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Wort des Tages - Tü

Veröffentlicht am 30. Januar 2015, 13:58 Uhr

Türkisch

anavatan

Mein deutsches Lieblingswort lautet "Vaterland", weil ich interessant finde, dass ich dieses Wort im Türkischen so nicht wiederfinde.
Die entsprechende Übersetzung heißt "anavatan", doch wörtlich übersetzt heißt das "Mutterland".
Zwar gibt es auch den deutschen Begriff "Mutterland", aber der ist nicht identisch mit der Bedeutung des türkischen "anavatan". Mein türkisches Wort "anavatan" habe ich früher immer als Heimat, als eigenes Land interpretiert, aus dem ich stamme. Dabei schwingen für mich "weibliche" Inhalte mit: Geborgenheit, Liebe, Wärme und Empathie all das, was wir im Idealfall durch unsere Mutter, die uns geboren hat, erfahren und lernen. Aber ein Vater gehört ja bekanntlich auch dazu!
Das lernte ich auf wunderbare Weise, als ich das Wort "Vaterland" kennenlernte und dies mit "männlichen" Eigenschaften wie Durchhaltevermögen, Sicherheit, Standfestigkeit und Stehvermögen verband. Für mich sollte mein "anavatan" durch mein neues "Vaterland" ergänzt werden.
Wenn Menschen auswandern, um für ihre Existenz zu sorgen, waren es in der Menschheitsgeschichte überwiegend zuerst Väter, die aus Sorge um ihre Familien weggingen. An vielen Stellen der Erde geschah das so. Ich lebte viele Jahre in meinem "anavatan". Als ich nach Deutschland kam, um meine Zukunft aufzubauen, kam ich mit den weiblichen Attributen im Kopf - und  fand Sicherheit und Stärke, also Vaterland. Ich lernte Mutter- und Vaterland auf gute Art und Weise zu verbinden.

Ramazan Özgentürk

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