profile “Global Cultures” (GLOC) will be introduced. Enrolled students spend one academic year in at Bielefeld University and at the University of Bologna. Graduates receive MA degrees from both universities upon concluding their studies. The German Academic Exchange Service (DAAD) offers scholarships in support of this binational program. Students participating in the program can apply for a monthly grant of EUR 825 while studying abroad in Bologna plus the reimbursement of travel expenses (fixed rate of EUR 250) and insurance charges. Applications can be submitted in Bielefeld or Bologna. For Bielefeld, applications (résumé, bachelor certificate, cover letter/statement of purpose, bachelor's thesis evaluation) must be sent to gloc@uni-bielefeld.de until September 10 for the respective following academic year.

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Gesendet von SGorißen in allgemein

Bericht: Lund-York Konferenz

Veröffentlicht am 4. Juli 2019


Die Teilnehmer*innen der Konferenz. Foto: Greta Darkow

 Konferenz Lund York - Stimmen zur Konferenz

An der BGHS gibt es vielfältige Möglichkeiten des transnationelen Arbeitens. Ein Beispiel dafür ist die Konferenz Bielefeld-Lund-York, die dieses Jahr vom 11.-13. Juni stattfand. Worum es dabei geht und wie Teilnehmende die Konferenz erlebt haben, könnt ihr hier nachlesen.

Seit 2016 kooperieren das Department of History und die BGHS mit der National Graduate School of History an der Lund University, Schweden, und dem PhD Program in History an der University of York, Großbritannien, in der Doktorandenausbildung. Jedes Jahr findet eine gemeinsame Doktorandenkonferenz statt, die wiederum von den Partnerinstitutionen ausgerichtet wird.

Mit der Konferenz wollen die Partner Doktorand*innen beim Aufbau und Erhalt grenzüberschreitender Netzwerke unterstützen und die Kommunikation zwischen jungen Forschern in Europa fördern. Ziel der Konferenz ist es, die kurze und präzise mündliche Präsentation von Projekten auf Englisch zu üben.

Mehran Haji Mohammadian erzählt uns, wie er die Konferenz in Erinnerung hat:

"The conference was great! Absolutely! As a student of sociology, I was really excited by the numerous details that historians discussed. The doctoral projects that for at least three years focus on Medals, Intarsia or under the microscope in the seventeenth century! Research about sleep! Or Social Networks in an Early Modern Town. All of them! Before the conference, I had thought historians and sociologists do the same research. But not actually! We normally do not go into this level of details. Many thanks historians."

Auch Maja-Lisa Müller berichtet von positiven Eindrücken:

"The PhD-Conference Lund/York/Bielefeld has been an overall great experience. As a PhD student in the newly established study programme "Image Theory and Art History" it was exciting to connect with other doctoral students in the field and learn about differences and similarities in academic culture. I have profited a lot from the exchange of ideas among the students as well as the valuable advice given by the professors and I'm looking forward to future projects with our partner universities Lund and York."

Und Anastasia Zaplatina ergänzt:

"The conference exceeded all my expectations. I have learned a lot from each panel and received a lot of inspiration from each presentation. In particular, I want to notice the workshop prepared by Dr. Chris Renwick which was dedicated to the interdisciplinary approach in social sciences. During the workshop we discussed the ongoing process of changing of borders between disciplines, the impact of interdisciplinary approach on publishing and searching for funding. I am very grateful to all the organizers and participants for the amazing experience."

Weitere Information:

Gesendet von LDunkum in allgemein

International PhD Conference in History Lund - York - Bielefeld 2019

Veröffentlicht am 12. Juni 2019

11th - 13th June 2019 | Bielefeld University | X-B2-103


Schedule

Gesendet von LDunkum in workshops/tagungen

Across the ocean – 10 Jahre Notre Dame Austausch

Veröffentlicht am 12. Juni 2019

Teilnehmer*innen und Organisator*innen 2019; Foto: Bettina Brandt, Stephan Fasold

Across the ocean – 10 Jahre Notre Dame Austausch

In diesem Jahr wird unser Kooperationsprojekt Notre Dame – Bielefeld 10 Jahre alt. Internationale Perspektiven auf Geschichtswissenschaft und Soziologie, Forschungsprojekte diskutieren und unterwegs sein in der „windy city“. All das macht unseren Austausch so besonders.

Vor diesem erfreulichen Jubiläum wollen wir auf spannende Austauschjahre zurückblicken, Konzepte des Workshops vorstellen - und sind natürlich neugierig: Wie war’s 2019?

Die Idee des Austauschs

Seit 2009 besteht zwischen dem Department of History der University of Notre Dame (USA), der Abteilung Geschichtswissenschaft der Universität Bielefeld und der BGHS ein Austausch unter Promovierenden. Jedes Jahr wird für die Geschichtswissenschaftler*innen und Soziolog*innen aus Bielefeld ein theorie- und methodenorientierter PhD-Workshop veranstaltet, der im jährlichen Wechsel an der Universität Notre Dame oder in der Universität Bielefeld stattfindet

Ziele des Workshops sind die internationale Vernetzung, transkulturelles Lernen und der intensive Austausch zwischen den Promovierenden und Wissenschaftler*innen beider Institutionen.

Was wird gemacht?

Im Zentrum des Workshops stehen die englischsprachigen Forschungspapiere, mit denen die Teilnehmer*innen ein Kapitel, einen methodisch interessanten Aspekt oder das analytische Design ihres Promotionsprojektes vorstellen. Bettina Brandt, wissenschaftliche Geschäftsführerin in der Abteilung Geschichtswissenschaft und Organisatorin des Workshops auf Bielefelder Seite, erklärt uns das Programm: „Die teilnehmenden Promovierenden beider Geschichtsdepartments und der BGHS tauschen ihre research paper aus, und jedes Papier erhält während des Workshops einen ausführlichen Kommentar durch eine*n Promovierende*n der Partnerinstitution. Erst dann folgt eine Plenardiskussion, in der auch erfahrene Wissenschaftler*innen aus Notre Dame und Bielefeld Rückmeldungen geben.“

So üben sich Promovierende zum einen in der Formulierung eines konstruktiven, fachlichen Feedbacks und erweitern außerdem ihr fachliches, englischsprachiges Ausdrucksvermögen sowohl mündlich als auch schriftlich. Bettina Brandt ergänzt: „Dabei lernen sie von den peers in Notre Dame nicht nur sprachlich, sondern auch im Hinblick auf andersartige narrative und argumentative Verfahren. Umgekehrt sorgt die Theorieorientierung der Bielefelder Promovierenden für intensive Diskussionen und neuartige Perspektiven.“

Wie das im Konkreten aussehen kann, hat Theresa Hornischer in diesem Jahr erlebt. Sie berichtet: „Interessant war für mich zu sehen, wie unsere amerikanischen Kolleg*innen als Historiker*innen arbeiten. Man bemerkte den Unterschied zwischen der theoretisch ausgelegten Universität Bielefeld und der amerikanischen katholischen Notre Dame University. Wir Bielefelder konnten alle einen analytischen Bezugsrahmen in unseren Projekten vorweisen – Theorie als wichtiges Handwerkszeug eines Historikers – die Doktoranden der Notre Dame University wussten eher mit der Art des „Geschichte Erzählens“ zu überzeugen.“

Between Skyscrapers, amish farmer’s lifes and Sandwiches – Der Austausch vom 5.-10. Mai 2019

Nach zwei dichten Tagen der Diskussion inmitten des Notre Damer Campuslebens gab es in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für die Promovierenden. Besonders eindrucksvoll war die Exkursion nach Chicago mit einer Architecture Boat Tour und dem Besuch der Indiana Dunes. Theresa Hornischer erinnert sich gerne an dieses Highlight zurück: „Uns bot sich eine spektakuläre Skyline unterschiedlicher Baustile mit weltberühmten ausgefallenen Wolkenkratzern. Ein Weltmetropole direkt am Ufer des Lake Michigan gelegen; gerade diese Verbindung zwischen dem Element Wasser und den modernen Skyscrapern beeindruckten mich. Ich kann Frank Sinatra verstehen, dass er dieser „windy city“ ein Lied widmete und seine Liebe zu dieser Riesenstadt gestand.“

Gemeinsam fuhr die Gruppe in diesem Jahr auch zur historischen Stahly–Nissley–Kuhns Farm in Nappanee, Elkhart County, Indiana. Theresa erzählt uns dazu: „Ich konnte nicht nur etwas über das Farmerleben der Amish erfahren, das in einem absoluten Kontrast zur modernen Weltstadt Chicago steht, sondern mir wurde dort in dem wunderschönen verträumten Restaurant auch ein kulinarischer Leckerbissen geboten, fernab von Burger und Deep Dish Pizza: Ein getoastetes Käse Hühnchen Sandwich aus selbstgebackenem Brot mit Nüssen und Cranberrys – ein Gaumenschmaus!“

Viele Teilnehmer*innen schätzen das tolle Gruppengefühl des Austauschs und die gemeinsamen Erlebnisse. Theresa stimmt dem zu und zieht ihr persönliches Resümee: „Für mich war es eine unvergessliche, aufregende und schöne Zeit und die Gelegenheit, das erste Mal in die USA reisen zu können – und genau das schätze ich an der BGHS: die internationale Ausrichtung und Kooperationen, die uns als Doktoranden geboten werden. Ich bin dankbar, dabei gewesen sein zu dürfen.“

Und auch Bettina Brandt zeigte sich beeindruckt von der gastfreundlichen und inspirierenden Atmosphäre: „So wird das das Gespräch schon einmal beim Abendessen im Haus des dortigen Veranstaltungsleiters weitergeführt.“

Das, was als Idee vor 10 Jahren entwickelt wurde, wirkt also heute noch immer. Denn, so Bettina Brandt: „Das direkte Gespräch und die Erfahrung der unterschiedlichen akademischen, gesellschaftlichen und politischen Kulturen sind unersetzbar, und dass sie across the ocean möglich sind, ist eine Besonderheit.“

Teilnehmer*innen aus Bielefeld und ihre Themen in 2019:

  • Lena Gumpert, “Me, Myself and Jerome: Practices of Self-Comparing in the Twelfth Century”
  • Simon Siemianowski, “Like Father, like Son? Generational Succession in 15th and 16th Century Italian Family Book Writing”
  • Stephan Fasold, “Auctions as Practices of Property Valuation and Pricing in Great Britain and German Territories Between 1750 and 1870”
  • Julian Gärtner, “On ‘L’homme’ and ‘Race’: Comparing in Alexis de Tocqueville’s Political Anthropology”
  • Gladys Vásquez Zevallos, “Sovereignty and Representation of Space after Hispanoamerican Independence: The Congress of Panama (1826)”
  • Theresa Hornischer, “‘I am Nonsense’: Maneuver and Intervention Strategies of Female Intellectuals—A Case Study of Léo Wanner”
  • Daniele Toro, “The Complexity of Transnational Fascism: Empirical Challenges and Theoretical-Methodological Responses”

Weitere Infos:

Gesendet von LDunkum in allgemein

International PhD Conference in History Lund - York - Bielefeld 2019

Veröffentlicht am 12. Juni 2019

11th - 13th June 2019 | Bielefeld University | X-B2-103


Schedule

Gesendet von LDunkum in allgemein

13.06.19 Kolloquium: Zu Gast bei der Vormoderne ... Franz Arlinghaus (Bielefeld) & Stefan Gorißen (Bielefeld): Nur eine Frage der Zeit? Die Vormoderne als Konzept und Epoche II. Ein Gespräch

Veröffentlicht am 8. April 2019

13.06.19 | 18.00-20.30 | X-E0-230

In Fortsetzung der Diskussion mit Antje Flüchter und Peter Schuster vom 18.4. diskutieren Franz-Josef Arlinghaus und Stefan Gorißen mit allen Teilnehmer*innen Begriff und Konzept der "Vormoderne".

Plakat

Gesendet von Ingo Pätzold in zthf-veranstaltungen

06.06.19 Kolloquium: Zu Gast bei der Vormoderne … Anja Rathmann-Lutz (Basel): Den Wandel erzählen. Metaphern und narrative Strukturen im 12. und 21. Jahrhundert

Veröffentlicht am 8. April 2019

06.06.19 | 18.00-20.30 | X-B2-103

Linien, Kreise, Treppen, Bäume, Schichten - welche (Sprach-) Bilder, welche Text- und Zeitstrukturen werden im 12. Jahrhundert genutzt, um über Wandel und Veränderungen zu schreiben? Warum ist das für Historiker*innen des 21. Jahrhunderts von Interesse? Anja Rathmann-Lutz wird in ihrem Vortrag Beispiele aus verschiedenen Bereichen mittelalterlicher Textproduktion (Enzyklopädien, Historiographie, etc.) mit akademischen und populärwissenschaftlichen Erzählungen der «Renaissance des 12. Jahrhunderts» kontrastieren. Ziel ist es, ein offenes Gespräch über die tools, Möglichkeiten und Absichten aktueller Geschichtsschreibung in Gang zu setzen.

Anja Rathmann-Lutz ist Historikerin und Kunsthistorikerin. Sie ist PostDoc Researcher im Bereich Mittelalter und Renaissance am Departement Geschichte der Universität Basel.

Plakat

Gesendet von Ingo Pätzold in zthf-veranstaltungen

06.05.19 Kolloquium: Zu Gast beim SFB 1288 … Vittorio Hösle (University of Notre Dame): Was sind und zu welchem Ende betreibt man Geisteswissenschaften?

Veröffentlicht am 8. April 2019
06.05.19 | 18.15-19.45 | X-E0-001
Gesendet von Ingo Pätzold in zthf-veranstaltungen

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