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Porträt Alain Houdus

Veröffentlicht am 7. Juli 2015, 14:31 Uhr

Nach einem Interviewleitfaden von Myriam Goupille.

1.      Lieber Alain, woher kommst Du genau?

Ich komme aus dem Westen Frankreichs, aus der Bretagne, und dort bin ich auch aufgewachsen.

2.      Wie kamst Du nach Bielefeld?

Das war Zufall. Ich wollte Deutschlehrer in Frankreich werden. Ich habe dort Deutsch studiert. In Frankreich muss man eine schwierige schriftliche und mündliche Prüfung bestehen, um Lehrer zu werden, und zu dem Zeitpunkt war mein mündliches Deutsch noch nicht so gut. Also dachte ich mir, ich gehe nach Deutschland, um dort vor Ort Deutsch zu lernen. An der Uni in Rennes in Frankreich, wo ich studiert habe, kannte ich einen deutschen Lektor, der aus Bielefeld kam. Wir waren befreundet und ich hab ihm erzählt, dass ich nach Deutschland wollte. Daraufhin erzählte er mir, dass in Gütersloh eine Stelle in einer Sprachschule frei geworden sei. Die Stelle war auf ein Jahr befristet, aber ich habe mich dort beworben und bin angenommen worden. Daraufhin bin dann nach Deutschland gereist. Das war der 1. November 1980. Anfangs fand ich Gütersloh nicht besonders attraktiv, aber zum Glück hat sich in dieser Stadt viel geändert. Ich wohne seit nunmehr 35 Jahren in Gütersloh und fühle mich dort wohl.


3.      Gibt es etwas aus Deinem Land, was Du hier vermisst? Und etwas, was Du hier in Deutschland schön findest?

Nach all den Jahren immer weniger. Ich vermisse am meisten das Meer und die gute Meeresluft. Die Luft hier finde ich nicht besonders gesund.


4.      Hast Du immer unterrichtet? Wenn nicht, was hast Du vorher gemacht?

Ich wollte immer Lehrer werden. Nach meiner einjährigen Arbeit in der Sprachschule habe ich mich in Bielefeld als Student eingeschrieben. Ich hatte aber keine sehr große Lust zu studieren bzw. ein neues Studium anzufangen (ich war schließlich schon 26), also habe ich erstmal eine kaufmännische Ausbildung bei der Fa. Miele in Gütersloh gemacht. Danach habe ich eine Stelle in einer Textilfirma in Gütersloh bekommen, wo ich 15 Jahre als Export-Kaufmann gearbeitet habe. Danach hatte ich keine Lust mehr, in diesem Beruf zu arbeiten, und ich habe mich als Sprachdozent und Übersetzer selbstständig gemacht.

5.    Kannst Du uns eine Anekdote über Deine (ehemaligen) Studenten erzählen? Es kann etwas Lustiges oder leicht Peinliches sein, das jedem von uns passieren kann.

Ich wurde in der Sprachschule eines Tags von der Leiterin gebeten, Englisch zu unterrichten. Das ist witzig, weil die Franzosen den Ruf haben, nicht gut Englisch zu können. Ich hatte Englisch nicht studiert und die Leiterin hat meine Kenntnisse auch nicht geprüft. Aber ich habe es gemacht, und zwar abends um 22 Uhr in einer großen Druckerei. Die Schüler waren Schichtarbeiter und hatten nach Feierabend keine Lust mehr zu lernen - ich ja auch nicht. Ich habe das ein halbes Jahr lang gemacht und meine Englischkenntnisse waren glücklicherweise auch ausreichend.

 

 Das Interview führte Elissa Sadaka

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