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Porträt Matthew Salter

Veröffentlicht am 26. März 2019, 16:42 Uhr
Nach einem Interview-Leitfaden von Miriam Goupille

Lieber Matthew, woher kommst du genau?Matthew

In meinen ersten Lebensjahren bin ich in Preston, in Nordwest-England, aufgewachsen. Dann sind wir nach Coventry gezogen, nach Mittelengland. Mein Vater war Ingenieur, und wir mussten öfter umziehen. In Coventry habe ich meine ganze Schulzeit verbracht. Nach dem Abitur bin ich wieder zurück nach Preston zum Studium gegangen. Ich habe BWL studiert.

Wie bist du nach Bielefeld gekommen?

Nach dem Studium bin ich zur britischen Militärpolizei gegangen und habe als Kriminalermittler gearbeitet. Was war dabei? Alle möglichen Formen von Totschlag, sexuellem Missbrauch, Folter... Auch in Afghanistan und Irak, wo ich sieben Monate stationiert war. Ich habe seit 2005 an sieben oder acht verschiedenen Einsatzorten gearbeitet. In Deutschland war ich zweimal stationiert. 2005-2009 in Osnabrück, 2012-15 in Bielefeld, Gütersloh, Paderborn. Während eines Rugby-Turniers habe ich 2006 in Herford, wo mein Regiment sein Hauptquartier hatte, meine heutige Frau kennengelernt. Heute leben wir zusammen in Herford, und wir haben einen kleinen Sohn, David.

Gibt es etwas aus deiner Gegend/deinem Land, was du hier vermisst? Und/oder etwas, was du hier in Bielefeld schön findest?

Wegen des Brexit vermisse ich im Moment eher nichts und bin froh, in Deutschland zu sein. Aber Curry und Pubs, die fehlen mir schon. Hier in Ostwestfalen gefällt mir mein Leben. Ich finde die Leute freundlich. Es ist immer was los. Das Leben ist für mich spannend hier. Interessant. Mein Kind sehe ich zweisprachig aufwachsen. Das ist schön. In zwei Wochen habe ich meinen Einbürgerungstest. Das heißt aber nicht, dass ich England den Rücken kehre. Im April nehme ich in London an einem Marathon teil.

Hast du immer unterrichtet? Wenn nicht, was hast du vorher gemacht?

Ende 2015, mehr oder weniger mit meinem Austritt aus der Army, habe ich mit Teaching English to Speakers of other Languages in Großbritannien angefangen. Darauf war ich gut vorbereitet, denn von 2011 bis 2016 habe ich ein linguistisches Fernstudium (Englisch und Deutsch) absolviert. Seit September 2016 bin ich hier in Deutschland ausschließlich als Sprachdozent für Englisch an verschiedenen Einrichtungen tätig. Außerdem studiere ich Französisch und Englisch auf Lehramt an der Uni Bielefeld.

Kannst du uns eine Anekdote über deine (ehemaligen) Studis erzählen? Es kann etwas Lustiges oder leicht Peinliches sein, das jedem von uns passieren kann.

Wenn ich in den Seminaren an der Uni sitze, denken manche, ich sei der Dozent, weil ich so alt bin. Entsprechend verhalten sie sich. Seit vielleicht zwei Jahren unterrichte ich eine Gruppe in Bad Salzufflen, die quasi gar kein Englisch konnte, als sie anfing. Die meisten Teilnehmenden sind etwas älter, im Ruhestand, so zwischen sechzig und siebzig. Die machen aus dem Dozenten gern den Schüler und bringen mir mit großem Eifer Deutsch bei. Eine nette Gruppe!
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